nach der wahl So einer geht nichtSeite 3/3
Am Dienstag hat er mich widerlegt. Er gibt die Grünen frei, wählt einen gewohnt pathetischen, aber auch gelassenen Rückzug. Und das zu einem Zeitpunkt, da die Grünen wirklich eine Chance haben, sich neu aufzustellen, mit einem Fischer auf der Hinterbank. Respekt.
Nun hat sich doch etwas viel Vergangenheit in diesen Artikel geschlichen. Dabei soll dies kein politischer Nachruf sein, nur ein Zwischenruf. Der Mann ist wahnsinnig müde im Moment wegen des mörderischen Wahlkampfs natürlich und weil sein Lebensprojekt vorerst aufhört zu existieren. Aber auch, und das können Politiker aus einem anderen, geordneteren und geschützteren Milieu wohl kaum verstehen, weil der Lebensweg vom Revoluzzer über die langwierige Erschaffung einer realpolitischen grünen Partei bis zum Außenminister in Kriegs- und Krisenzeiten noch weit anstrengender ist als das Leben gewöhnlicher Spitzenpolitiker. Aber wer ein paar seiner Verwandlungen miterlebt hat, weiß: Auch dies wird wieder nur eine Metamorphose.
- Datum 22.09.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 22.09.2005 Nr.39
- Kommentare 9
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So einer "geht nicht", er geht nur auf Distanz! Geht er nur vorübergehend aus dem Clinch der Realitäten? Oder wird er sich auf eine Umlaufbahn bequemen, aus der die Erde als grüner Planet erscheint, auf dem zuviele Menschen wüten?
Naja, man könnte doch auch einfach mal annehmen, da habe wohl jemand eine gute Nacht mit Joschka verbracht und deshalb geht ein alter Sponti listig neue Wege. Etwas Ruhe, nach dem aufreibenden Wahlkampf kann wirklich nicht schaden und macht stark für die Hintergrundgespräche, mit denen ein Joschka Fischer schon auch so Einiges erreichen konnte, wenngleich ihn alle für seine kämpferischen Auftritte liebten.
Wann, wenn nicht jetzt, wäre denn sonst der richtige Zeitpunkt gewesen, sich wenigstens einer Bürde, schon einmal zu entledigen. Sich einen warmen Draht zum Guido aufzubauen, das wäre nicht besonders prickelnd für einen wie Fischer, der noch über genügend Power für andere heiße Geschichten verfügt.
Auch wenn Fischer nach dem Kanzlerauftritt am Sonntagabend sich natürlich etwas weggeboxt fühlen musste, wird der Kanzler ja eventuell noch seiner Pflicht nachkommen, den Weg für Fischer neu freizuboxen.
Joschka war immer davon überzeugt, "es" besser zu wissen und zu können als alle anderen, und so hat er sein Fingerchen immer ein Stückchen höher gehalten als seine Mitstreiter und seine Ellbogen auch immer ein bißchen effektiver eingesetzt als andere und er hat seine Fähigkeiten für "unsere Sache" eingesetzt - nur wir haben eben aus unserer Unvollkommenheit heraus leider allzuoft nicht verstanden, worauf es "wirklich" ankommt, und so mußte uns Joschka allein in unseren Träumereien lassen und harte Realpolitik machen, hier ein bißchen Krieg führen, dort ein bißchen CIA dulden, und natürlich immer unverstanden von uns Einfältigen. Nun ist er dick und rund und wohlversorgt und entfleucht in die USA, zu Albright&Co, immer noch sehr wichtig.
Daß er wesentlich dazu beigetragen hat, die Hoffnung, die Rot-Grün darstellte, zu enttäuschen, sollte dennoch entsprechend gewürdigt werden.
Er hat sich um Fischer sehr verdient gemacht.
An Joschka
Viel vom oben stehenden.Und vergesse nicht das
Freiheit
weder Konzepte noch Grenzen kennt,sie jedoch lebt.
Einfach weil es Spaß macht.
Garud
... jahre hat er nun einen begleitet.
mit den grünen/alternativen.
hat mitgeholfen, 'grünes' denken
aus der spontiecke herauszuholen.
hat mitgeholfen, sich über kompromisse
klar zu werden; wenn politisch was bewegt
werden soll, das von den 'alten drei' (cdu,spd,fdp)
nicht mehr geleistet werden konnte.
es bleibt die zuversicht, dass die vermeintlich
2. und 3. reihe sich nicht von einer personalisierten
wehmut bremsen lässt.
generationswechsel.
der humus ist da.
es wird bestand haben.
trotz dem merkel
Da holt die ZEIT hurtig einen Artikel vom September vergangenen Jahres (nebst Kommentare) an die Luft. Mehr habt ihr nicht zu sagen? Wie armselig.
Ja, die Wut auf Joschka (hier und auch sonst so) rührt von der enttäuschten Hoffnung. Aber spätestens seit Goethe weiss man doch, dass man immer nur sich selbst enttäuscht. Fischer hat den Aufbruch 1998 in eine andere Bundesrepublik proklamiert - leider musste man zuviel Schröder nehmen, um eine Prise Fischer zu bekommen. Jahrelang war er der beliebteste Politiker Deutschlands. Warum wohl? Weil er sich nicht mit Gesundheits-, Innen-, Wirtschafts-, Steuer- oder Rentenpolitik beschäftigen brauchte.
Wir hatten zwar offiziell Rau als Bundespräsident, aber in Wirklichkeit - spätestens nach 2001, als Schröder komplett die Europa- und Aussenpolitik übernahm - hiess der oberste Repräsentierer Fischer.
Mach's gut, Joschka. Und die Medien bitte ich, mir nicht jeden professoralen Erguss des neuen Intellektuellen aufzutischen.
Da holt die ZEIT hurtig einen Artikel vom September vergangenen Jahres (nebst Kommentare) an die Luft. Mehr habt ihr nicht zu sagen? Wie armselig.
Ja, die Wut auf Joschka (hier und auch sonst so) rührt von der enttäuschten Hoffnung. Aber spätestens seit Goethe weiss man doch, dass man immer nur sich selbst enttäuscht. Fischer hat den Aufbruch 1998 in eine andere Bundesrepublik proklamiert - leider musste man zuviel Schröder nehmen, um eine Prise Fischer zu bekommen. Jahrelang war er der beliebteste Politiker Deutschlands. Warum wohl? Weil er sich nicht mit Gesundheits-, Innen-, Wirtschafts-, Steuer- oder Rentenpolitik beschäftigen brauchte.
Wir hatten zwar offiziell Rau als Bundespräsident, aber in Wirklichkeit - spätestens nach 2001, als Schröder komplett die Europa- und Aussenpolitik übernahm - hiess der oberste Repräsentierer Fischer.
Mach's gut, Joschka. Und die Medien bitte ich, mir nicht jeden professoralen Erguss des neuen Intellektuellen aufzutischen.
kann einer sich mehr wandeln als joschka mit seinem primitiven aber sensiblen Machtinstinkten. Er hat die Witterung von Gefahr aufgenommen konnte die Untersuchung der BND Skandale nicht verhindern, nun geht es um Entführung deutscher Bürger mit Hilfe oder Wissen deutscher Dienste wärend seiner Zeit als Aussenminister. Wieviel Leichen liegen da noch im Keller, dass Joschka auf den von internationaler Gerichtsbarkeit rechtsfreien Raum des atlantischen Imperiums dessen guter Sachwalter er zum Ende seines Aufstiegs wurde, zurückzieht ?
Bekommt er Schutz und Belohnung, zb. durch einen UN Posten, womöglich als UN Generalsekretär. Auf diessem Posten wäre Erpressbarkeit eine Einstiegsvorraussetzung, Annan wurde bei Nichtgehorsam gleich mit der Korruption seines Sohnes unter Druck gesetzt. Das politische Geschäft durchsetzt von Erpressung und Korruption und Machtgier. Welche ideelle Motivation möchte man Fischer noch abnehmen ?
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