Reißzwecken sind durchaus schwimmfähig. Setzt man sie vorsichtig mit der Spitze nach oben aufs Wasser, dann trägt die Oberflächenspannung sie wie ein Schiff. Allerdings dellt die Zwecke dabei die Wasseroberfläche ein. Treibt nun eine weitere Heftzwecke in die Nähe, wird sie durch die Schwerkraft in den Krater gezogen. "Cheerios-Effekt" nennen das die Physiker, nach einer Frühstücksflockensorte. Wer morgens nämlich in die Müslischale schaut, kann Ähnliches beobachten: Die Cornflakes versammeln sich in der Mitte der Schüssel. Zwei Forscher von der Harvard University haben nun gezeigt, dass dafür keine komplizierten chemischen Effekte verantwortlich sind, sondern physikalische Phänomene: Schwerkraft, Auftrieb und Oberflächenspannung. Das Prinzip funktioniert bei Frühstücksflocken allerdings genau umgekehrt wie bei Reißzwecken. Wegen des Auftriebs drängen sie möglichst weit an die Oberfläche und beulen sie nach oben aus. Nachzügler kommen deshalb etwas höher hinaus, wenn sie dicht an den Flüssigkeitsberg und damit an andere Cornflakes heranschwimmen. Flocken und Zwecken in einer Schüssel stoßen sich also ab. Die einen streben bergauf, die anderen talwärts – eine ungenießbare Mischung.