Die Schriftstellerin wurde am 18. März 1929 in Landsberg/Warthe, dem heutigen Gorzó Wielkopolski, geboren. 1945 siedelte sie nach Mecklenburg um. 1949 bestand sie in Bad Frankenhausen (Kyffhäuser) das Abitur und trat noch im selben Jahr der SED bei. In Jena und Leipzig studierte sie bis 1953 Germanistik. Später war sie Mitarbeiterin beim Deutschen Schriftstellerverband, Lektorin, Redakteurin der Zeitschrift neue deutsche literatur und Cheflektorin des Verlags Neues Leben. 1961 veröffentlichte sie ihr erstes Prosawerk Moskauer Novelle. Das Buch wurde in der DDR gut aufgenommen und viel beachtet, in der Bundesrepublik jedoch nicht veröffentlicht. Seither arbeitet sie als freiberufliche Schriftstellerin. Ihr erster großer Erfolg war der Roman Der geteilte Himmel, der sich mit dem geteilten Deutschland auseinander setzt. Hierfür wurde sie mit dem Heinrich-Mann-Preis ausgezeichnet. Das Buch wurde 1964 in der DDR von Konrad Wolf verfilmt.

Christa Wolf war von 1963 bis 1967 Kandidatin des Zentralkomitees der SED, schied aber nach einer kritischen Rede aus dem Gremium aus. 1974 wurde sie Mitglied der Akademie der Künste der DDR, von 1981 an auch Mitglied der gleichnamigen Akademie in Westberlin. 1976 war sie Mitinitiatorin des Protestes gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Sie hatte Reisefreiheit in der DDR und konnte von 1978 an Gastvorträge in der Bundesrepublik, Italien, Schottland, der Schweiz und den USA halten.

1983 erschien ihre Erzählung Kassandra, die vom Geschlechterkonflikt handelt und die sie zur gesamtdeutschen Autorin machte. Es war ihr größter internationaler Erfolg. 1987 wurde sie noch mit dem Nationalpreis 1. Klasse der DDR ausgezeichnet. Zwei Jahre später, im Juni 1989, trat sie aus der SED aus – fünf Monate vor dem Mauerfall.

1990 veröffentlichte sie die Erzählung Was bleibt, die stark autobiografische Züge trägt und ihre eigene Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit schildert. Dieser Band löste eine Diskussion über die Mitschuld der Intellektuellen an den menschenfeindlichen Zuständen in der DDR aus. Christa Wolf wurde im Westen als "Heuchlerin" und "Staatsdichterin" angegriffen. Sie zog sich aus der politischen Öffentlichkeit zurück.

Das Jahr 1993 brachte eine weitere Zäsur. Christa Wolf bekannte, von 1959 bis 1962 informelle Mitarbeiterin der Stasi gewesen zu sein. Sie selber veröffentlichte die Akte, welche diese Zeit behandelte.Insgesamt hat Christa Wolf über dreißig Werke, Hörspiele und Filmbücher geschrieben. 1996 erschien der Roman Medea, in dem sie wie bei Kassandra eine Gestalt der antiken Sagenwelt für sich sprechen lässt.

Im Jahr 2003 erschien ihr Buch Ein Tag im Jahr – ihre Tagesprotokolle jeweils des 27. September der vergangenen Jahrzehnte