Als die Bundesregierung 1999 das rheinische Provisorium Richtung Berlin verließ, malten die Bonner Stadtväter und Wirtschaftsvertreter die Zukunft ihrer Kommune in den düstersten Farben: Tausende leere Büros, Restaurants ohne Gäste, sinkende Kaufkraft. Eine ungerechtfertigte Prognose, wie die Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein Sieg jetzt auf ihrer eigenen Internet-Seite eingestehen. Von einem segensreichen Strukturwandel seit dem Politikerexodus ist nun die Rede, von einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen und Bürger. Stolz verweisen die IHKler darauf, inzwischen auf Platz vier beim deutschlandweiten Städtevergleich eines namhaften Wirtschaftsmagazins zu liegen. Und auch das Einwohnermeldeamt hat Grund zur Freude. Trotz des Wegzuges von Tausenden Beamten und deren Familien wuchs die Bonner Einwohnerzahl um 11,3 Prozent.