Deregulierung und Liberalisierung schaffen Jobs - so eine Behauptung, die oft wiederholt, dadurch aber nicht in jedem Fall richtig wird. Anfang der Woche sagte Gerd Eickers, Präsident des Verbandes VATM, in dem die Konkurrenten der Deutschen Telekom organisiert sind, dass seit Beginn der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes mehr als 50 000 neue Arbeitsplätze entstanden seien. Diese hätten den Rückgang bei der Telekom mehr als wettgemacht. Wie das? Bei der Telekom gingen seit Anfang der neunziger Jahre durch Privatisierung und Marktöffnung hierzulande rund 100 000 Jobs verloren. Laut Manager-Magazin sollen bis 2008 unter Umständen sogar noch weitere 45 000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Also fast so viele, wie von den Wettbewerbern bisher geschaffen wurden.

Bei seinem Blick zurück bezieht sich der VATM nur auf die Zahlen der Bundesnetzagentur seit 1998, dem Jahr der Marktöffnung. Aber selbst die zeigen auf den zweiten Blick, dass die privaten Telefongesellschaften den Arbeitsplatzverlust bei der Telekom nicht kompensieren. 1998 arbeiteten fast 222 000 Menschen in der Branche. Ende vergangenen Jahres waren es, oberflächlich betrachtet, zwar fast 223 000. Doch darin enthalten sind auch jene Mitarbeiter der Telekom, die ihren Arbeitsplatz verloren hatten und in der Beschäftigungsgesellschaft Vivento geparkt waren. Und das betraf immerhin fast 19 000 Menschen.