dossier Bei mir dauert alles sehr lange

15 Jahre nach dem Ende der deutschen Teilung – ein Gespräch mit der Schriftstellerin Christa Wolf über Heimat, das Vergessen und die Wirkung von Goethe

DIE ZEIT: Wie beurteilen Sie die Bundestagswahlen?

Christa Wolf: Ich finde, dieses Wahlergebnis porträtiert das Land, wie es sich im Augenblick selbst sieht: Die Deutschen sind ratlos.

ZEIT: Sie schreiben seit vielen Jahren immer am 27. September ein ausführliches Tagesprotokoll. Was haben Sie diesmal notiert? Ist es wegen der Wahl besonders politisch ausgefallen?

Wolf: Seien Sie nicht so neugierig! Ich habe Zeitung gelesen und habe mich mit politischen Meldungen auseinander gesetzt, besonders mit denen, die den Ausgang der Wahlen betreffen, der mir ziemlich genau der Lage zu entsprechen scheint, in der dieses Land sich befindet: matt gesetzt.

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ZEIT: Frau Wolf, wir bleiben neugierig. Auf dem Regal neben Ihrem Schreibtisch steht ein Foto von Heinrich Böll. Haben Sie verstanden, warum sich Böll ein Leben lang an der Bergpredigt orientiert hat?

Wolf: Absolut. Böll hat zu mir gesagt, wer einmal Katholik war und wer einmal Kommunist war, der wird das nie wieder los.

ZEIT: Sagte er das mit dem Unterton des Bedauerns?

Wolf: Nein. Als einfache Feststellung.

ZEIT: Sind Sie, sei es auch nur von ferne, ein religiöser Mensch?

Wolf: Nein, wenn damit eine Kirchenreligion gemeint ist.

ZEIT: Nie versucht gewesen, es zu sein, auch nicht in Krisensituationen?

Wolf: Doch, doch. Man sucht schon. Ich bin in einem Elternhaus aufgewachsen, das nicht religiös war. Meine Heimatstadt Landsberg liegt ja in der Neumark, die vom Alten Fritz kolonisiert wurde. Und damit war die Gegend protestantisch, es gab nur wenige Katholiken. Und vor den Katholiken solle man sich hüten, wurde uns immer gesagt, die seien falsch. Als das Datum meiner Konfirmation näher rückte, musste ich vorher natürlich den Konfirmandenunterricht besuchen – bei einem Pfarrer, den ich verabscheute und der uns anscheinend auch verabscheute. Deshalb wollte ich eigentlich überhaupt nicht konfirmiert werden, aber meine Mutter meinte, das könnten wir der Oma nicht antun.

ZEIT: Und nach der Konfirmation …

Wolf: … da war das Thema Religion erst mal für mich erledigt. Nach dem Krieg, als alles, woran ich geglaubt hatte, zusammengebrochen war, habe ich intensiv nach einem neuen Glauben gesucht, zunächst in der Kirche. Später – ach, wissen Sie, es gab einfach zu vieles, was mir nicht einleuchtete: die unbefleckte Empfängnis Marias zum Beispiel oder die Auferstehung von den Toten. Das erschien mir zu irrational.

Berlin-Pankow, am Amalienpark – der Weg zu Christa Wolf führt durch ein Treppenhaus mit rotem Teppich hinauf in den ersten Stock eines Mehrfamilienhauses: ihre Wohnung seit Mitte der achtziger Jahre. Hier lebt sie zusammen mit ihrem Mann Gerhard Wolf, Schwarzweißfotos an den Wänden erinnern an die Kinder und Enkelkinder. Das Arbeitszimmer der Schriftstellerin liegt am Ende des Flures, der Schreibtisch mit dem Computer steht direkt am Fenster, beim Blick nach unten sind die Gärten der Nachbarhäuser zu sehen, beim Blick nach oben die Flugzeuge im Landeanflug auf Berlin-Schönefeld. Die Eichenregale mit den Büchern reichen bis zur Decke, sortiert nach Themen, hier die deutsche, dort die russische Literatur, etwas weiter die Lexika, die ersten Krimis.

Ihre Antworten sind druckreif. Möglichst präzise möchte sie sein, sagt sie während des Geprächs, deshalb liegen neben ihrer Teetasse Stift und Block. Für den Fall, dass sie sich nicht erinnert, sie etwas nachreichen muss. Aber sie erinnert sich. Die Seiten bleiben leer bis zum Schluss.

ZEIT: Einer Ihrer langjährigen Freunde ist Max Frisch gewesen. Wie haben Sie ihn kennen gelernt?

Wolf: Bei einer mehrtägigen Dampferfahrt auf der Wolga, 1968. Eine Veranstaltung zu Ehren von Maxim Gorkij. Künstler aus aller Welt waren dazu eingeladen. Ich weiß noch gut, wie Max Frisch auf mich zukam und sich mir vorstellte. Er rechnete offenbar damit, dass auch Ingeborg Bachmann an Bord sei; wie sich herausstellte, war sie aber nicht gekommen. Ich habe das zu jener Zeit gar nicht richtig verstanden, die persönliche Geschichte der beiden kannte ich nicht. Wie ich später erfuhr, wäre es die erste Begegnung nach ihrer Trennung gewesen.

ZEIT: Also ging es recht harmonisch zu?

Leser-Kommentare
  1. Die überaus interessanten Artikel im Deutschlandteil der ZEIT lassen ein grosses Spektrum erkennen, das in diesem Land zu integrieren ist. Der aktuelle Stau in der Politik, aber auch in den Köpfen der Intelligenz braucht vieleicht einen frischen, tieferen, komplerxeren und integralen Zugang zur Wirklichkeit.

    In der deutschen Ausgabe der Zeitschrift "What is Enlightenment? " gibt es hierzu einen Artikel mit dem Titel:

    Quo vadis, Deutschland?

    Autoren sind Dorothea Zimmer aus Deutschland und dr Don Beck aus USA, dem massgeblichen Vertreter von Spiral Dynamics Integral. Hier der Artikel:

    Quo Vadis

    Eine Perspektive für erweiterte Denk- und Handlungsräume
    von Dorothea Zimmer und Don E. Beck

    "Ich liebe dieses Land!", sagte Bundespräsident Horst Köhler in
    seiner Antrittsrede 2004. Niemand lachte oder zog die
    Augenbrauenhoch.

    Beyond Petroleum (vormals British Petrol) schaltet ganzseitige
    Anzeigen mit diversem "Deutschem", u.a.:

    Johann Wolfgang von Goethe ... Sauerkraut ... Fräuleinwunder ...
    Amtsschimmel ... Albert Einstein ... Semper Oper ... Bertold
    Brecht ... Eiche ... Gretchen ... Gebrüder Grimm ... Siegfried ...
    Rosa Luxemburg ... Johannes Gutenberg ... Loreley ... Mauerfall ...
    Otto von Bismarck ... Pellkartoffel ... Gartenzwerg ... Immanuel
    Kant ... Ostfriesennerz ... Albrecht Dürer .. Brezeln ...
    Mülltrennung ...

    Darunter steht: "Wir sind gerne hier."

    Nach Jahrzehnten ist Deutsch-Rock auf einmal wieder ziemlich cool.

    Führende Politiker diskutieren über die Notwendigkeit einer deutschen
    Leitkultur und deutscher Tugenden. Deutschtümelnde Neonazis sitzen im
    sächsischen Landtag.

    Hat das eine mit dem anderen etwas zu tun? Bewegt sich Deutschland in
    eine Regression–zurück zu Nationalismus, Extremismus, einer immer
    stärker sich polarisierenden Gesellschaft? Oder ist es auf dem Weg,
    etwas zu suchen, das ihm verloren gegangen ist, etwas, das es
    benötigt, um weiter gehen zu können?

    60 Jahre nach dem Sieg über das Naziregime und 16 Jahre nach dem Fall
    der Mauer sind die Fragen danach, wie wir arbeiten, wie wir
    zusammenleben, wie wir lernen drängender, tiefer und vitaler denn je.
    Sie berühren die existenziellen und spirituellen Grundlagen unserer
    Identität als Mensch, als Nation, als Gesellschaft und als
    verantwortliche Mitspieler in einer zutiefst fragmentierten und
    gleichzeitig voneinander abhängigen und miteinander verbundenen Welt.

    Im Moment sieht es so aus, als ob Deutschland den Rückwärtsgang
    einlegen will. Rückwärts, weil keine der Parteien über einen
    überzeugenden und tragfähigen Zukunftsentwurf für Deutschland
    verfügt, der der Komplexität der politischen, ökonomischen, sozialen
    und gesellschaftlichen Herausforderungen angemessen wäre. Was ihnen
    nicht einfach vorzuwerfen ist. Wir leben in Zeiten großer
    Umwälzungen, denen mit den ideologischen Konzepten, praktischen
    Modellen und idealistischen Vorstellungen des 20. Jahrhunderts nicht
    mehr begegnet werden kann. Und wenn die Lage sich verschärft und die
    allgemeine Verwirrung zunächst einmal zunimmt, machen sich Demagogen,
    Vereinfacher, Extremisten und Fundamentalisten ebenfalls wieder auf
    die Socken. Wir sehen auch sie schon gut unterwegs.

    Im Einstein-Jahr 2005 bringt jedoch wenig unsere Lage so auf den
    Punkt wie die Aussage des tiefsinnigen Physikers: "Wir können
    Probleme nicht mit dem gleichen Denken lösen, das diese Probleme
    erschaffen hat."

    Die Frage ist: Haben wir die Ressourcen, die einen qualitativen
    Sprung in neues Denken, eine neue Existenzebene ermöglichen? Wenn ja,
    welche sind es und wie mobilisieren wir sie? Oder was hält uns
    zurück? Und was heißt Neues Denken–eines, das Ordnung im Chaos,
    Einfachheit im Komplexen, Zusammenhänge in den Fragmentierungen und
    die tieferen dynamischen Kräfte, die das Denken, Handeln und die
    Identität in Individuen und ganzen Kulturen formen, erkennt?

    Mit einer neuen Perspektive entdecken wir die tieferen Muster der
    menschlichen Psyche, die Wertesysteme, die dem Verhalten und der
    Entwicklung auf den verschiedenen Ebenen des Seins und Zusammenseins
    von Menschen zugrunde liegen. In Spiral Dynamics integral, einem der
    präzisesten Modelle kultureller Entfaltung, waren diese Wertesysteme
    und Entwicklungscodes, die unsere "kulturelle DNA" ausmachen,
    erforscht. Zur besseren Verständigung wurden die einzelnen Ebenen mit
    Farben benannt.

    Der Schlüsselgedanke ist: Menschen, Kulturen und Subkulturen, ganze
    Nationen tanzen auf verschiedenen Ebenen psychosozialer Evolution,
    setzen unterschiedliche Prioritäten in ihren Wertesystemen, haben
    verschiedene Werte-Memes als Schwerpunkt. Sie sind alle miteinander
    verwoben in einem sich entfaltenden globalen Gewebe, einem gewaltigen
    lebendigen Körper, der sich seiner selbst gerade erst bewusst zu
    werden beginnt. Und sie emergieren aufeinander folgend, nicht in
    starrer linearer Form, sondern wie das Leben eben ist: vorauseilend,
    zurückweichend, Umwege suchend, spielerisch, manchmal rücksichtslos
    und brutal Lektionen fordernd, mäandernd, tanzend. Aber einer inneren
    Dynamik und Ordnung folgend, in der nach jeder ausdifferenzierten
    Stufe eine neue auftaucht mit ständig höherer Komplexität und
    Quantensprüngen. Inmitten des größten Quantensprungs unserer
    Geschichte bewegen wir uns offenbar jetzt vom Reich der Notwendigkeit–
    Beige bis Grün–in ein Reich der wirklichen Möglichkeiten–ab Gelb.
    (Zur weiteren Information über Spiral Dynamics integral siehe auch
    www.wie.org/spiral)

    Zur Kunst, die mentalen, spirituellen, sozialen und kulturellen
    Herausforderungen unseres Jahrhunderts zu meistern, gehört
    wesentlich, den natürlichen Fluss dieser Evolution zu erkennen, zu
    verstehen, was sie blockiert und wo eine krankhafte Entwicklung, ein
    Zuviel oder Zuwenig, Konflikte, Krisen und Kriege produziert, welche
    natürliche nächste Stufe ansteht und was sie zu ihrer optimalen
    Entfaltung braucht.

    Was heißt das für Deutschland? Zum Beispiel:

    Jahrzehntelang waren die Deutschen gerne Bayern oder Niedersachsen,
    Frankfurter oder Berliner. Im Osten waren sie Bürger der DDR. Deutsch
    zu sein war nicht in. Nationale Gefühle galten als nationalistischer
    Mief von gestern. Progressiv sein hieß, mindestens Europäer oder
    Weltbürger zu sein.

    Doch in diesem Land, das–vielleicht–damit beginnt, sich von seinen
    Schuldgefühlen für die Zeit des Faschismus zu befreien und
    Verantwortung dafür an deren Stelle zu setzen, scheint auf einmal
    etwas zu fehlen. Es fehlt eine Ebene zwischen der
    geografisch/kulturellen Identität als Münchner und Weltbürger, die in
    der Tradition dieses Landes wurzelt, ihrem Licht und ihrem Schatten,
    ihrer Sprache und ihrer Geistesgeschichte.

    Und es fehlt ein tragfähiger Zukunftsentwurf für dieses Land, ein
    Modell Deutschland, das einen Rahmen für das Miteinander seiner 80
    Millionen Menschen bietet–auch denen, die aus anderen Kulturkreisen
    zu uns gekommen sind–, der sowohl fordert als auch fördert,
    gleichzeitig visionär genug ist, um Kopf und Herz zu begeistern, und
    doch fest in der Wirklichkeit gegründet ist. Ein Modell Deutschland
    für die eigene Identität und Entwicklung, weniger für den Rest der
    Welt.

    Beste Grüße aus Berlin,

    Albert Klamt

  2. Ein notwendiges und gutes Gespräch - nur die Flugzeuge die über den Amalienpark fliegen oder ihn startend überqueren - die kommen von bzw. fliegen nach Tegel.
    Schönefeld und die dortigen Anflugrouten - eine ganz andere Geschichte !

    • spa
    • 04.10.2005 um 12:55 Uhr
    3. Tegel

    Pankow liegt zwar im Osten (besser im Nordosten), aber die Flugzeuge fliegen vom bzw. zum Westflughafen, also Tegel.

    • MCVFFO
    • 04.10.2005 um 0:34 Uhr

    Als "Kind der DDR" (heute Ü 50) kann man den Worten von Christa Wolf besonders gut folgen und findet die Realität und Objektivität der Einschätzungen zu bestimmten Dingen, Erscheinungen und Prozessen in der DDR in jedem Wort über die Jahre verstreut exakt konkret - historisch sauber fixiert wieder.
    Es tut mental richtig gut, diese Zeilen zu lesen. Es hat etwas mit gesellschaftlichem Niveau und Kultur im Umgang miteinander und zu Problemen zu tun.
    Ich würde mich freuen, wenn die Grundzüge dieses Interview zum Denk- und Handlungsmaßstab für viele deutsche Journalisten und Politiker würden. Wir kämen in Deutschland schneller voran, weil wir uns nicht belügen würden und müssten. Manipulation wäre total ausgeschalten! Nicht nur Intellektuelle würden das gesprochene oder geschriebene Wort sofort verstehen und für die Gesellschaft nützliche Taten folgen lassen. Patriotismus würde wie von selbst geboren und sich entwickeln. Bis ins kleinste Dörfchen Deutschlands (auch im Altgebiet) gebe es den von Roman Herzog erbetenen "Ruck"!
    Im Innersten fühlte ich beim Lesen des Interviews, so war die "DDR" in Grundzügen angedacht. So real erlebte und lebte ich es selbst weite Strecken. Natürlich konnte man oft vieles nur mit Schmerzen, wie bei einer Geburt, schaffen. Aber das ist im Leben schon Jahrtausende so! Es ist kein typisches DDR-Problem. Es wird nur der DDR zugeschrieben.
    Letztlich sind wir, damit meine ich die DDR und die BRD, an dem gescheitert, was Christa Wolf aufzeigte.

    Die einmaligen Chancen der Zusammenführung von dem jeweils BESTEM aus beiden deutschen Landen haben wir bei der (Wieder-) Vereinigung (was für ein schönes Wort mit total falschem realem Inhalt) 1990 vertan.
    Utopie an sich würde ich ausschalten! Utopieäußerungen in einigen Fragen zustimmen!
    Tatsächlich waren die DDR - Fehler der späten 60ziger und ersten 70ziger Jahre des vorigen Jahrhunderts die entscheidenden für das Ende der "Idee der DDR" und der Beginn für die freie Entfaltung der neuen gewaltigen Gefahren des 21. Jahrhunderts. War dazu die DDR tatsächlich nicht zu klein, wirtschaftlich eigentlich zu schwach! Haben sich die sozialistischen Staaten nicht insgesamt bei ihrem sozialen Verhalten der unterentwickelten Welt gegenüber - total übernommen? Kuba, Vietnam, Angola, Afghanistan, Namibia ... und waren sie dabei nicht selbst noch Entwicklungsgebiete wie Rumänien, Bulgarien und die anderen nicht auch noch. Waren nicht auch Teile des Riesenreiches UdSSR noch im niedrigsten Entwicklungsstadium.

    Vergangenheit wird und muss von uns Menschen immer real bewerten werden. Wer die Vergangenheit vergisst oder falsch interpretiert, schaufelt sich sein eigenes Grab. (Schaufeln wir nicht schon dran?)

    Schade, dass nicht mehr aus dieser "DDR" kritisch in die Neuzeit übernommen wurde, sondern auf der Basis des Grünen - Pfeil - Niveaus herumgewurstelt wird.

    Schlimmer noch ist die Missachtung des Menschen an sich.
    Arbeitslosigkeit ist Missachtung der Menschen. Nicht nur da war die DDR glaube ich fortschrittlicher, sogar besser als der Rest der Welt!

    Angela Merkel, damals zu DDR-Zeiten in Berlin - Adlershof in Zukunftsideen der Menschheit eingebunden, muss es ja wissen!

    Vergleicht man Bill Gates , der in einer Garage anfing, mit Angela Merkel, die bereits in einer staatlich subventionierten warmen "Baracke" mit bester subventionierter Technik bei pünktlichster Gehaltszahlung nach kostenlosem Studium "frei vom Lebensdruck" forschte und experimentierte, müsste Deutschland trotz Globalisierung in wenigen Jahren wieder den 1. Platz im Weltmaßstab in allen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereichen bei höchster Zufriedenheit aller Bürger einnehmen.

    Schaun ma mal!

    Danke Christa Wolf. Danke Hanns-Bruno Kammertöns und Stephan Lebert

    • Larix
    • 09.10.2005 um 22:40 Uhr

    Frau Wolf ärgert sich, weil sie "die Abqualifizierung der DDR einzig unter dem Begriff Diktatur als zu undifferenziert empfand". Vergisst Frau Wolf da nicht, dass auch in der DDR eine große Zahl von Menschen ermordet oder gefoltert und zu Krüppeln misshandelt worden sind? Zumindest für die Opfer der DDR war das alles Bestimmende in ihrem Leben die DDR als Diktatur! Narürlich hat der größte Teil der DDR Bürger ein normales Leben geführt (wie die meisten Bürger in Diktaturen), aber verblasst dies nicht angesichts der im Namen des Staates verübten Greueltaten zur Nebensache? Von einer Schriftstellerin, die sich selbst auch versucht hat als Opfer darzustellen, hätte ich ein differenzierteres und den wirklichen Opfern Respekt zollendes Urteil erwartet.

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