dichter am ball: König Fußball
Ein Akrotischon-Sonett, verfasst in der dunklen Zeit des Schiedsrichterskandals
Kam einst so stolz daher in Purpurfarben!
Ohn' allen Makel Szepter, Kugel, Krone.
Erhobnen Hauptes saß er auf dem Throne
Nach Herrscherart. Auf seinen Wink erstarben.
Im ganzen Lande Handeln, Streben, Hasten.
Gemeinsam ging das Riesenheer Getreuer
Für seinen König samstags durch das Feuer
Und fieberte in Stadien, vor dem Kasten.
Stark schien das Glück. Und musste doch enteilen,
Seit schnöde Schiris, Geier unter Tauben,
Brutal auf Ehrlichkeit und Fairness pfiffen.
Aufklagend hat das Fußballvolk begriffen:
Land unter! Mit ihm Königstreu und Glauben.
Läßt Zeit den Schlag vernarben? Gar verheilen?
Dieses und weitere Fußball-Gedichte werden im Radioprogramm NDR Kultur dienstags und donnerstags jeweils um 10:45 Uhr und um 19.25 Uhr ausgestrahlt. Die gesammelten Fußballgedichte können Sie auch unterwww.ndrkultur.de/fussballgedichte anhören.








Das Sonett ist - beim "Altmeister" kein Wunder - ganz hervorragend, aber leider ist wohl irgendwo bei der ZEIT das Wort "Akrostichon" ein wenig unter die Räder (oder den Fußball) gekommen. Wenn Fußballspieler ihre Positionen wechseln, verwirrt das die Gegner, bei Buchstaben sind die Leser die Opfer.
Passt nicht ganz zur Zeit!
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