Hohes Wirtschaftswachstum und eine vielerorts größere Gleichheit bei der Verteilung der Einkommen haben dazu geführt, dass in den Staaten Osteuropas und den Nationen der ehemaligen Sowjetunion die Zahl der extrem Armen stark gesunken ist. Nach einer Studie der Weltbank mussten dort im Jahr 2003 rund 40 Millionen Menschen weniger als 1998 mit einem Einkommen von unter zwei Dollar pro Tag auskommen. Die an dieser Einkommensgrenze gemessene Armutsrate sank damit von 20 auf 12 Prozent.

Die zahlenmäßig größten Fortschritte bei der Bekämpfung der Armut gelangen dabei in Kasachstan, Russland und der Ukraine. Im EU-Mitgliedsland Ungarn gab es 2003 praktisch keinen Menschen mehr, der von weniger als zwei Dollar am Tag leben musste. Entgegen dem Trend blieb die Armutsrate in Litauen aber gleich, in Polen stieg sie sogar an. Verantwortlich dafür, so die Weltbank-Studie, seien vor allem die geringen Chancen der Armen auf einen Arbeitsplatz. Zudem hat in Polen auch die Ungleichheit in der Einkommensverteilung weiter zugenommen.

Trotz der Verbesserungen leben in den von der Studie untersuchten Ländern nach wie vor 60 Millionen Menschen in extremer Armut, weitere 150 Millionen haben ein Einkommen von nicht mehr als etwa vier Dollar pro Tag. Um ihnen zu helfen, müsse vor allem Arbeit geschaffen werden, schreiben die Weltbank-Autoren. Die dafür notwendigen Wachstumsraten lägen allerdings weit über denen, die gegenwärtig prognostiziert würden - auch in den neuen Mitgliedsländern der Europäischen Union.