Sexuell übertragbare Infektionen rufen zunächst häufig nur schwache oder gar keine Symptome hervor, dafür umso mehr Scham. Diese heimtückische Kombination hält viele Erkrankte davon ab, zum Arzt zu gehen. Die Spätfolgen sind mitunter dramatisch. Einige Infektionen führen zu chronischen Beckenentzündungen und Unfruchtbarkeit oder begünstigen die Entstehung von Krebs. Zudem können viele Erreger bei der Geburt auf das Kind übergehen und lebensgefährliche Erkrankungen auslösen. Auch als Ursache von Frühgeburten sind manche Erreger in der Diskussion. Darüber hinaus erleichtern viele Geschlechtskrankheiten die Übertragung von HIV. Groß ist die Gefahr in Risikogruppen, in denen oft mehrere Viren und Bakterien gleichzeitig kursieren.

Weit verbreitet ist das Herpes simplex-Virus Typ 2, der Herpes genitalis verursacht. Das Robert-Koch-Institut stellte 1998 in den alten Bundesländern bei 13 Prozent der Bevölkerung Antikörper gegen das Virus fest, in den neuen Ländern bei 16 Prozent. Wird der Erreger bei der Geburt übertragen, kann dies für das Kind lebensbedrohlich sein.

Bis zu 300 000 Deutsche infizieren sich jährlich mit Chlamydia trachomatis.

Die bakterienähnlichen Mikroben können Entzündungen der Harnröhre, des Gebärmutterhalses, der Eileiter, der Nebenhoden sowie chronische Beckenentzündungen auslösen. Verkleben dabei die Eileiter, droht Unfruchtbarkeit. Etwa 100 000 Frauen in Deutschland sind davon betroffen.

Ähnliche Spätfolgen kann die Gonorrhö haben. Mit dem Bakterium Neisseria gonorrhoeae infizieren sich nach Schätzungen 25 000 bis 35 000 Deutsche im Jahr.

Folge der am häufigsten sexuell übertragenen Virusinfektion sind Genitalwarzen. Sie werden von humanen Papilloma-Viren verursacht.

Verschiedene Typen dieser Viren können außerdem Krebs auslösen.