Als Filmverleiher und DVD-Produzent gehört Michael Kölmel 1998 zu den Stars am Neuen Markt. Bis seine Kinowelt Medien AG im Jahr 1999 ein Filmpaket in Hollywood kauft, aber die privaten TV-Senderfamilien beschließen, den Unternehmer nicht mehr als Zwischenhändler zu dulden. Sie nehmen ihm keine Filme mehr ab, was die wichtigste Ursache für die spätere Insolvenz der Kinowelt im Jahr 2001 ist.

Nicht ganz ein Jahr später erhebt die Staatsanwaltschaft in München Anklage gegen Kölmel, weil dieser die anderen Kinowelt-Aktionäre um 22,8 Millionen Euro geprellt haben soll. Tatsächlich hatte er kurz vor der Pleite hohe Zahlungen an Geschäftspartner, an Firmen im Umfeld der Kinowelt und an sich selbst angewiesen. Die meisten Vorwürfe erweisen sich später als unhaltbar; doch in vier Fällen kommt es 2004 zur Verurteilung wegen Untreue, was Kölmel bis heute nicht akzeptiert. Der Bundesgerichtshof wird das Urteil in Kürze überprüfen.

Kölmel selbst ist wieder im Filmgeschäft, seit er Teile der alten Kinowelt aus der Insolvenzmasse zurückgekauft hat.Goh