Während in Deutschland noch über die Zukunft von Bundeskanzler Gerhard Schröder gerätselt wird, weiß man in Russland offenbar schon mehr: In Moskau wird der Sozialdemokrat als zukünftiger Berater beim Staatskonzern Gasprom gehandelt. Der hat sich durch den Kauf der Ölfirma Sibneft gerade zum Energiegiganten von Weltformat gemausert.

Über die neue Lebensplanung des deutschen Spitzenpolitikers - das jedenfalls wollen verschiedene russische Medien aus nicht näher genannten diplomatischen Kreisen erfahren haben - sei während des Geburtstagsbesuches beim russischen Präsidenten Wladimir Putin am vergangenen Freitag in St. Petersburg gesprochen worden. Da passt es hervorragend, dass an der Spitze von Gasprom ein enger Vertrauter Putins sitzt.

Zwar lehnt das Unternehmen bisher jeden Kommentar ab. Doch zitiert die Moscow Times den Chefstrategen der Gasprombank, Sergej Suwerow, der einen Beratervertrag Schröders bei dem Energiekonzern nicht für abwegig hält. Das Verhältnis zwischen dem Bundeskanzler und Putin sei bekanntermaßen sehr eng, und zudem hätten Russland und Deutschland erst vor kurzem mit Schröders Segen den Vertrag über eine gut vier Milliarden Euro teure Gaspipeline unter der Ostsee nach Greifswald unterzeichnet.

Wenn auf die russische Gerüchteküche halbwegs Verlass ist, könnte der baldige Exkanzler seinem Kreml-Freund in ein paar Jahren auch wieder beruflich nahe sein: Dem russischen Präsidenten, der nach dem Ende seiner Amtszeit 2008 nicht mehr kandidieren darf, wird in Moskau nachgesagt, er wolle dann auf den Chefposten von Gasprom wechseln.