Energie Parkplatz für ElektronenSeite 5/5
In den Laboratorien der Energietechniker wird derweil an neuen Speichermöglichkeiten gearbeitet. Superkondensatoren, Batterieanlagen, supraleitende Magnetfelder oder Schwungräder: Im Kleinen funktionieren diese Technologien bereits (siehe Kasten). Doch für energiewirtschaftlich relevante Strommengen sind sie zu teuer und noch nicht ausreichend entwickelt.
Von allen Speichermöglichkeiten scheint die Druckluftspeicherung die kostengünstigste zu sein. Während die Energieversorger in Deutschland mit dem Bau solcher Speicher noch zögern, weil sie abwarten wollen, wie sich der Windenergiemarkt tatsächlich entwickelt, werden in den USA bereits mindestens zehn neue Druckluftkraftwerke geplant. Das größte Projekt in Norton, Ohio, wird zehnmal so groß sein wie die Anlage in Huntorf und doppelt so viel elektrische Leistung speichern wie ein Atomkraftwerk.
Die Amerikaner haben dabei allerdings weniger die Einspeisung »grüner« Energien im Sinn als eine Verbesserung der Versorgungssicherheit. Norton liegt nur wenige Meilen vom Ausgangspunkt des großen Stromausfalls im Sommer 2003 entfernt.
Martin Pehnt ist Energie-Experte am Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg
- Datum 12.01.2008 - 11:55 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT 20.10.2005 Nr.43
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Ich würde gerne wissen, was es bedeutet, wenn das "größte Projekt in Norton, Ohio, doppelt so viel elektrische Leistung speichern" kann "wie ein Atomkraftwerk": Heisst dies, dass es die Leistung eines Atomkraftwerkes (welches) 2 Stunden lang bringt und dann leer ist?
Gruss
A.Goetz
Die Angabe ist nur etwas unglücklich formuliert. Leistung in kilowatt oder Megawatt läßt sich garnicht speichern. Was z.B. in der Luftkammer von Huntorf gespeichert wird, ist Energie. gleichbedeutend mit Arbeit, gemessen in kilowattstunden. Wenn der Luftspeicher die Turbinen antreibt und elektrische Energie liefert bis die Luft alle ist, genauer, wenn sie keinen Druck mehr hergibt, dann hat der Speicher einen bestimmte Anzahl von kilowattstunden geliefert. Danach muß er wieder neu aufgefüllt werden.
Die maximale Leistung der Turbine (und dem daran angeschlossenen Generator)entscheidet nur darüber, wie lange die Anlage laufen kann, ehe die Luft im Speicher verbraucht ist. Das Atomkraftwerk liefert ja seine Energie solange, wie die Brennstäbe Wärme hergeben.syrakus
die geplante Anlage in Norton soll die Leistung eines großen Atomkraftwerks haben. Diese Leistung kann aber nur über einen Zeitraum von Stunden bis wenigen Tagen abgegeben werden, da dann "die Luft raus ist aus dem Speicher"
Links zum Thema Energiespeichertechnologien:
http://www.electricitysto...
http://www.doc.ic.ac.uk/~...
http://www.en-o-de.com
Zitat ESA: "NaS battery technology has been demonstrated at over 30 sites in Japan totaling more than 20 MW with stored energy suitable for 8 hours daily peak shaving. The largest NaS installation is a 6MW, 8h unit for Tokyo Electric Power company."
Was in Deutschland als zu teuer und nicht ausgereift gilt, haben andere schon längst in Betrieb - daher wohl die Bezeichnung Wirtschafts-stand-ort für uns!
Gruß Skarrin
Wenn wir schon beim Erklären sind:Warum ist es wirtschaftlich, 1,6 KWh Gasenergie plus 0,9 KWh Stromenergie einzusetzen, um 1 KWh Strom zu erzeugen?GUD-Kraftwerke sind so ausgereift, dass sie ohne großes Brimborium (Salzausspülungen, Wärmebelastung, Pumpen,Turbinen ff) aus 1,6 KWh Energie 1 KWh Strom erzeugen - wo ist der Unterschied ?(und dabei spart man noch 0,9 KWh Strom!!)Und wieso wird bedauert, dass Wasserspeicherwerke "40%" Verlust haben?Das ist doch WEIT besser, als Druckluftspeicher!Immerhin wird schon mal zugegeben, dass alle Stromakkumulatoren WEIT mehr Energie verbrauchen, als diese grobschlächtigen Kraftspeicher.(aber warum dann Hybridautos "umweltfreundlich" sein sollen, möge mir bitte auch erklärt werden, wenn wir schon mal dabei sind)Danke im Voraus!
Die Japaner haben also NaS-Batterien für 20MWx8h = 160MWh in Betrieb. Der deutsche jährliche Stromverbrauch beträgt ca. 560TWh, so dass die hochgelobte japanische Batteriekapazität davon also ca. 160MWh/560TWh = 0.00003% speichern kann.Wollte man also in einem weitgehend auf EE umgestellten System auch nur 1% des deutschen Stromverbrauchs auf diese Weise puffern, was in Anbetracht der enormen kurzfristigen und jahreszeitlichen Schwankungen der Wind- und Sonnenenergie sehr bescheiden ist, so müsste man etwa das 35000-fache der japanischen Kapazität aufstellen. NaS-Batterien erreichen in der Praxis ungefähr 100Wh/kg, somit wären das ca. 56 Millionen Tonnen Material.Andere Leute als Skarrin können offensichtlich nachvollziehen, das sich solche Ideen nur in seltenen Sonderfällen rechnen. Daher gibt es heute weltweit nur einen einzigen Hersteller für NaS Puffer-Batterien: NGK Insulators, Japan.
diese 56 Mill. t Material müssen ständig auf Betriebstemperatur 300° warmgehalten werden (jedes Abkühlen verkürzt die Lebensdauer).Und selbst dann ist jeder NaS-Akku nach ca. 3000 mal Auf- und Entladen Sondermüll.(immerhin richtig viel Sondermüll)
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