Telekommunikation Ruf doch mal an!Seite 2/2

Marktauguren rechnen damit, dass bald auch große Einzelhändler wie Aldi, Lidl, Wal-Mart oder das Möbelhaus Ikea ins Geschäft einsteigen werden. Und die Fachleute zweifeln nicht daran, dass die neuen Strategien ihre Wirkung zeigen werden. So prognostizieren die Marktforscher von Dialog Consult für dieses Jahr ein Wachstum von fast 17 Prozent beim Gesprächsvolumen. Keine Frage: Das spült Geld in die Kassen; jedenfalls erst einmal.

Weil der Preiskampf aber weitergehen wird, fürchtet die Investmentbank Credit Suisse First Boston trotz des wachsenden Verkehrsaufkommens bereits eine »Erosion der Umsätze pro Kunde«. Auch Philipp Geiger von der Managementberatung Solon prophezeit, dass der Umsatzverfall »nicht zu stoppen sein wird«. Erst mittelfristig, so seine Einschätzung, könnte sich der Trend wieder umkehren.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Handybesitzer künftig nicht nur telefonieren, sondern beispielsweise via Funk noch mehr Klingeltöne oder Musik einkaufen, Fotos verschicken oder sogar Fernsehen schauen; mit dem Handy zahlen oder sich Informationen aller Art aus dem Internet besorgen. Tun sie das nicht, wird die Kalkulation für etliche Unternehmen nicht mehr aufgehen.

Vor allem die neuen Anbieter dürften es schwer haben, sich langfristig zu behaupten. Weil sie sich kaum voneinander unterscheiden und nur über den Preis und die Zielgruppen konkurrieren, wird »das Marketingbudget über den Erfolg entscheiden«, sagte Philipp Humm, Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland, jüngst dem Handelsblatt.

Am Ende des Preiskampfes könnten Fusionen und Übernahmen stehen

Für alle, das scheint klar, ist kein Platz auf dem Markt. Selbst für die großen Netzbetreiber wird es eng. So halten sich seit geraumer Zeit Gerüchte, dass die Deutsche Telekom den britischen Mutterkonzern von O2 kaufen könnte. Eine brisante Konstellation.

Die Telekom wäre zwar in der Lage, ihre Geschäfte in Großbritannien auszubauen. Weil aber das Kartellamt die Übernahme des deutschen Ablegers O2 sicher nicht genehmigte, könnte der – beispielsweise – an den niederländischen Telekommunikationskonzern KPN weitergereicht werden. Dem aber gehört bereits E-Plus. Somit müsste dann – vorausgesetzt, die Wettbewerbshüter ließen diese Fusion passieren – zusammenwachsen, was sich heute noch heftig bekämpft.

Jenseits dieses Monopolys plagen sich die Mobilfunker mit Problemen, die ausgerechnet mit dem ersehnten Wandel des Handys zur Multimedia-Maschine einhergehen. Gerade sahen sich die Netzbetreiber gezwungen, Tausenden von Kunden viel Geld zu erstatten, weil die an Abzocker geraten waren. Vor allem Kinder und Jugendliche hatten versehentlich mit ihrem Handy scheinbar attraktive Dienste wie beispielsweise hausaufgaben.de abonniert. Mit der Handyrechnung kam dann der Schock: Fällig wurden 9,98 Euro. Pro Tag.

 
Leser-Kommentare
  1. ...auch hier gilt:

    Immer am alt bewährten festhalten...!
    Zuviel "Flexibilität" macht labil !

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