DIE ZEIT: Mister Ayres, Sie arbeiten als Hollywood-Korrespondent für die britische Zeitung The Times. Haben Sie heute Morgen schon einen Anruf aus Ihrer Heimatredaktion in London bekommen?

Chris Ayres : Ja, ich sollte mich um eine Geschichte kümmern: Es wurden 2,5 Millionen männliche Fruchtfliegen über Kalifornien ausgesetzt, die man mit Strahlungen sterilisiert hat.

ZEIT: Vor drei Jahren bekamen Sie einen Anruf vom Leiter der Außenpolitik-Redaktion Ihrer Zeitung – mit einem dramatischeren Auftrag.

Ayres: Es war halb sieben morgens, als er mich anrief und fragte: »Chris, willst du in den Krieg?« Ich lag noch im Bett und war gerade mal halbwach, aber wie jeder brave Auslandskorrespondent, der einen Auftrag von seiner Redaktion bekommt, sagte ich zu. Ich legte den Hörer auf, und erst langsam kam der Dialog in meinem Kopf an: Krieg? Ich? Ich hatte wirklich zugesagt. Aus Angst, meinen Chef zu enttäuschen. Ich wurde ein Kriegsreporter, weil ich ein Angsthase bin.

ZEIT: Wie haben Sie sich auf die Zeit im Mittleren Osten vorbereitet?

Ayres: Kurz bevor wir nach Kuwait flogen, schickte mir die US-Armee eine Liste mit Gegenständen, die ich dabeihaben sollte, unter anderem ein Zelt. Ich ging also in ein Geschäft für Campingausstattung in Beverly Hills und kaufte eins. Ich habe es zu Hause im Wohnzimmer aufgebaut, da kam meine Freundin rein und fragte, warum ich ein knallgelbes Zelt mit einem großen roten Kreuz gekauft habe, das in der Dunkelheit leuchtet. Das war mir gar nicht aufgefallen, jetzt war es zu spät. Am nächsten Tag ging mein Flugzeug. Mein Zelt ist die perfekte Wahl, wenn man in den Bergen verloren geht und mit Hubschraubern gesucht wird. Weniger gut ist es in einem Kriegsgebiet, wo Sie von manchen Menschen aus größerer Distanz lieber nicht gesehen wollen. Ich hatte das Zelt die ganze Zeit dabei, aber ich habe es nicht ein Mal aufgebaut.