Wir wollen hier keine Klischees bemühen über das Unterscheidungsvermögen von Frauen etwa bei den Farbtönen von Schuhen oder anderen Kleidungsstücken – aber tatsächlich bestätigt die Wissenschaft, dass die Welt für viele Frauen bunter ist als für Männer, vor allem im roten Teil des Farbspektrums.

Brian Verrelli von der Arizona State University hat ein Gen entdeckt, von dem es 85 Varianten gibt. Dieses Gen steuert die Produktion eines so genannten Opsins – eines Proteins, das in der Netzhaut des Auges die Farbwahrnehmung ermöglicht. Das Gen sitzt auf dem X-Chromosom, und davon haben Frauen zwei, Männer nur eins. Mit hoher Wahrscheinlichkeit bilden Frauen daher zwei unterschiedliche Opsine und haben damit eine differenziertere Wahrnehmung. Und sie leiden wegen des »Ersatzgens« seltener unter Rot-Grün-Blindheit als Männer. Christoph Drösser

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Audio: www.zeit.de/audio