Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, überall zu schlafen. Auch in den kurzen Pausen zwischen den Aufnahmen. Auf dem Boden. Oder im Stehen. Als ich den Film Contact gemacht habe, gab es einen Spezialanzug aus Stahl, in den ich regelrecht hereingeschraubt werden musste. Er war vollkommen starr, und ich konnte mich überhaupt nicht darin bewegen. Es dauerte jedes Mal eine Viertelstunde, rein- oder rauszukommen. Also blieb ich in den Pausen gleich drin. Wenn dann eine Lichtprobe kam oder das Set umgebaut wurde, schlief ich einfach in diesem Stahlanzug. Um mich herum wurde gearbeitet. Dann ging das Licht an, jemand rief: »An die Arbeit!«, und ich war sofort wieder voll da.

Bei Dreharbeiten gönne ich mir diese kurzen Nickerchen häufig. Oft träume ich dann davon, wie ich gerade einen Film drehe. Die Träume handeln nie von dem realen Film, an dem ich gerade arbeite, sondern von einem ganz anderen. Manchmal bin ich darin Schauspielerin, manchmal nicht.

Diese Traumfilme verlaufen so ähnlich wie manche schlechten Science-Fiction-Filme, in denen fürchterliche Dinge passieren – und dann stellt sich heraus, dass eine Person sie nur geträumt hat. Wenn in meinem Traum etwas schief geht, sage ich mir: Es ist doch nur ein Film. Das schneiden wir um. Ich kann immer zurückspulen, die Szene schneiden oder die Aufnahmen austauschen. Als wäre ich bei vollem Bewusstsein – während ich schlafe. Mein Unterbewusstsein arbeitet wie eine Kamera.

Manchmal läuft in den Traumfilmen sogar Musik. Der Soundtrack kommt meistens von U2, es ist wie in einem Wim-Wenders-Film. Sehr oft halte ich in diesen Filmen lange Reden. Häufig habe ich zuvor einen Konflikt durchlebt. Jemand hat einen Fehler gemacht, und ich sage ihm endlich meine Meinung. Und zwar gründlich. Ich sage alles, was ich zuvor zurückgehalten habe, eine richtige Gardinenpredigt. »Du hast gesagt, du würdest dieses und jenes tun. Du hast es nicht getan …« Ich werde dabei sehr deutlich. Das Lustige ist: Ich träume das häufig auf Französisch. Vielleicht hoffe ich ja, dass andere Leute mich in dieser Sprache nicht so leicht verstehen.

Mit drei Jahren fing ich an zu arbeiten. Ich kann mich keiner Zeit in meinem Leben entsinnen, zu der ich nicht gearbeitet hätte. Ich habe keine Erinnerung an mich, bevor ich Schauspielerin wurde. Ich war niemals nicht im Filmgeschäft.

Natürlich ist es merkwürdig, so aufzuwachsen. Man hat nur noch mit der Erwachsenenwelt zu tun. Man kann keinen Fehler machen, ohne dass es jeder sieht. Mit sieben oder acht Jahren hatte ich bereits ein präzises Bild von mir selbst, weil ich mich unter ständiger Beobachtung fühlte. Wenn man als Kind schon so selbstbewusst sein muss, hat alles, was man tut, Konsequenzen. Ich bekam das Gefühl, in meinem eigenen Leben Regie zu führen.