Zeitwertkonten Wie aus Zeit Geld gemacht wirdSeite 2/2
Die Mehrheit der Unternehmen schließt mit dem Betriebsrat eine Vereinbarung, die den Umgang mit Zeitwertkonten regelt. Darin sind typische Fragen geklärt: Welche Gehaltsbestandteile dürfen Mitarbeiter einzahlen, nur das Gehalt aus Überstunden oder auch gewisse Zuschläge oder Boni? Wie wird das Guthaben angelegt? Wofür können Mitarbeiter ihr Kapital später verwenden? Meist beinhalten die Verträge eine Kapitalgarantie, sodass den Kontoinhabern mindestens das eingezahlte Geld sicher ist. »Dieser Punkt ist häufig beiden Seiten wichtig«, berichtet Rupert Klar, Rechtsanwalt der Münchner Kanzlei Sibeth. »Wenn die Geldanlage erfolgreich ist und der Wert des Kontos steigt, kommen die Arbeitnehmer in den Genuss der vollen Rendite.«
Mit der Vermögensverwaltung beauftragen Unternehmen meist eine Fondsgesellschaft. Diese kümmert sich nicht nur um die Geldanlage, sondern auch um die Absicherung der Konten gegen eine Insolvenz des Arbeitgebers. Die Anbieter setzen bei der Geldanlage meist auf so genannte Lebenszyklus-Produkte. Dabei sinkt der Aktienanteil in den einzelnen Portfolios, je älter der Besitzer wird. Stattdessen werden mehr Rentenfonds eingesetzt. Auf diesem Weg will der Anbieter mit steigendem Lebensalter seiner Kunden das Risiko von kurzfristigen Kursverlusten verringern.
Will ein Unternehmen Zeitwertkonten für seine Mitarbeiter einführen, muss es sich zunächst für eine Vorauswahl verschiedener Anlagestrategien entscheiden. »Wir bieten unseren Kunden mehrere Produkte mit unterschiedlichem Chance-Risiko-Profil an«, berichtet Nikolaus Schmidt-Narischkin, bei der Deutsche-Bank-Tochter DeAM für Altersvorsorge-Angebote verantwortlich. Alle Produkte basierten auf Publikumsfonds. Wer auf ein Zeitwertkonto einzahle, könne noch weiter differenzieren, etwa wie hoch die maximale Aktienquote sein solle.
Das Interesse an Zeitwertkonten erwacht nicht nur in großen Konzernen wie Airbus oder Deutsche Telekom. Auch kleine und mittelständische Unternehmen entdecken die neue Form der Altersvorsorge. So hat Euroswitch sein Modell bereits an rund 250 Firmen verkauft – kleine und mittelgroße Unternehmen. Der Anbieter schließt individuelle Vereinbarungen mit einzelnen Mitarbeitern. Auf diesem Weg können Unternehmen zunächst nur einzelne Angestellte an dem Programm teilhaben lassen. »Mit unserem Modell können Unternehmen klein anfangen und das Angebot später auf einen größeren Mitarbeiterkreis ausweiten«, sagt Fehrenbach.
Mit einer kleinen Gruppe von Mitarbeitern hat auch BASF schon begonnen. Der Ludwigshafener Chemiekonzern hat im vergangenen Jahr für seine außertariflich bezahlten Mitarbeiter Zeitwertkonten eingeführt. BASF erhöht jedem Mitarbeiter den Jahresbonus um zehn Prozent und zahlt diesen Betrag auf das neue Konto ein. Derzeit verhandelt der Chemieriese darüber, das Modell auch den übrigen Mitarbeitern anzubieten. Der Grund: Die innovative Altersvorsorge hat sich in der Branche längst herumgesprochen. So berichtet BASF-Personalchef Hans-Carsten Hansen: »Von Bewerbern hören wir immer wieder, dass sie unser Modell der flexiblen Wertkonten höchst attraktiv finden. Wir können uns damit von anderen Arbeitgebern unterscheiden.«
- Datum 13.09.2006 - 10:50 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 27.10.2005 Nr.44
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Wie ist die Situation, wenn ich als Mitarbeiter im Ausland ein Gehalt beziehe, die flexiblen Gehaltsbestandteile aber auf einem deutschen Zeitwertkonto sammeln möchte?
Denn im Ausland (z.B. im Fall einer Entsendung) müssen alle Gehaltszahlungen versteuert werden. In D müsste dann der eingezahlte Teil des ausländischen Gehaltes bei Auflösung des Zeitwertkontos erneut versteuert werden.
Greift hier in irgendeiner Form der Schutz von Doppekbesteuerungsabkommen?
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