Zeitläufte Im Namen der Rechtgläubigen
Terror in London: Wie eine Gruppe fanatischer Katholiken vor 400 Jahren versuchte, das Parlament samt König in die Luft zu sprengen
Der Mann mit der Laterne eilt zielstrebig durch die engen Gassen von
Westminster. Groß und von kräftiger Statur, verbirgt er sein Gesicht,
so gut es geht, unter dem breitkrempigen Hut und schlägt den Kragen
seines Umhangs hoch. Die Vorsicht scheint unnötig. Trotz der
vorgerückten Stunde nimmt kaum einer der Passanten von ihm Notiz.
Dabei ist dies kein gewöhnlicher Herbstabend. Es ist die Nacht auf den 5. November 1605, der ein großer Tag für England zu werden verspricht. Das Parlament soll feierlich, in Anwesenheit des Königs, eröffnet werden, eine der glanzvollsten Zeremonien der britischen Monarchie.
Der Mann mit der Laterne allerdings hat sich geschworen, dass morgen kein Tag der Freude, sondern ein Tag des Schreckens sein wird. Guy Fawkes kennt seinen Weg – durch das Gewirr der Häuser und Anbauten hindurch, die sich um das Parlamentsgebäude gruppieren und mit diesem zu einem merkwürdigen Konglomerat zusammengewachsen sind, bestehend aus dem Haus der Lords und jenem der weitgehend machtlosen »Gemeinen« im Obergeschoss, sowie unscheinbaren Amts-, Lager- und Wohnräumen darunter, auf Straßen- oder Kellerniveau.
Das schlichte Gewölbe, das er schließlich öffnet und betritt, ist mit Stapeln von Brennholz angefüllt, eingelagert für einen langen, kalten Winter. Doch Fawkes’ Fürsorge gilt dem, was dahinter liegt, dem flüchtigen Auge verborgen: 36Fässer, randvoll mit Schießpulver. Und genau über dem Raum, in dem Fawkes jetzt steht und letzte Vorbereitungen treffen will, befindet sich jener Saal, in dem in wenigen Stunden König JakobI. mit der Familie feierlich Einzug halten wird. Jener Saal, in dem dann fast die gesamte politische Klasse Englands versammelt ist…
Begonnen hatte alles gut anderthalb Jahre zuvor. Am 20. Mai 1604 waren fünf Männer in einem Pub mit dem Namen Duck and Drake im Strand-Distrikt Londons zusammengekommen. Sie stammten aus Grafschaften nördlich der Hauptstadt wie Warwickshire und Yorkshire, und sie hatten eines gemeinsam, das sie im England jener Jahre zu einer verdächtigen Minderheit machte: Sie waren katholisch. Neben Guy Fawkes legten an jenem Sonntag Robert Catesby, Tom Wintour (oder Winter), Jack Wright und Thomas Percy einen heiligen Eid ab, keinen Außenstehenden von ihren Beratungen etwas wissen zu lassen. Der charismatische Robert Catesby war der Stratege der Gruppe. Er hatte als einer der Beteiligten an der Rebellion des Earl of Essex gegen die Regierung der alternden Königin Elisabeth I. 1601 im Gefängnis gesessen und war erst nach Zahlung einer großen Geldsumme freigelassen worden, einer Summe, die ihn nahezu ruiniert hatte.
Catesby unterbreitete den vier Gleichgesinnten seine wahnsinnige Idee: Er beabsichtigte, das Parlament »mit Schießpulver« in die Luft zu jagen, denn »an diesem Ort wird uns all die Ungerechtigkeit angetan«. Die »Natur der Krankheit«, das heißt des rabiaten Antikatholizismus in England, verlange »nach einer scharfen Medizin«.
Der Plan, der vorsah, dass der König mit getroffen und ausgeschaltet werden sollte, stieß, so sehr es Catesbys Kameraden zunächst den Atem verschlug, auf Zustimmung. Denn das Gesetz des Handelns an sich zu reißen, das war auch das Ziel des militärischen Praktikers der Gruppe, Guy (oder Guido) Fawkes.
1570 in York geboren, war er von seiner Mutter im katholischen Glauben erzogen worden. Als junger Mann hatte er in der Leibwache eines katholischen Adeligen gedient, des Viscount Montague, später in Flandern als Söldner in der Armee des katholischen Spaniens Karriere gemacht – in jener Zeit der Hauptfeind Englands. Doch für Fawkes war die Konfession wichtiger als die Nation.
Vor dem Treffen im Duck and Drake hatte er noch am Hof Philipps III. vorgefühlt, was englische Katholiken an Hilfe aus Madrid erwarten konnten, sollte es zu einer Rebellion gegen die Herrschaft Elisabeths und ihres Nachfolgers kommen. Die Antwort war zurückhaltend. Das minderte nicht die Entschlossenheit von Fawkes, Catesby und den drei anderen. Nach ihrem feierlichen Schwur las ein Jesuitenpater in einem anderen Raum des Pubs die Messe, dann nahm man die Heilige Kommunion und ging auseinander, um die Vernichtung des Parlaments, die Tötung des Königs und einiger hundert, vielleicht gar tausend weiterer Menschen gottgefällige Wirklichkeit werden zu lassen.
Woher kam dieser Hass, der strenggläubige Christen zu solch einer Untat trieb? Die Antwort darauf liegt im Fanatismus, aber auch in Verbitterung und enttäuschter Hoffnung. Unter ElisabethI., die 1558 ihrer fanatisch-katholischen Halbschwester Maria, der Bloody Mary, auf den Thron gefolgt war, wurden die Katholiken wieder unterdrückt. Man hatte Priester verfolgt und gefoltert, die Messe verboten und »Papisten« enteignet; mit dem Geld war die in 20 Jahren Krieg gegen Spanien geplünderte Staatskasse neu gefüllt worden. Nach dem Tod der »jungfräulichen Königin« im Frühjahr 1603 hatten Englands Katholiken von ihrem Nachfolger Jakob (englisch: James), Sohn der katholischen Schottenkönigin Maria Stuart, einen neuen Kurs erwartet. Schließlich war auch Jakobs Frau, die dänische Prinzessin Anna, katholisch.
Ein mysteriöser Brief an Lord Monteagle
Doch die Hoffnung hatte getrogen. Jakob I. hielt sich zurück. Neuer Zorn regte sich. Schon nach wenigen Monaten deckten die Behörden, die unter dem Befehl des mächtigen Sir Robert Cecil standen, des Secretary of State (ein Amt, das weitgehend dem des heutigen Premiers entspricht), eine Verschwörung auf. Katholische Extremisten hatten Jakob entführen wollen. Für den König, der unter einer krankhaften Angst vor Attentaten litt, war es ein Schock. Und so änderte sich nur wenig. Immerhin durfte die Messe jetzt in Privathäusern wieder gelesen werden; aber es waren allenfalls marginale Lockerungen, kein Kurswechsel hin zur Tolerierung. Kurz nach der Eröffnung des ersten Parlamentes unter seiner Herrschaft, am 19. Februar 1604, erklärte Jakob gar seine »äußerste Abscheu vor der papistischen Religion, diesem Aberglauben«.
Für Catesby und seine Mitverschwörer war es an der Zeit, das System, das sich nicht ändern wollte, zu vernichten. Hilfe aus dem Ausland konnten sie, wie Fawkes erfahren hatte, nicht erwarten, zumal Jakob den Krieg gegen Spanien beendet hatte; beiden Ländern war ganz einfach das Geld ausgegangen. Einer der Verschwörer, Thomas Percy, wurde von seinem Cousin, dem Earl of Northumberland, in dessen persönliche Leibgarde berufen, sodass er unauffällig eine Wohnung in Westminster beim Parlament suchen konnte. Er mietete ein Häuschen an, das einem John Whynniard gehörte. Im Lauf der nächsten Monate gesellten sich weitere militante Katholiken zu der Verschwörung, die schließlich alles in allem 13 Mitglieder umfasste.
Im Juli 1604 war das Parlament auseinander gegangen; am 7. Februar 1605 erst sollte es erneut zusammentreten. Die Zeit war zu nutzen. Die Verschwörer besorgten sich Degen aus feinstem spanischen Stahl, versehen mit der Gravur » The Passion of Christ«. Die wohlhabenderen unter ihnen wie der Landedelmann Ambrose Rockwood aus Suffolk kauften Pferde und Schießpulver auf. Gewissensbisse machte ihnen nur ein Punkt der geplanten Tat: Bei der Explosion könnten auch katholische Würdenträger wie Northumberland und Lord Monteagle umkommen.
Dann gab es den ersten Rückschlag. Die Eröffnung des Parlaments wurde um mehr als ein halbes Jahr verschoben, auf den 3. Oktober 1605 – wieder einmal grassierte die Furcht vor der Pest. Die Behörden behaupteten später, die Verschwörer hätten begonnen, von Whynniards Haus einen Gang zum Parlament zu graben, um so das Pulver in Position zu bringen. Diese Geschichte ist wahrscheinlich ein Mythos, von Cecils Propagandisten in die Welt gesetzt, um der Verschwörung den Charakter subterraner Wühlarbeit zu geben, einer besonders finsteren Bedrohung aus dem Untergrund. Allein das Wegschaffen des Gesteins dürfte im engen Westminster Verdacht erregt haben. Mehr noch: Eine derartig schweißtreibende Buddelei hätten die Gentlemen für weit unter ihrem Stand gehalten.
Währenddessen planten sie schon die Zukunft. Es war gewiss, dass Jakobs Söhne, die beiden Prinzen Heinrich und Karl, ihren Vater begleiten und also sehr wahrscheinlich auch den Tod finden würden. Deshalb machten die Verschwörer aus, sich der neunjährigen Prinzessin Elisabeth zu bemächtigen, die in Coombe Abbey, unweit Coventrys, untergebracht war und dort ihren eigenen kleinen Hofstaat unterhielt. Das hübsche und aufgeweckte Kind sollte Königin und Repräsentationsfigur einer Regierung von Gnaden der Mörder ihrer Eltern werden (es war übrigens jene Elisabeth, die 15 Jahre später als Frau des böhmischen »Winterkönigs« eine tragische Rolle zu Beginn des Dreißigjährigen Krieg spielen sollte). Im Frühjahr 1605 jedoch gebar Königin Anna eine weitere Tochter, Prinzessin Maria. Ein so kleines Kind, zudem in England und nicht wie noch seine Geschwister in Schottland zur Welt gekommen, passte viel besser in den Plan. Zum protector, einer Art Vormund mit diktatorischer Vollmacht, wollte man einen katholischen Adeligen machen.
Inzwischen hatte die Gruppe ein als cellar bezeichnetes Gewölbe angemietet, das, anders als der Name es andeutet, nicht unterirdisch, sondern im Erdgeschoss lag. Fawkes schaffte die Pulverfässer in diesen Raum unmittelbar unter dem House of Lords – wobei das Gebäude von damals nicht identisch ist mit den Houses of Parliament heute, die nach einem Großbrand 1834 völlig neu errichtet wurden. Der Inhalt der 36 Fässer wird auf 2000 bis 10000 Pfund geschätzt: Wären sie explodiert, hätten sie nicht nur das Parlament komplett zerstört, sondern das ganze Stadtviertel dazu.
Doch die Eröffnungszeremonie wurde erneut verschoben, diesmal auf den 5. November. »Der Bodensatz der jüngsten Seuche« sei noch in der Stadt, hieß es zu Begründung; wie so oft im 17. Jahrhundert hatte die Pest London heimgesucht. Da geschah etwas Seltsames. Am Abend des 26. Oktober wurde bei Lord Monteagle in seinem Haus in Hoxton nördlich der Stadt ein anonymer Brief abgegeben. Er enthielt die Warnung, seine Lordschaft möge auf seinem Landsitz bleiben, wenn ihm sein Leben lieb sei, denn das Parlament werde einen schrecklichen blow erhalten, ein Wort das in diesem Zusammenhang sowohl »Schlag« als auch »Explosion« bedeutet.
Wer hatte Monteagle gewarnt? Einer der Verschwörer? Francis Tresham, Monteagles Schwager? Oder hatte er sich den Brief gar selber geschrieben, da er von dem Anschlagsplan unterrichtet worden war? Jedenfalls eilte er mit dem Schriftstück gleich zu Cecil. Der Herr über Englands innere Sicherheit frohlockte im Stillen. Wieder konnte er seine Kompetenz und seine Treue zum Königshaus unter Beweis stellen.
Sofort begann er, das Parlamentsgebäude eng, aber unauffällig zu überwachen. Ihm ging es darum, die Verschwörer nicht zu warnen und sie erst möglichst kurz vor derTat zu verhaften. So wurde vielleicht Guy Fawkes schon am 30. Oktober, einem Mittwoch, beobachtet, als er sich in dem Raum noch einmal davon überzeugte, dass alle Fässer bereitstanden. Zwei Tage später war Allerheiligen. In Coughton Court in Warwickshire, einem mit Verstecken und Geheimgängen für Priester ausgestatteten Anwesen, predigte der Jesuit Father Garnet vor Verwandten und Freunden der Verschwörer über einen vielsagenden Bibelspruch: »Nimm die perfiden Menschen vom Land der Rechtgläubigen.« Es war, wie die populäre englische Historikerin Antonia Fraser 1996 in ihrem Werk Faith and Treason: The Story of the Gunpowder Plot schreibt, der letzte große Feiertag des katholischen Englands für lange Zeit, vor neuerlicher Verfolgung und Diskriminierung, die der Aufdeckung des Anschlags folgen sollten.
Am selben Tag, dem 1. November, unterrichtete Cecil den König über den Monteagle-Brief. Als man darauf erfuhr, dass Thomas Percy, der Verwandte Northumberlands, einen Lagerraum angemietet hatte, schöpften Cecils Leute gleich Verdacht und beobachteten den Ort. Am 4. November, kurz vor Mitternacht, da Fawkes einen letzten Blick auf die Fässer werfen wollte, schlugen die Männer zu.
Die Nachricht von der Verhaftung verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Die Komplizen flohen; Percy raunte seinem Diener zu: »Ich bin am Ende.« In den Straßen versammelten sich Menschen im Schein der Fackeln, unruhig ob der brodelnden Gerüchte. Die Regierung gab die Erlaubnis, zum Jubel über die Rettung des Königs Freudenfeuer anzuzünden, »solange keine Gefahr von Unruhe besteht«. Es waren die ersten jener bonfires, die in England noch heute an jedem 5. November in Erinnerung an »Guy Fawkes Day« entzündet werden.
König Jakob ist entsetzt: Die Terroristen rauchen
Am Tag darauf, dem 6. November, unterzeichnete Jakob I. einen Erlass, wonach der Verhaftete gefoltert werden durfte. Kurz danach konnte ein Mitglied des Kronrats befriedigt notieren: »He beginneth to speak English.« Die Folter brach Guy Fawkes. In den nächsten Tagen wurden alle Mitverschwörer verhaftet oder getötet. Catesby und weitere Konspiranten waren auf einem Landsitz in den Midlands, in Holbeach House, untergeschlüpft. Vom Dauerregen durchnässt, hatten sie nicht nur ihre Kleider, sondern auch ihr Schießpulver vor dem Kaminfeuer zum Trocknen ausgelegt und waren erschöpft eingeschlafen. In einer grimmen Ironie des Schicksals erlebte Catesby nun doch noch eine Pulverexplosion. Teilweise schwer verletzt, hatten die Verschwörer keine Chance gegen die bald auftauchenden Verfolger in Cecils Diensten; Percy und Catesby starben noch in Holbeach House.
Als am 27. Januar 1606 in London der Prozess gegen die Terrorzelle begann, verfolgte König Jakob die Verhandlung von einem nicht einsehbaren Raum aus. Über eines ärgerte er sich dabei ganz besonders: Die Angeklagten rauchten! Jakob hatte bereits zu Beginn seiner Regentschaft die Abhandlung Counterblaste to Tobacco geschrieben – der König war einer der ersten Verfechter des aktiven Nichtraucherschutzes.
Es wurde ein kurzer Prozess. Schon am 30. Januar bestiegen die ersten drei Verurteilten das Schafott. Die Strafe: Hängen (möglicherweise, aber nicht unbedingt bis zum Eintritt des Todes), Herausschneiden der Eingeweide und des Herzens, schließlich Vierteilen. Tags darauf wurden weitere fünf hingerichtet. Als Letzter starb Guy Fawkes, durch Haft und Folter so geschwächt, dass ihm der Henker auf die Leiter zum Galgen helfen musste. Dieses eine Mal hatte er Glück: Sein Genick brach sofort, der Todeskampf blieb ihm erspart. Einige Monate später wurde auch Father Garnet gehängt.
Der Gunpowder Plot, die Schießpulververschwörung, die den Katholiken Englands die Freiheit hatte bringen sollen und darüber hinaus die Macht im Reiche, führte nur zu noch mehr staatlicher Diskriminierung. Katholiken durften keinen Universitätsabschluss mehr erwerben, weder Anwalt werden noch Offizier. Es dauerte bis 1797, dass katholische Engländer bei Kommunalwahlen mitstimmen durften; das Wahlrecht für jenes Parlament, das Fawkes in die Luft sprengen wollte (ob mit einer Lunte oder als Selbstmordattentäter, wurde nie geklärt), erhielten sie erst 1829.
Guy Fawkes, der dem fröhlichen Feiertag von heute seinen Namen gab, da man bonfire toffees und anderes Zuckerwerk nascht, wurde im Lauf der Jahrhunderte zu einer gerade zu volkstümlichen Figur. Immerhin, so sagen Spötter, sei er der einzige Mann gewesen, der je in ehrlicher Absicht ins Parlament gegangen ist. Doch dieses Jahr liegt ein Schleier über dem 5. November. Genau 400 Jahre nach dem monströsen Anschlagsversuch erinnert der Schein der Fackeln daran, dass religiös motivierter Terror eine Geißel der Zivilisation bleibt. In London und anderswo.
Der Autor ist Arzt und Historiker und lebt in Washington, D. C.
- Datum 03.11.2005 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 03.11.2005 Nr.45
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Kein Wort zu den begründeten Zweifeln an dieser Darstellung. Eines Historikers unwürdig.
Kein Wort der kritischen Anfrage an den Fanatismus der Mehrheit.
Eines Demokraten unwürdig.
Nützlich ist der Artikel aber, weil er zeigt, dass auch Christen als Terroristen, die keinen Anspruch auf Menschenrechte haben, abgetan werden können.
Hoffen wir, dass weder wir noch unsere Nachkommen es erleben.
Walter Böhme
Der gerlernte Historiker Ronald D. Gerste, der 1994 an der Universität Düsseldorf über das Thema "Schweden und die amerikanische Revolution" dissertierte, sollte es besser wissen. Zwar ist es bei journalistischen Beiträgen (erstaunlicherweise auch in der feinen Hamburger "Zeit") unüblich Quellen zu nennen. Aber hier unterläuft dem "Arzt und Historiker", der für Ihr hanseatisches Wochenblatt zeitnah zum 400. Jubiläum des in London frenetisch gefeierten "Gunpowder Plots", (oder genauer seines Scheiterns) einen leutseligen Artikel verfasste, eine wirklich grobe Unsportlichkeit. "I am not amused!" würde Ihrem Autor Bruce Robinson entgegenschleudern. Der hatte nämlich am 4. Januar 2001 auf der "History Homepage" der BBC einen Aufsatz veröffentlich, aus dem sich Gerste eifrig bedient. Und da sich Ihr Verfasser mit dem mysteriösen "D." in seiner Namensmitte nicht lange mit einer Referenz für seinen Kollegen an der Themse aufhält, braucht er auch die virtuelle "Gunpowder Plot Society", deren Webseite er nach Herzenslust "plündert" nicht zu nennen.
Eigenartig, was aus der guten alten "Zeit" geworden ist. Sie ist im Laufe der Jahre nicht nur stark nach rechts gerückt, sondern hat offensichtlich auch beträchtlich an Seriosität bezüglich des Urheberrechts eingebüßt.
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Geht so
danke
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