Schüleraustausch Amerika locktSeite 2/2

Anders als Katharina Eichhorn landen die allermeisten Schüler aber nicht in Orten wie Berkeley vor den Toren San Franciscos, liberal, lebendig, großstädtisch, sondern auf dem Dorf.

Wiebke Siemann etwa kehrte im Juni aus den USA ins niedersächsische Stolzenau zurück; die 18-Jährige verbrachte das vergangene Schuljahr im 500-Seelen-Kaff Ansley im Bundesstaat Nebraska, »wirklich in the middle of nowhere«. Ihre Schule hatte 200 Schüler vom Kindergarten bis zur 12. Klasse, im Highschool-Zweig lernten 85, und die kleinste Klasse bestand aus bloß sechs Leuten. Ihre Gasteltern waren Abtreibungsgegner, die bei der letzten Wahl für George W. Bush gestimmt hatten. Siemann selbst engagierte sich in Deutschland als Kreisschülersprecherin und hält sich für »im Zweifelsfall links« .

Alle Anzeichen standen auf Konflikt. Doch der blieb aus. Zu Hause mied sie politische Debatten, in der Schule war etwa die Hälfte der Schüler politisch gemäßigt, und als zwei Mitschüler mit »Heil Hitler« grüßten, machte Siemann schnell klar, was sie davon hält. Wiebke Siemann stieß sogar auf ein großes Interesse an Deutschland. »Über die Hälfte der Leute wollte gern nach Europa fahren«, erzählt sie. Sie selbst würde ihren Austausch jederzeit wiederholen. Dass die Zahl der Austauschschüler zurückgegangen ist, erklärt sie sich vor allem mit den Ängsten vieler Eltern. »Die machen sich einfach viel zu viele unbegründete Sorgen.«

 
Leser-Kommentare
  1. 1. ..

    hmm irgendwie war mir das zu kurz und ich hätte gerne weiteres über die politischen debatten im unterricht gelesen

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