Fussball Platz da für die Fifa!Seite 3/3
»Rechtlich ist das immer dann bedenklich, wenn es dabei um private Grundstücke und Gebäude geht«, sagt Rechtsanwalt Alexander Liegl von der Kanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz. Wie will man verbieten, dass BMW auf seinem Gebäude, das sich direkt neben der Münchner Allianz-Arena befindet, mit seinem Namen wirbt?
Die Drohkulisse der Fifa wird am Beispiel der Hamburger AOL Arena besonders deutlich. Die Fifa drohte, die fünf WM-Spiele in eine andere Stadt zu verlegen, wenn der Internet-Anbieter AOL weiter mit dem Slogan »AOL Arena – Austragungsort der WM 2006« am Stadion werben würde. »In einem Schreiben an das deutsche Organisationskomitee forderte die Fifa den Hamburger Sportverein (HSV) auf, die bestehenden Verträge mit AOL zu ändern«, sagt AOL-Sprecher Jens Nordlohne. Auch in diesem Fall beruft sich die Fifa auf Verträge, die das deutsche Organisationskomitee mit dem HSV als Stadionbetreiber abgeschlossen hat, wonach ein kommerzieller Namensgeber – AOL – in Verbindung mit der WM keine Werberechte besitze. Damit das Stadion von 2006 an komplett werbefrei ist, entschädigt nun der HSV den Internet-Anbieter mit rund 500000 Euro.
Das Problem ist, dass sich die WM-Städte schon im Rahmen des Bewerbungsverfahrens um die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2006 den bizarren Forderungen der Fifa ergeben haben. Die Einleitung im Pflichtenheft der Fifa scheinen die meisten wörtlich genommen zu haben. Da ist die Rede davon, »ein starkes Wir-Gefühl zwischen OK, den WM-Städten und der Fifa aufzubauen«. Gute Partner und Freunde wolle man werden und sich gemeinsam auf die WM freuen.
Vor allem zwei Städte kommen ihren ortsansässigen Unternehmen deutlich entgegen – und verhandeln die Bedingungen für Werbeverbote neu. So gibt es in Stuttgart keine Diskussion mehr darüber, ob die neue Mercedes-Welt, die im Mai 2006 gleich gegenüber dem Gottlieb-Daimler-Stadion eröffnet, auch als solche zu erkennen bleibt. Auch »in München schließen wir keine Verträge zulasten Dritter ab«, sagt Henriette Wägerle, Chefin im WM-Büro der Stadt München, »auch wenn es die Fifa versucht hat.« So werden auf dem Weg vom Stadion zum Bayrischen Hof – die Fifa-Delegation übernachtet hier mit 300 Mann zu Sonderkonditionen – die Werbeflächen nicht abgehängt.
Es sind Ausnahmen im Fifa-Land Deutschland.
- Datum 03.11.2005 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 03.11.2005 Nr.45
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Wer nicht mit der WM werben kann/darf, der kann es ja genau andersrum machen:
"Wir sind keine WM-Sponsoren. Unsere Ware überzeugt durch Qualität."
;-)
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