Dresden

Canaletto kaputt

Kaum ist mit der Frauenkirche das berühmte Elbpanorama von Dresden komplett, wird es bald wieder zerstört. Eine vierspurige Elbbrücke bedroht das Stadtbild

Den schönsten Blick auf die Frauenkirche hatte man früher, als sie noch eine Ruine war, nämlich von der Fernverkehrsstraße 173 aus. Der sozialistische Automobilist, vom Erzgebirge nach Dresden kommend, über die hügelige Horizontlinie südlich der Elbe talwärts knatternd, sah im Abgasdunst des gesellschaftlichen Fortschritts die von Honeckers Wohnungsbauhöhepunkten fürsorglich umzingelten Residenzstadtherrlichkeiten liegen: Schloss, Hofkirche, Zwingerkarree, »Zitronenpresse« auf der Kunstakademie. Und zuweilen, aus Sehnsucht nach feudaleren Zeiten, stellte der Trabantfahrer sich auch den »Kaffeewärmer« vor, jene steinerne Glocke, die man heute, in der perfekt gefilterten Luft der gesamtdeutschen Frauenkirchen-Begeisterung ungehindert bewundern könnte – wenn da nicht diese sechs Meter hohen Sichtblenden wären.

Denn die einstige F173, die heute Bundesstraße heißt, wird von massiven Lärmschutzwänden flankiert. Als unüberwindliches Bollwerk ziehen sie sich an einer mäßig befahrenen, aber dafür umso besser ausgebauten Piste entlang. Verlässlich schützen sie Felder, Gewerbeflächen sowie die hinterbliebenen Bewohner des Plattenghettos Dresden-Gorbitz vor dem gefürchteten »Krach« einer nach 21 Uhr nahezu verwaisten Rennstrecke. Nur gelegentlich ragt ein hohläugiges Geisterhaus in den stillen Himmel und löst ein beklemmendes Brave New World- Gefühl aus. Diese nagelneuen Wände und dahinter der Leerstand! Diese vorwärtsstürmenden Trassen durch die Abrisszone Ost! Es ist ein Szenario wie aus Michelangelo Antonionis Film Die rote Wüste. Da spürt man die Unentrinnbarkeit der Modernisierungstristesse, eine nicht enden wollende Aufbauwut, die (auch weiterhin befeuert durch die Parole: »Alles zum Wohle des Volkes!«) Landschaften in Sperrgebiete und Städte in Betonödnisse verwandelt.

Dabei hat die Dresdner Reise zurück in die Zukunft des autogerechten Planens gerade erst begonnen. Im März 2006 rollen die Bagger an für den Bau eines wirklich skandalösen Nachwendeprojekts, der so genannten Waldschlösschenbrücke. Zu DDR-Zeiten geplant als Verbindung zwischen den Industriegebieten im Norden und den Schlafstädten im Südosten, soll sie als vierspurige Autotrasse an der reizvollsten, breitesten Stelle der Elbauen in die Landschaft geschlagen werden. Und weil die Unesco, als sie die Elbauen zum Weltkulturerbe erklärte, das kleingedruckte Brückenvorhaben mit akzeptierte, gilt der Irrsinn nun als vernünftig. Von der Frauenkirche aus zirka zweieinhalb Kilometer elbabwärts soll das Monstrum künftig den Fluss überspannen. 157 Millionen Euro sind für den komplizierten Verkehrszug veranschlagt, der »aus Spargründen« ohne Straßenbahn konzipiert wurde. Zum Vergleich: Der Rügendamm kostet 80 Millionen, eine normal weite Elbquerung an unproblematischer Stelle wäre schon für 20 bis 30 Millionen zu haben.

Doch die Dresdner CDU-FDP-Regierung sieht die 90 Prozent Zuschüsse, die das Land Sachsen für die Waldschlösschenbrücke zahlen will, offenbar als Geschenk an, das von Himmel fällt. Dabei wird die Kommune noch genug Mühe haben, ihren Eigenanteil zusammenzukratzen, denn sie ächzt bereits unter einem Schuldenberg von 800 Millionen Euro und hat kein Geld für die dringliche Sanierung ihrer fünf alten Brücken. Das Blaue Wunder müsste runderneuert werden, und an der Albertbrücke stürzen schon die Sandsteinblöcke herunter. Wie verzweifelt die Lage ist, zeigt sich auch an dem Beschluss, sämtliche Immobilien der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Woba zu veräußern, um das Haushaltsloch zu stopfen. Trotzdem hat das Verwaltungsgericht Dresden Anfang Oktober die letzten Eilanträge gegen den Baustart an der Elbe abgewiesen, kommenden Donnerstag endet die europaweite Ausschreibung für den Brückenbau nach einem Entwurf der Berliner Architekten Kolb und Ripke.

Während die Verwaltungsmühlen mit bedrohlichem Knirschen mahlen, bleibt jedoch draußen am Waldschlösschenhang die Realisierung der Katastrophe unvorstellbar. Da erstreckt sich die Wiese endlos zum Strom hinab, da flanieren winzige Spaziergänger durch ein Panorama wie aus dem 19. Jahrhundert, da streuen alte Bäume goldenes Laub ins Blaue, und im Hintergrund, wenn man zu den Brühlschen Terrassen schaut, schwebt die Kuppel der Frauenkirche. Dresden vom rechten Elbufer oberhalb der Augustusbrücke: So hieß Canalettos erstes Ölgemälde, das er 1747 für August III. schuf, ein Waldschlösschen-Blick, nur etwas näher an die Stadt gerückt. Einerseits das sanfte Flussufer, andererseits die erhabene Frauenkirche: Dieser Zusammenklang aus landschaftlicher Weite und städtebaulicher Öffnung scheint den venezianischen Maler am meisten beeindruckt zu haben. Erst 1748 entstand das berühmte Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke, jener postkartenbeliebte Canaletto-Blick, auf den die Stadt sich so viel einbildet, dass sie glaubt, das Idyll am Waldschlösschen ruinieren zu dürfen.

Stur berufen die Brückeneuphoriker sich auf den so sanft und flach wie möglich ausgefallenen Entwurf. Doch vier Spuren bleiben vier Spuren. Und gerade Dresdner Nostalgikern müsste daran gelegen sein, dass die kostbaren historischen Vorzeigeobjekte nicht durch verfehlte Infrastrukturpolitik entwertet werden. Auch in dieser Stadt hat man Einkaufsparks auf die grüne Wiese geklotzt, anstatt die innerstädtischen Nachkriegsbrachen zu nutzen, hat man Eigenheimbau an der Peripherie subventioniert und sich dann über den Leerstand in der City gewundert. Trotz Frauenkirche, trotz demonstrativer Rückbesinnung auf das Konzept der »verdichteten« europäischen Stadt war der Anteil der meist kriegsbedingten innerstädtischen Brachen im Jahr 2003 mit 4,7 Prozent höher als 1951 (3,8 Prozent)! Und nun wird die selbst geschaffene Zersiedelungs-Misere als Argument für den angeblich zwingend notwendigen Straßenausbau genutzt.

»Das sind doch keine Menschheitsträume«, sagt der Architekt Michael Kaiser, Gründer eines Instituts für Elementarurbanistik, während er seinen Golf durch die Schluchten der B173 steuert, »das ist Teufelswerk.« Elementarurbanistik heißt, die Berechnungsgrundlagen für eine bewohnbare Stadt zu schaffen (im Gegensatz zur befahrbaren Stadt), sie nach den wahren Bedürfnissen ihrer Bevölkerung weiterzuentwickeln anstatt nach den Interessen der Großmarktbetreiber und den kurzfristigen Begierden automobiler Konsumenten. Elementarurbanistik ist das Gegenteil von Gorbitz, und Gorbitz ist kein Einzelfall. Diese typische Investorenarchitektur gibt es ähnlich auch in Prohlis, Nickern, Kaditz-Mickten. Ein hässliches Autohaus, ein hässliches Hotel, die unvermeidliche McDonald’s-Filiale, billige Reno-Schuhe, Schweinshaxe für 6,66 Euro…

»Hier wird an unserem Untergang verdient«, sagt Kaiser, der sich auch für den Aufbau der Frauenkirche engagierte, sich aber vor allem als Verfechter einer sanften Stadtentwicklung unbeliebt machte. Fünf Jahre lang gehörte er zum Planungsstab des von 1994 bis 2001 amtierenden Baudezernenten Gunter Just, gemeinsam kämpften sie gegen das Magistralen-Ideal und für feingliedrige Straßennetze. Doch der parteilose Kaiser und der zunächst parteilose Just, der später in die SPD eintrat, scheiterten am Autostadt-Wahn von CDU und FDP. Kaiser wurde schließlich aus dem Rathaus geworfen, zuvor hatte er schon seine Zuständigkeit für Verkehr an den obersten Chef, den bis heute amtierenden Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (FDP), abgeben müssen.

Das real existierende Dresdner Vorortdesaster jedenfalls lässt die Pracht der Frauenkirche schlagartig verblassen und die Jubelfeiern wie ein großes Ablenkungsmanöver erscheinen. »Hier wird nur durch die Windschutzscheibe gedacht«, erklärt Kaiser, der die B173 auch deshalb zu Demonstrationszwecken befährt, weil sie eine der wichtigsten Verbindungen zur A17 ist, der zentrumsnah verlaufenden Prager Autobahn mit ihren endlosen Tunneln. Dort hindurchrauschend, fühlt man sich wie in den Alpen, nicht wie in der Nähe der Sächsischen Schweiz. Von dem Geld, das die prekäre Streckenführung allein auf Höhe der Altstadt gekostet haben muss, hätte man auf ewige Zeiten den defizitären Kulturhaushalt der Touristenmetropole aufstocken können, statt ernsthaft die Zusammenlegung von Theater und Operette zu erwägen. »Das ist nun unser ganzer Stolz, dass wir eine Autobahn durch die Stadt getrümmert haben«, sagt Kaiser, »unterschätzen Sie die Sachsen nicht.«

Mit »Sachsen« meint Kaiser sowohl die Einheimischen, die beim Bürgerentscheid mehrheitlich für die Autobahn gestimmt haben, als auch jene politisch einflussreichen Beutedresdner, die den Bau der gläsernen VW-Manufaktur im Großen Garten forciert haben und bald die Bäume entlang der Bürgerwiese abrasieren werden, um die Straße ein paar Meter zu verbreitern. 1992 wurden auf dem Stadtgebiet 1608 Bäume gefällt, 1998 schon 7000, und 1999 überstieg die Zahl der Fällungen erstmals die der Neupflanzungen. Das mittelalterliche Frauentor, das bei Grabungsarbeiten auf dem Neumarkt nahe der Frauenkirche gefunden wurde, konnte übrigens nicht wieder zugänglich gemacht werden, weil das den Bau einer Tiefgarage behindert hätte. Kein Wunder, dass der Dresdner Dichter Thomas Rosenlöcher seine Stadt als »Tiefgarage mit Frauenkirchenanschluss« apostrophiert. »Achtung: Dresdenbesucher! Bei Straßenquerungen möglichst flehentlich um sich blicken«, schreibt er in dem eben erschienen Erzählbändchen Wie ich in Ludwig Richters Brautzug verschwand. »Denn nirgendwo wird der Mensch derartig von Stoßstangen gejagt wie ausgerechnet hier. Oh Herr, verteure Deine Benzine ums Neunundneunzigfache!«

Es hat ja in Dresden leider nicht nur die Freude am Barock Tradition, sondern auch das Ideal der autogerechten Stadt. Walter Ulbricht soll in den Fünfzigern anlässlich eines Besuches geschimpft haben, wenn er an der Sophienkirche vorbeifahre, wolle er das Ding am liebsten umkarren (das Gotteshaus wurde dann in den Sechzigern geschleift). An solchen ideologisch motivierten Fortschrittsfanatismus muss man sich gelegentlich erinnern, um das ganze Risiko der neoliberalen Hurra-Architektur zu ermessen. Jahrelang diskutiert und wieder verworfen, im Jahr 2003 schließlich vom Stadtrat abgelehnt, wurde die Waldschlösschenquerung, genau wie die A17, nachträglich per Bürgerentscheid durchgesetzt, den CDU und FDP forcierten. Vieles spricht dafür, dass bei der Durchsetzung der Waldschlösschenbrücke reine Großmannssucht obwaltet und die Hoffnung, sich über die politische Amtszeit hinaus ein Denkmal zu setzen. Tatsache ist: Die Notwendigkeit der Querung wurde nie stichhaltig nachgewiesen. Weder konnte man eine Entlastung für das Blaue Wunder sicher prognostizieren noch die Befürchtung entkräften, dass die avisierten 48000 Autos nach Passieren der Brücke die Straßen südlich des Flusses heillos verstopfen.

Außerdem gelangt man am nördlichen Elbufer wegen des relativ steilen Hangs nicht einfach auf die Brücke, sondern muss, beispielsweise vom Blauen Wunder her kommend, erst am Brückenkopf vorbeifahren und dann in einer Spitzkehre nach links abbiegen. Optimale Voraussetzung für einen langwierigen Stau. Wenn der erst über die guten Wohngegenden hereinbricht, ist die Bahn frei für Lärmschutzwände und weitere Straßenausbauten aller Art, besonders am Großen Garten, wo der breite Verkehrsstrom einspurig um die Kurve fließen soll. Da werden sich sicher noch ein paar Linden zum Abholzen finden. Beschlossen ist bereits, dass oberhalb der Waldschlösschenwiese über hundert alte Bäume fallen müssen.

Dresden kann bei der Fortsetzung der diktatorischen DDR-Kahlschlagarchitektur durch den demokratisch legitimierten Schnellstraßenutopismus nur verlieren. Denn wenn weniger Autofahrer als geplant die Waldschlösschenbrücke nutzten, bliebe zwar der Stau aus, allerdings wäre dann das ganze Projekt ad absurdum geführt.

Wo keine Autos, da kein Aufschwung – das scheint die Losung der Stunde, als wären die zerstörerischen Folgen dieser überholten Denkweise nicht in Westdeutschland allerorts zu beweinen, als litte nicht Dresden schon genug unter dem sozialistischen Erbe seiner »anbaufreien« 1.-Mai-Hauptstraßen und als gäbe es in Ostdeutschland nicht massenhaft leer stehende, perfekt angebundene Gewerbegebiete. Sogar vor dem Dresdner Hauptbahnhof, in Eins-a-Lage, gähnt seit Jahren eine Baugrube, und gleich daneben steht ein halbfertiges Glashaus, irgendeine Firma ist gerade wieder Pleite gegangen, woran man sieht, dass Verkehrsanbindung zwar eine notwendige, aber keineswegs hinreichende Bedingung für gelungene Investitionen ist. »Kunststadt«, schreibt Rosenlöcher, »nennt sich Dresden, nur weil in der Oper manchmal einer singt. Kunststadt, als ob nicht längst die Pneus das Sagen hätten.«

Und natürlich die Investoren. Weder Event-Theologie noch avantgardistische Vorzeigearchitekturen können darüber hinwegtäuschen, dass auch Dresden sich eingelassen hat auf eine neoliberale Erpressungslogik, derzufolge öffentliche Interessen, also auch die Stadtplanung, hinter unternehmerischen Belangen zurückzustehen haben. Das überhöhte World Trade Center wurde erst dann drastisch geschrumpft, als man merkte, dass es in der Sichtachse hinter der Frauenkirche steht und diese überragen würde. Mittlerweile lässt sich mit dem Argument, Arbeitsplätze schaffen zu wollen und Geld in Umlauf zu bringen, fast jeder Unfug begründen. Demnächst wird der Karstadt-Konzern mit Billigung der Stadt sein mustergültiges, international bewundertes DDR-Gebäude an der Prager Straße abreißen und durch einen Allerweltskonsumklotz, vorgerückt auf historische 18 Meter Straßenbreite, ersetzen. Das Schlimmste jedoch, die Verschandelung des Elbufers, konnte bisher verhindert werden, so etwa die Pläne eines Mobilfunkbetreibers, sein Verwaltungsgebäude direkt an den Fluss zu bauen. Vor dem Bürgerentscheid zur Waldschlösschenbrücke kämpften mehr als ein Dutzend Bürgerinitiativen, unterstützt von Landeskonservator Heinrich Magirius und Nobelpreisträger Günter Blobel, heldenhaft für den Erhalt ihres Elbtals.

Vielleicht speist sich die beinahe verzweifelte Begeisterung für das nationale Symbol Frauenkirche ja auch aus dem Unbehagen am globalisierten Kapitalismus und an seinen immer mächtiger werdenden Profiteuren. Dresdens Zukunft, schreibt der Denkmalpfleger Volker Helas in einem aktuellen Essayband zum Bauplatz Dresden, hänge vor allem von der politischen Willensbildung ab. Erste Aufgabe der städtischen Bauverwaltung sei es, den »Auswüchsen von Investorenbegehrlichkeiten« zu begegnen. Aber was, wenn die Begehrlichkeiten der Politik selbst die kühnsten Investorenträume übersteigen? Im Fall Waldschlösschenbrücke kann man nur hoffen, dass das Land Sachsen in letzter Minute in seine leeren Kassen schaut, dann in die Negativbilanz der Stadt Dresden und die Beihilfe zur Misswirtschaft verweigert. Irgendwann würden vielleicht sogar CDU und FDP heimlich froh sein, dass sie ihre letzte Reserve nicht leichtfertig verschleudert haben: den weichen Standortfaktor Schönheit.

Aus der Fülle aktueller Dresden-Literatur ragen hervor der von Gunter Just herausgegebene Essayband »Bauplatz Dresden – 1990 bis heute« (Sandstein Verlag, 24,– €), Matthias Lerms »Abschied vom alten Dresden. Verluste historischer Bausubstanz nach 1945« (Hinstorff, 19,90 €) und Volker Helas’ Bildband »Dresden. Eine vergleichende Zeitreise über zwei Jahrhunderte« (Hinstorff, 24,90 €).

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Leser-Kommentare

  1. Sehr geehrte Frau Finger,
    ich muss sie als Dresdner auf einige kleine Fehler in ihrem Artikel hinweisen. Diesem nach zu urteilen, waren sie sicherlich schon in Dresden. Und sicherlich haben sie sich vorort auch ein Bild von der Stadt gemacht. Als "Nicht-Dresdner" könnte man beim Lesen ihres Artikels den Eindruck bekommen, als würden die gewählten Stadträte nun konsequent das fortsetzten, was man zu sozialistischen Zeiten nicht geschafft hat, nämlich Dresden städtebaulich zu zerstören. Sie sprechen von "Elementarurbanistik". Ein mir bislang unbekanntes Wort. Ja, auch in Dresden existiert diese, existieren hässliche Autohäuser, hässliche Hotels, billig und eilig kurz nach der Wende hochgezogene Bürokomplexe mit zu kleinen Fenstern, Reno-, McDonalds-, Lidl-Filialen. Wie in vielen anderen deutschen Städten auch. Dies ist mit Sicherheit kein Dresdner Kuriosum. Von den positiven Bemühungen (abgesehen von der Frauenkirche) gibt es in ihrem Artikel kein Sterbenswort. Ich möchte darauf auch nicht weiter eingehen, sondern ihnen mitteilen, dass sie einigen Fehlern aufgesessen sind. Die ehemalige F173, heute Bundesstraße genannt, ist die Kesselsdorfer Straße und eine der verkehrsreichsten Straßen Dresdens. Nach 21.00 Uhr ist diese Straße mitnichten verwaist. Ob man von den Südhängen Dresdens, die F173 kommend, einen Blick auf die Ruinen der Frauenkirche erhaschen konnte, wage ich zudem zu bezweifeln. Man konnte vielleicht den Rathausturm ausmachen. Mit Sicherheit sprechen sie in ihrem Artikel aich von der Coventrystraße und ihren 6 Meter (sind die wirklich so hoch?) hohen Schallschutzwänden. Diese Straße wurde als Nordtangente für das Wohngebiet Gorbitz geplant und soll als Autobahnzubringer auch zusätzlich für Entlastung der Kesselsdorfer Straße sorgen. Die B173 führt von Gorbitz kommend über Wilsdruffer Vorstadt direkt an der Yenidze über die Marienbrücke. Womit wir zu ihrem zweiten Fehler, und dies ist wirklich einer, kommen. Sie schreiben: "Von der Frauenkirche aus zirka zweieinhalb Kilometer elbabwärts soll das Monstrum künftig den Fluss überspannen." Etwa 1 Kilometer elbabwärts von der Frauenkirche aus befindet sich aber schon die Marienbrücke. Eigentlich derer zwei, wenn man die Auto- und die Zugbrücke unterscheidet. Eine dritte Marienbrücke war zwar im Gespräch und wurde von den Gegner der Waldschlösschenbrücke immer wieder als Alternative auf den Tisch gebracht, wurde aber nie wirklich in Erwägung gezogen. Die Waldschlösschenbrücke soll von der Frauenkirche aus ca. 3-4 Kilometer elbaufwärts die beiden Ufer verbinden, und zwar genau am Waldschlösschen-Areal, und wie sie richtig feststellen, an der wohl breiteste Stelle der sogenannten Elbauen. Ein teures, zu teures Bauvorhaben. Ein Bauvorhaben, welches bereits vor dem 2. Weltkrieg zur Diskussion stand, ohne jetzt weiter darauf eingehen zu wollen. Anmerken möchte ich noch, dass man beim Lesen weiterhin den Eindruck bekommt, als würde man den sogenannten "Canaletto-Blick" verbauen, denn im gleichen Atemzug erwähnen sie das Gemälde des berühmten Malers und setzen dieses in Zusammenhang zum Waldschlösschenareal. Daneben birgt ihr Artikel noch so andere Halbwahrheiten, dass man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass hier jemand hofft, dass das Monstrum in letzter Sekunde noch verhindert werden kann. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

  2. Frau Finger,
    herzlichen Dank! Besser lässt sich die Zwiespältigkeit (oder aber Einfältigkeit) Dresdner Stadtplanung zwischen Barock, Einkaufsparadiesen und "Freie Fahrt für freie Bürger" kaum beschreiben. Leider hat dies die ortsübliche Presse bislang nicht vermocht. Und leider ist die meinungsbildende Wirkung der ZEIT in Dresden sicher beschränkt, zumal sie speziell in den von Ihnen genannten Außenbezirken kaum erhältlich ist oder zumindest schnell unter MOPO und Schlimmerem verschwindet. Andererseits haben viele Entscheidungsträger in Dresden mehr Angst vor ausbleibendem nationalen und internationalen Ruhm als vor der Unzufriedenheit der eigenen Bevölkerung (die ja zudem autofreundlichen Plebisziten sehr zugeneigt ist). Daher kann ein aufrüttelnder Bericht in einer renommierten Wochenzeitung vielleicht doch etwas bewegen. Zumindest bringt er zum Ausdruck, dass kluges und langfristiges Denken weiter bringt als das Geschrei nach "Investition! Fortschritt! Arbeitsplätze!" Man sollte die Dresdner allerdings lieber nicht in einem Volksentscheid zwischen diesen Alternativen entscheiden lassen!

    • 06.11.2005 um 19:17 Uhr
    • jens4

    Egal wie man zu dem Projekt steht, was sich DZ aber hier wieder zu diesem Thema leistet ist erschreckend. Alleine das Bild ist so etwas von daneben und suggestiv ... Auch der populistische Gesamtton und die schlechte Qualität der Fakten lassen mich an der von mir geschätzten DIE ZEIT zweifeln. Als schon mal so ein kleiner ebenso falscher und unsachlicher Artikel zu dem Thema erschien, da dachte ich es ist ein Ausrutscher.

    Nun muss ich aus der Kenntnis der Qualität dieses Artikels her, die anderen Artikel (bei denen mein Kenntnisstand nicht so gut ist) neu bewerten.

  3. Ich kann die Kritik an dem Beitrag nicht nachvollziehen. Ob die neue Bundesstraße nun genau auf oder einige hundert Meter neben der alten Trasse liegt macht meines Erachtens keinen nennenswerten Unterschied. Das ein konstruiertes Bild einer noch nicht bestehenden Brücke suggestiv ist, ist logisch. Die falsche Angabe des Brückenstandortes erfolgte sicherlich aufgrund der ebenso falschen Angabe in den Dokumenten der UNESCO, die mit diesen falschen Informationen dem Elbtal kürzlich den Status Weltkulturerbe verliehen hat. Ob diese Fehler schon in den Bewerbungsunterlagen enthalten waren wird derzeit geprüft, es wäre ein Skandal. Welche Fakten populistisch verdreht wurden und wo die Unsachlichkeiten liegen, kann der Leser „jens4“ nicht darlegen.

    Fakt ist, das Bild von Dresden ändert sich. Die Art wie es sich ändert, also wie Verkehrs- und Stadtentwicklung betrieben wird lässt sich mit rückwärtsgewandt gut beschreiben. Stadtplanung orientiert sich an historischen Grundrissen und übermittelter, schon seit langen zerstörter Fassaden. Hauptrichtung scheint dass Vergessen und Verdrängen zu sein. Bald erinnert nichts mehr an den furchtbaren Krieg und seinen Folgen für die Menschen und die Stadt. Aber auch dass in Dresden wegweisende Stadtplanung der Moderne betrieben wurde soll vergessen werden. Wie sonst ist die Verschmälerung der breiten Einkaufmeile Prager Straße auf historische 18 Meter und der geplante Abriss der wegweisenden Aluminiumarchitektur des Hertie-Kaufhauses zu werten?

    Aber auch die Verkehrsplanung orientiert sich am überkommenen Leitbild der autogerechten Stadt, in der Umwelt, Lebensqualität und nachhaltige Stadtstrukturen gegenüber utopischen Verkehrsprognosen keine Chance haben. Erst kürzlich wurde eine Straßenplanung nicht genehmigt, weil durch den Erhalt der Alleebäume der Verkehr langsamer werden könnte (Leipziger Straße). Die vom Dresdner Bürgertum erkämpfte Parkanlage Bürgerwiese wird verschmälert, damit über die Kreuzung Lennéplatz so viele Autos passen, wie Prognosen vorhersagen die davon ausgehen, dass Dresden das Automobile Zentrum Deutschland wird. Über die Elbe soll eine wahnsinnig teure Brücke gespannt werden ungeachtet der Auswirkungen auf die Einmaligkeit der atemberaubenden Ruhe im Weltkulturerbe Dresdner Elbwiesen und dem katastrophalen Zustand des kommunalen Haushaltes.

    Und die Dresdner machen mit. Obwohl die Stadt mit 25 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit einer der Autofreundlichsten Städte Europas ist glaubt man, an Verkehrsproblemen zu ersticken. Obwohl die Anzahl der Brückenquerungen seit 5 Jahren kontinuierlich abnimmt glaubt man, 150 Millionen Euro Steuergelder für den wachsenden Verkehr auszugeben zu müssen. Diese Irrationalität der Mehrheit der Dresdner ist umso schmerzhafter, da dadurch das zerstört wird, was die Stadt so schön und unvergleichlich macht. Die Symbiose aus Stadt und Landschaft, der Vorrang der Lebensqualität vor kurzfristigen Gewinndenken. Der jahrhundertealte Konsens, die sächsische Residenz vor blinden Bauwahn zu schützen. Ob die geplante Brücke nun im berühmten Canalettoblick liegt oder eine andere wertvolle Sichtachse beschädigt, ist meines Erachtens gleich schlimm.

    Vielleicht öffnet die kürzlich ausgesprochene Drohung, das Elbtal auf die Rote Liste des Welterbes zu setzen den Einheimischen die Augen, welchem Wahnsinn sie da im Bürgerentscheid eigentlich zugestimmt haben. Aber meine Hoffnung ist gering. Zwar betonen Dresdner immer, wie wichtig die Kultur, Bildung und Landschaft sind, doch wenn es um Autoverkehr, ist das alles vergessen. Da haben weder rationale Argumente noch die weichen Faktoren eine Chance. Dresden noch mag was besonderes sein, die Dresdner unterscheiden sich in diesem Punkt nicht von den Bewohnern anderer Städte, die ihre Schätze dem Automobilismus geopfert haben.

    Jochen Böttcher
    01159 Dresden

  4. Werte Frau Finger,

    mit großem Interesse habe ich Ihren Beitrag gelesen. Für mich stellt sich eigentlich nur die Frage wer bei diesem Wahnsinnsprojekt der Nutznießer sein soll und was bzw. wer ist der Grund diese Brücke zu bauen. In diesen finanziell schlechten Zeiten kann doch so ein überdimensionales Bauwerk nicht wirklich gewollt sein. Ganz zu schweigen von dem Imageschaden den die Stadt Dresden bekommt. Wer steckt wirklich hinter diesem Projekt? Das Land Sachsen? Reichlich 90 Millionen Euro kommen ja von dort! Nur um den Stau an anderen Stelle der Stadt um wenige Minuten zu verkürzen, kann man nicht wirklich 157 Millionen vergraben? Welche Lobby verdient daran? Bei einer europaweiten Ausschreibung ist die Wahrscheinlichkeit, daß eine deutsche Firma "drankommt" auch ziemlich gering.
    Wollen wir hoffen, daß die Vernunft doch noch siegt. Bleiben sie bitte an diesem Thema dran. z.Z tut sich ja was in Dresden.

    Mit freundliche Grüßen

    Antje Böhme

  5. Der Beitrag von Frau Finger war ein Lichtblick. Danke! Wenn man als Dresdner liest was Frau Finger beschreibt, ist das schon beinahe eine kleine Seelenmassage. Allerdings wird das nur einem recht überschaubaren Teil der Dresdner Einwohnerschaft so gehen. Der große Rest würde schäumen und sich wütend abwenden. Aus Dresden heraus wäre eine solche – zugegeben auch polemisch vorgebrachte Kritik – jedenfalls schlechterdings nicht möglich. Die lokalen Medien haben sich schon seit Jahren auf die Seite der Brückenbauer geschlagen und insgesamt ist über die Jahre ein Klima erzeugt worden, in welchem Brückengegner lediglich als Müslis, Krötenretter, Autofeinde etc. wahrgenommen werden. Und natürlich als ewige Nörgler und Fortschrittsfeinde die obendrein noch Arbeitsplätze vernichten und fahrlässig Fördermittel in beträchtlicher Höhe für Wachtelkönige, Elbwiesen oder historische Blickbeziehungen opfern. Sicher wäre es in den letzten Jahren hilfreich gewesen, eine mediale Möglichkeit zu haben, welche unverstellt und ausführlich die Argumente aller Seiten gleichberechtigt betrachtet und vor allem die Vorgeschichte dieser Planung beleuchtet hätte, welche von einer unverhohlenen Erpressung der Stadt Dresden durch die sächsische Staatsregierung kontinuierlich begleitet wurde. Fördermittel nur für diese Querung, an dieser Stelle. Basta! Als der Stadtrat mit gewählter neuer Mehrheit das Projekt kippte, kamen die Verlierer wieder auf die Idee des Bürgerentscheides als letzter Chance. Gegen die geballte Macht von CDU,ADAC,FDP,Wirtschaftsverbänden usw. war nicht anzukämpfen. Diesem geballten Einfluss auf die öffentliche Meinung waren die Kritiker schlicht nicht gewachsen. Der Bürgerentscheid war für die Brückenbauer reine Formsache, die Mehrheit gesichert. So ist das in der Demokratie. Vor Mangel an Information schützt sie leider nicht.
    Wie auch immer. Die erwartbare Entscheidung ist gefallen.
    Spät, aber immerhin, regt sich nun Kritik von Außen und zwar massiver als noch vor dem Bürgerentscheid. Allein die Drohung, den Weltkulturerbestatus zu verlieren, hat außerhalb von Dresden einiges bewegt – in Dresden natürlich kaum. So wird wenigstens Aufmerksamkeit geschaffen für ein Problem, was eigentlich längst in die breite öffentliche Diskussion gehört. Dabei geht es nicht mehr um diese Brücke allein, sondern um ein Prinzip. Die Verwendung von Steuergeld auf der einen Seite und dem Beschwören leerer Kassen auf der Anderen. 157 Mill. Euro und ein bisschen mehr fließen in eine Flussquerung, welche lediglich als Verbindung zweier Stadtregionen dienen sollte. Die teuerste innerstädtische Flussquerung der BRD zumal. Vielleicht könnte ja der nun vor aller Augen entstehende Fehler Waldschlösschenbrücke zum Anlass genommen werden, eine Art Kampagne zu starten, in welcher aufgezeigt wird, wie im Land der Milliardenschulden Unsummen in Projekte gepumpt werden dürfen, immer noch, deren Aufwand in jeder Hinsicht den erwartbaren Nutzen ad absurdum führen. Könnte die entstandene Großbrücke nicht als Anschauungsmaterial und gebaute Argumentation gegen solcherart Vorhaben anderswo dienen? Wenn wir Dresdner unser Elbtal schon zerstören wollen, dann vielleicht doch mit erzieherischem Wert für andere. Aber im Ernst. Journalisten, Wissenschaftler, Intellektuelle – also Menschen welche im Gegensatz zu mir eine hörbare Stimme haben und über medialen Einfluss verfügen, müssten Ihre Stimmen erheben und öffentlich anklagen und aufzeigen. Im vorliegenden Fall hätte vielleicht öffentlicher Druck auf Entscheidungsträger der sächsischen Staatsregierung von Außen dafür gesorgt, dass andere sächsische Gemeinden zumindest die Frage stellen, warum eigentlich der Großteil der GVFG-Mittel allein in Dresden verbaut werden dürfen. Vielleicht weil hier der König wohnt. Jedenfalls steht bald ein weiteres anschauliches Beispiel dafür in der Landschaft, wie im Osten Steuergelder verprasst werden (anders kann man es nicht nennen). Eigentlich müsste die Stadt Dresden, eben weil sie so prominent ist, mit diesem Beispiel einen Aufschrei auslösen, welcher das Land erfasst und Fördergeldverteiler kontrolliert, in die Pflicht nimmt und ggf. auch zur Rechenschaft zieht. Wäre das nicht schön? Zu schön um wahr zu sein. Sie haben recht. Aber ein bisschen träumen sei mir erlaubt...

  6. Acu hich muss mit großem Bedauern lesen, dass der eine oder andere wohl noch sehr ortsunkundig ist. Weder wird Der klassische Canalettoblick kaputt gemacht, da er erstens um die Augustusbrücke herrum gemalt ist und und zweitens damit sehr weit vom Standort der neuen Brücke entfernt ist.
    Warum entmündigt man über ca. 2/3 der Dresdner ortsansässigen Dresdner die für diese Brücke gestimmt haben?
    Es ist bitter, dass man diese Entscheidung des Volkes am liebsten Wiederufen möchte. Somal die Bevölkerung dieser Stadt schon viele historisch wichtige Enscheidungen getroffen hat (so `89).
    Wenn man weiss dass Dresdner als konservativ und stehst um das Stadtbild besorgt sind (Historischer Neumarkt etc.) so verwundert es schon dass diese Bevölkerung ein so "scheußliches" Bauwerk für notwendig und akzeptabel hält.
    Abgesehen davon bin ich von der senibilität der Visualisierung positiv überrascht. Wie langbeinig und und grazil das "Monster" die Auen überspannt und dabei, so scheint es, den Boden am liebsten garnicht berühren möchte.
    Ich finde diese Brücke gelungen.
    Man kann zwar über den Eingang in den Hang Unterhalb des Waldschlösschen streiten aber prinzipiell ist diese Brücke eine starker graziler Panter.
    An alle Brückengegner die meinen, dass die Brücke das Stadtbild stört, mal erhlich welche Brücke ist schon unsichtbar?

  7. "Kaninchendoktor" fragt zum Schluss seines Beitrages "An alle Brückengegner die meinen, dass die Brücke das Stadtbild stört, mal erhlich welche Brücke ist schon unsichtbar?"

    Nun ich fühle mich angesprochen und die Antwort ist simpel: Ein Tunnel wäre nicht sichtbar.

    Es geht eigentlich nicht darum, ob die Architektur der Brücke gelungen ist. Diese Diskussion ist nur zu Stande gekommen, weil der Tunnel von CDU und FDP blockiert wird. Es geht darum, ob die Brücke die Einmaligkeit des Elbtals zerstört. Dazu haben sich zahlreiche Fachleute geäußert und abgesehen von einigen Dresdner Straßenbauprofessoren sind sie einhellig der Meinung, ja, diese Landschaft wird zerstört.

    Die Brücke nicht zu bauen wäre kein Problem, ein Tunnel ist möglich. Nur darf der Stadtrat keinen Tunnel in Auftrag geben, da die Bürger in ihrem Bürgerentscheid für eine Brücke gestimmt haben (Etwas Anderes stand nicht zur Wahl).

    Somit müssten die Dresdner jetzt selber entscheiden, wie und ob das Welterbe-Problem gelöst werden soll. Leider blockieren CDU und FDP diesen Bürgerentscheid im Stadtrat. Offensichtlich halten Sie die Dresdner für unmündig, das Problem anzugehen. Offensichtlich lassen sie nur ihre Interpretation gelten: Die Mehrheit der Dresdner will die Brücke auch dann, wenn der Titel "Erbe der Menschheit" verloren geht und sich unsere Stadt, unser Land weltweit blamiert.

    Dass die Provinzbosse von CDU und FDP diejenigen als Demokratiefeinde beschimpfen, die sich für einen Kompromiss und einen Bürgerentscheid einsetzen, setzt dem ganzen noch die Krone auf.

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  • Von Evelyn Finger
  • Datum
  • Quelle (c) DIE ZEIT 03.11.2005 Nr.45
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