kanzler Sein letztes Basta

Wie Gerhard Schröder seinen Rückzug aus dem Amt organisierte und was er vom Sturz Franz Münteferings hält – ein Gespräch kurz vor dem Abschied

Berlin

Über seinen Abschied wollte er von vornherein selbst Regie führen. Der »Spieler«, als der er in diesen sieben Kanzlerjahren oft bezeichnet worden ist, nahm und nimmt diese Angelegenheit auffällig ernst. Es kann immer noch alles vermasselt werden, warnt das »einfache Parteimitglied« Gerhard Schröder. Wie die Helden von der Parteispitze den »Franz« aus heiterem Himmel wegeskamotiert haben, dümmer geht’s nicht, und voll sieht er sich in seinem einsamen Entschluss vom 22.Mai bestätigt, zu gehen. Endlich verfügt er jetzt über den letzten Beweis.

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Sieben Jahre. Erschöpfend lang war die Zeit, schnell wie im Flug verging sie. Die politische Erbschaft mag strittig sein, aber dass sich das Land kulturell anders präsentierte und mehr im Einklang stand mit sich, ist schwer zu bestreiten. Lange ist es noch gar nicht her, da hat man Gerhard Schröder düster wie nie erlebt. Das ist wie weggewischt. Inzwischen wird man den Eindruck nicht los, aus seiner Sicht sei die Rechnung vom Mai ziemlich glatt aufgegangen. Er wollte gehen, aber das konnte er nicht sagen.

Regisseur des eigenen Abschieds? Dass er selbst anders als Müntefering schon vorher glasklar gedroht hätte, den Bettel hinzuschmeißen, basta!, wenn sie ihm in einer so zentralen Frage wie der des Generalsekretärs nicht folgten, das weiß jeder, der ihn kennt. Also riet er dem Vorsitzenden zu gehen? Nein! Vielleicht hätte er zwei Tage nach dem Votum im Vorstand eine Sondersitzung anberaumt, und dann hätte er gebeten, die Sache gefälligst zu revidieren, Rebellen muss man »in die Knie zwingen«.

Nur: Sein legendäres »Basta!« vom 22. Mai, mit dem er die Neuwahl ankündigte, überrumpelte zwar die eigene Fraktion, doch es klang eindeutiger, als es war. Er hätte »mit Aplomb zurücktreten können«, sagt er, aber da wäre er »Star« auf Kosten der Partei geworden. Ein argumentativer Eiertanz begann. Die Partei hätte es »zerrissen«, wenn er weitergemacht hätte, der Mehrheiten für seine hochumstrittene Agenda- und Hartz-IV-Politik konnte er wirklich nicht sicher sein, sagt er noch heute. Aber auf die Anklagebank wollte er seine Partei auch wieder nicht setzen. Und die Linkspartei, die neue Abspaltung, formierte sich schon.

Was ist dran an dem Getuschel, unumstritten sei dieser Neuwahl-Entschluss nicht gewesen, zwischen ihm und Franz Müntefering sei es zu mühsam kaschierten Differenzen gekommen? Die Idee, dazu steht Schröder, hatte er selbst. Für den Fall, dass die Landtagswahl in Düsseldorf knapper ausgegangen wäre, was sie erhofften, hätte die Sache anders ausgesehen. So aber stand für beide fest, dass es nicht zu einer Neuwahl kommen würde, »wenn einer sie nicht will«. Sie haben beide gewollt, sagt Schröder.

Und: Hätte es ihn gereizt, als Vizekanzler und Außenminister weiterzumachen unter einer Kanzlerin Merkel? Scheiterte es nur daran, dass alle ihn fragten, bloß Franz Müntefering nicht? Falsch! Schröder widerspricht entschieden. Auch der Vorsitzende wollte es wissen von ihm, im Beisein von Dritten. Und der Kanzler fand die Aussicht wohl momentweise auch charmant. Aber er ist nun einmal der Ansicht, dass er am Ende, nach sieben Kanzlerjahren, nur Nummer eins sein »kann«. Bleiben Randfragen: Das neue Kabinett hätte er vielleicht da und dort anders besetzt, nicht alle Favoriten Münteferings waren seine, aber das wiegt alles nicht schwer. Matthias Platzeck als Vorsitzender? Den hatte er lange im Auge, der kann das, der ist auch kein »Ostdeutscher«, der ist »ein Deutscher«.

Leser-Kommentare
    • rawe64
    • 11.11.2005 um 7:51 Uhr

    Vieles bleibt umstritten oder widersprüchlich: war er ein Reformer, ein Kandidat für den Friedensnobelpreis, ein "Genosse der Bosse", ein Spieler oder ein guter Politik-Darsteller?

    Die wenigen Situationen, in denen er authentisch wirkt ("Elefantenrunde"), zeigen vor allem große Eitelkeit und Selbstüberschätzung. Beides wird derzeit nicht benötigt.

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    es wundert mich, dass Sie nach dem durch Wahlen erzwungenen Rücktritt von Herrn Schroeder dessen Versagen bei der Durchsetzung seiner politischen Ziele durch lernpsychlogische Slogans wie "trial an error" vertuschen. Ich bin der Meinung, dass es noch nie eine Bundesregierung gegeben hat, die so viele Fehler in der Gesetzgebung gemacht , also so dilletantisch gehandelt hat, wie die von G. Schroeder. Er, der Kanzler, war ja auch kein "Arbeiter" im Amt. Dafür war er viel zu sehr in sich und seine Medienfreunde verliebt.
    Dabei sollte es in einer Würdigung seiner Person bleiben.
    Mit freundlichen Grüßen!
    Peter Friedek
    Raiffeisenring 5
    59320 Ennigerloh

  2. Dieser Kommentar ist eine Replik an H. jpfeffer, die von mir eingefordert wurde, soll aber ein Appell an alle (zwei oder drei) Leser sein, die diese Zeilen vielleicht lesen.

    Kurze Erklärung: Mein Beitrag "Oh mein Gott..." hatte nicht die Absicht, die Welt zu erklären, sondern war und ist Ausdruck einer tiefen Verzweiflung, die mich bewegt. Als solcher hat er auch seine Berechtigung, ist doch der Mensch in erster Linie ein psychologisches Wesen - und keine Fress- und Verdauungsmaschine.

    Wenn Sie konkret wissen möchten, wie ich mir die fernere Zukunft im Idealfall vorstelle, dann lesen Sie bitte meinen Kommentar "Mehr Fairness, mehr gesunden Menschenverstand" (zum Artikel von Helmut Schmidt), den ich unter meinem neuen Pseudonym *iceman* geschrieben habe (bin Island-Fan). Ich bin ein ganz starker Verfechter des skandinavischen Systems - und zwar in jeder Beziehung - weil es von der nackten ökonomischen Logik her das vernünftigste ist - und das humanste noch dazu.

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass eine Gesellschaft auf Dauer nur erfolgreich sein kann (auch ökonomisch), wenn sich in ihr die einzelnen Partikularinteressen ausreichend berücksichtigt fühlen. Die ökonomische (und damit zusammen hängende kulturelle) Entwicklung unserer *Unterschicht* bereitet mir sehr große Sorgen - weil ich weiß, wohin das führt.
    Die Situation der Unterschicht (Billiglöhner, Arbeitslose) wird in den Medien nicht ausreichend reflektiert -> von der Bild-Zeitung manipuliert, von ZEIT und faz ignoriert. Stattdessen wird mit höchster Sensibilität die *Reichensteuer* diskutiert.

    Es gibt die *Globalisierung*, ja. Wir haben unsere Grenzen an den neuen Beitrittsländern der EU, auch das ist richtig. Daraus ergibt sich ein Lohnkostendruck, stimmt!

    Aber warum ist es nicht möglich, Kleinstverdiener wirklich ganz stark von allen Sozial- und Steuerabgaben zu befreien? Also einen sehr niedrigen Bruttolohn zu verbinden mit der Idee, dass JEDER Mensch von seinem NETTO-Lohn halbwegs vernünftig leben soll.
    Können Sie sich überhaupt vorstellen, wie demütigend es ist, unter härtesten Bedingungen zu schuften (und die Kleinverdiener mühen sich am meisten), wenn man außer für die Aufrechterhaltung der rein physischen Existenz (Einkäufe bei Aldi, Lidl, Norma) kein Geld besitzt - gerade in einer Konsumgesellschaft, in der die Werte, die vermittelt werden (leider) rein materielle sind, vermittelt durch Werbung an allen Ecken und Enden (im Fernsehen, in jeder Zeitschrift).

    Wer arbeitslos ist hat wenigstens einen Reichtum an Freizeit. Wer arbeitet für einen Hungerlohn (gerade bei der Abgabenbelastung), der hat weder einen Vorteil an Geld noch an Freizeit, oder gar für die Altersvorsorge!

    Die Hauptprobleme in der STRUKTUR werden aber durch o.a. noch nicht einmal tangiert, denn die Kernprobleme liegen in den Bereichen mangelhafte Bildung, idiotische Zuwanderungspolitik und zu niedrige Kinderquote. Und ich denke einfach mal, dass sich viele strukturellen Mängel nur lösen lassen (auch das eine Frage allgemeiner Logik) durch ein gesundes Maß an Steuereinnahmen.

    Deshalb:
    1. Weg mit den Steuerschlupflöchern
    2. Deutsche Unternehme(r)n sollen unabhängig von ihrem Standort besteuert werden (hallo Schumi!).
    3. Unternehmen müssen gemäß ihrem Ertrag belastet werden, weniger anhand ihres Personalbestands (Einführung einer Art *Maschinensteuer* o.ä.).
    4. Vereinfachtes Steuersystem. Kein Mensch hat mir bislang erklären können, warum eine Steuererklärung NICHT auf einen Bierdeckel passen soll. Daß die Politiker da nichts ändern kann ich mir nur damit erklären, dass sie Angst vor den dann vielen Arbeitslosen in Finanzämtern und bei Steuerberatern haben (vielleicht beschneiden die Amerikaner aus einem ähnlichen Grund nicht den Militäretat - da hängen auch viele Arbeitsplätze dran).

    Ich bin nicht besonders bibelfest, aber irgendwo heißt es da: An den Früchten sollt ihr sie erkennen. Und die Früchte der Schröder-Regierung, die ich 2002 noch gewählt habe, das sind eine halbe Hand voll Zwergmirabellen (die Fakten sind bekannt).

    Zur PERSON Schröders:
    Ich diskutiere ungern auf diesem Niveau, aber Schröder ist da ein echtes Problem für viele.

    Mir gefällt überhaupt nicht dieser übertriebene Machtinstinkt - das erinnert mich fast schon (Entschuldigung) an die Manieren eines südamerikanischen Gauchos. Ich mag nun mal kein Machogehabe, egal auf welcher gesellschaftlichen Ebene. Ein nüchterner, sachlicher, kompetenter und gleichwohl sanfter Charakter steht mir da kulturell einfach näher (ich mag Platzeck, und auch Helmut Schmidt, der sehr viel Menschlichkeit besitzt, seine Gefühle aber kontrolliert).

    Ein anderer Kommentator (BobBeamon) verglich Politik schon mit Sport, lobte den "Torinstinkt" Schröders, und seine Durchsetzungsfähigkeit. Wenn das der Maßstab ist, dann plädiere ich für Lothar Matthäus als nächsten Kanzler.

    Dann: Schröder hat zu oft sein Mäntelchen in den Wind gehängt, hat dem neoliberalen Zeitgeist - der heute wieder im Abwind ist - zu stark nachgegeben. Als er gemerkt hat wie stark die Kritik an Hartz IV ist, hat er den Unbeugsamen gespielt (weil keine andere Rolle mehr übrig war).

    Die Agenda war einfach zu brutal und zu einseitig (vor allem weil nur gefordert wurde, während alle Fördermaßnahmen gestrichen wurden). Das Schlimmste ist, das Arbeitslose aus ihren Wohnungen vertrieben werden, nur weil die Miete etwas zu hoch ist - an der Stelle verliert der Mensch dann wirklich alles, wofür er vielleicht viele Jahre lang gearbeitet hat.
    Das ist ganz einfach nicht fair.

    Oft habe ich darüber nachgedacht, woher die soziale Kälte von Schröder kommt.

    Ich, als Küchenpsychologe, erkläre mir das mit seiner Kindheit. Schröder verbrachte eine Kindheit in Armut, und hatte gleichwohl eine eher glückliche Kindheit (wie die meisten von uns).
    Es ist bekannt, das selbst Kinder, die unter Trümmern aufwachsen, später positive Kindheitserinnerungen haben, weil Kinder nun mal anders fühlen und erleben (Gott sei Dank).
    Möglicherweise liegt da eine Ursache:
    Schröder betrachtet Armut als etwas "nicht so Schlimmes".
    Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es einen gewaltigen Unterschied gibt zwischen jemandem, der als Kind arm war und sich hochgearbeitet hat - und jemandem, der in relativem Wohlstand aufgewachsen ist und dann sozial abstürzt (mit Kindern, denen er nichts "bieten kann" in einer Konsumgesellschaft) -> wie gesagt, der Mensch ist ein psychologisches Wesen, und lebt vom direkten Vergleich. Und bitte, das hat nichts Neid zu tun, sondern ist nun einmal eine anthropologische Konstante.
    Einem Erwachsenen kann man seine Armut (seine Perspektivlosigkeit) nicht "schön reden", das funktioniert nicht.

    Weiter: Schröder lebte als Politiker ganz stark von zwei Erfolgsfaktoren:

    a. von seinem Aussehen (sieht ja aus wie Gary Cooper), und
    b. von seinen verbalen und mimischen Fähigkeiten (deshalb sprechen manche auch von "Staatsschauspieler").

    Sehr oft schon haben Journalisten in Artikeln erwähnt, wie die "Maske" von Schröder regelrecht in sich zusammen fällt, "sobald er sich unbeobachtet fühlt".

    Auch wurde in vielen Artikeln erwähnt, wie sehr Politik zur Droge werden kann. Weil ich das weiß, hege ich keinen persönlichen Groll gegen Schröder. Auch nicht gegen Merkel, die ja aufgeblüht ist wie eine Rose, nachdem fest stand, dass sie Kanzlerin wird. Auch nicht gegen Schäuble, der sich partout nicht auf´s Altenteil zurückzieht (ziehen kann).
    Denn sie alle sind süchtig - und haben damit eine sehr eingeschränkte Aufnahmefähigkeit (die nächste Wahl).

    In die, die scheinbar weniger stark "angefixt" sind (Platzeck, Seehofer) setze ich große Hoffnung, zumal beide genannten, ähnlich wie hierin auch Merkel, nicht dem herkömmlichen Politikertypus entsprechen: Jurist oder Lehrer.

    In den Führungsgremien der deutschen Parteien und Parlamente (auf Bundes- und Länderebene) sind zwei Drittel(!) entweder Juristen (mit über 40%, u.a. Schröder, Stoiber, Westerwelle, Struck, Gysi) oder Geisteswissenschaftler - also alles Leute, die einen Beruf erlernt haben, in dem sie davon leben, entweder: a. sich selber beim Reden zuzuhören und andere damit zu manipulieren/ zur "erziehen", oder b. ihre eigenen Gedanken zu publizieren.

    Was wir verstärkt brauchen sind mehr Ingenieure, Naturwissenschaftler, Handwerksmeister und Volksökonomen in unserern Parteigremien und Parlamenten.
    Die beiden neuen Führungskräfte aus dem Osten sind, in dieser Hinsicht zumindest, vielleicht ein Zeichen der Hoffnung.

    Bitte entschuldigen Sie diesen sehr langen Kommentar, aber ich schaffe nun mal 250 Anschläge in der Minute.

    Thomas Lehmann
    Kein Betriebswirt (habe trotzdem etwas anständiges gelernt)

  3. Was muß ich hier alles an Lobhudelei lesen. Mir platzt der Kopf! Soviel Unterwürfigkeit ist ja schon undemokratisch und erinnert an Personenkult übelster Art.

    Ich kann mir das nur so erklären, daß:

    a. der saturierte Mittelstand von der "Politik" Schröders nicht betroffen ist, und/oder
    b. die meisten Leute Politiker nur nach Parteizugehörigkeit und persönlcher Ausstrahlung beurteilen (Schröder = Clinton, war schon zu lesen. Wundert mich nicht, der hat auch sehr stark von der persönlichen Ausstrahlung gelebt).

    Nur eine Bitte, Herr jpfeffer: Schreiben Sie bitte nicht, daß die Agenda 2010 und Hartz IV "für uns alle" schmerzhafte Einschnitte bedeutet. Wenn Sie in Ihrem Beruf noch tätig sind dürften Sie kaum betroffen sind.

    Der Hinweis auf ihren akademischen Grad war ganz wichtig. Am besten packen wir alle unsere akademischen Grade aus, sofern wir sie haben (und vergleichen wie kleine Jungs, wer...).

  4. Schröder kann mittlerweile einigermaßen gewiß sein, dass der Entschluß, Neuwahlen herbeizuführen, richtig war.

    Was sich seit dem 22. Mai in den Köpfen dieser Republik bewegt hat, hängt eindeutig mit diesem Beschluß zusammen. Die vor uns liegende Epochenwende wird allerdings durch kein Basta dieser Welt mehr rückgängig gemacht werden können.

    Sollte also dieses Ende der Geschichte jetzt mit der Abwicklung des "Ideenbankrotts" beginnen, welche der Bundespräsident bei seiner Antrittsrede noch zu vermeiden trachtete, dann wird die Krebsfrau Angela Merkel uns als Kanzlerin beibringen müssen, wie es sich in Deutschland am allerbesten "Rumkrebsen" läßt und wie man sich im Zeitalter der Ungleichheit, Respekt vor den "Überflüssigen" bewahrt.

    Denn es bleibt bei allen noch ausstehenden Reformen ganz sicher bei einem sehr hohen Sockel von Arbeitslosigkeit. Der "Effizienzmaschinerie" Germany das Recht auf Faulheit abzusprechen, war Schröder's einziger großer Fehler.

  5. Normalerweise ist es eigentlich sinnlos, auf einzelne Kurzkommentare anderer Zeitkommentatoren eines Artikels, wie er über unseren Bundeskanzler verfasst worden ist eine Erläuterung zu geben.

    Doch in Ihrem Fall "Thomas L" möchte ich Sie doch beim nächsten Mal bitten, etwas sachlicher und konstruktiver zu antworten. Sie scheinen sich ja mächtig von meinem Kommentar angegriffen zu fühlen. Das wiederum tut mir "sehr leid", den in Ihren sehr profillosen Aussagen, konnte ich keine konkreten Äusserungen lesen, was Sie eigentlich speziell veranlasst hat, dass Sie mir Unterwürfigkeit und Personenkult vorwerfen.

    Ich bin überzeugt, dass ich in meinen Aussagen nur dass wieder gegeben habe, was meiner Meinung einmal gesagt werden mußte. Es sind einzig und allein meine Aussagen, welche meine Meinung wiedergeben. Wenn ich Ihre einfachgehaltene Persönlichkeit damit verletzt habe, drückt das nur für Sie persönlich aus, dass Sie ein sehr profilloses Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit abzugeben scheinen.

    Menschen mit Charakter und Persönlichkeit, hätten auf jeden Fall die Fähigkeit, eine konkrete und sachliche Schriftform zu finden, um eine substantierte Gegenaussage zu liefern, die man dann auch bewerten könnte.

    Ich würde mich freuen, wenn Ihrem jetzigen Leichtgewicht ein Kommentar folgen würde, der substanziell ausdrückt, was Ihnen an unserem noch amtierenden Bundeskanzler Herrn Schröder wirklich missfällt. Warum Sie Ihn anscheinend nicht in positiver Erinnerung behalten werden und was so falsch an seiner Politik gewesen ist. Erst dann werde ich wie sicherlich auch die anderen Leser dieser Kommentare der Ansicht sein, es mit einer wahren Persönlichkeit zu tun zu haben; die auch konkret dass, was Sie bei mir, wie auch bei anderen positiv beleuchteten Kommentaren über Herrn Bundeskanzler Gerhard Schröder bemängeln, in sachlich konkreter Form gegenüberstellen.

    Thomas L , ich wünsche Ihnen noch eine erfolgreiche und positives Wochenende und freue mich auch ohne einen Titel, auf Ihren nächsten substanziell sehr wichtigen Kommentar!

    Jörg Pfeffer
    Betriebswirt

  6. Ehrlicherweise müssen wir alle zugeben: Wir wissen fast gar nichts über die Gründe für den Rückzug, über das wahre Gesicht des Herrn Schröder. Was wir erkennen, weil wir es/sie kennen, sind ein Haufen Etiketten die Angeheftet an der öffentlichen Person nur einen Schimmer der Persönlichkeit vermuten lassen. Selbsteinschätzung mag sein größtes Etikett gewesen sein; wir sollten ihn besser selbst befragen...

  7. Bundeskanzler Schröder? Da bleibt doch keine Frage offen. Er war kein gestyltes 'Produkt'. Er hat gelebt.

    Mehr als dreißig Jahre als öffentliche Person in der Politik. Mehr als dreißig Jahre im Fadenkreuz von TV und PrintMedien, wie Spiegel, Stern, Zeit und rechtskonservativer Presse. Wer diese Zeitstrecke 'überlebt', der hat einen 'Ritt durchs Feuer' hinter sich. Politische Freunde und Gegner haben bei keiner Gelegenheit die Chance ausgelassen, Schröder zu beschädigen oder das Ende seiner politischen Karriere herbeizuführen. Und: Schröder ist immer noch präsent. Allen Bürgern konnte er es wohl nicht recht machen. Besonders den politischen Gegnern, wenn sie nicht in der Lage oder bereit waren, objektiv zu bewerten.

    Zu beachten ist, daß ein Politiker von kritischen Persönlichkeiten eng begleitet wird.
    Freunde, in der SPD Genossen, Mitarbeiter, Journalisten, ...., Gegner, ... da bleibt kein Charaktermerkmal oder 'Fehltritt' versteckt. Im Gegensatz zu Merkels Vita gibt es im Lebenslauf von Schröder keine Lücken. Selbst der BILD-Leser weiß über Schröder mehr als über seine Nachbarn - links und rechts bzw. oben und unten.

    Schlimm ist, daß einem Politiker der 'Medienkanzler' vorgeworfen ist, wenn er in der Lage ist, eine zwingende Anforderung überzeugend zu erfüllen. Verstehen kann ich, daß Neid als Gefühl hoch kommt, wenn der TV-Moderator merkt, daß sein Interviewpartner druckreif formulieren und besser mit den Kameras 'spielen' kann. Schröder war dazu ein Politiker, der vor der Kamera stets detailsicher war und keiner Frage ausweichen mußte. Dabei wird heut von jedem Vertriebsmanager im Bereich des komplex Selling erwartet, daß er perfekt präsentieren und verhandeln kann (Merkel hätte in diesem Bereich keine Chance!). Fehler werden nicht verziehen, wenn es um Millionen-Aufträge geht.

    Schröders Entwicklung ist wirklich herausragend: Volksschulabschluß, Lehre, Abitur, guter Sportler, abgeschlossenes Studium, Staatsexamen, Rechtsanwalt, ..., JS-Vorsitzender, Abgeordneter, Ministerpräsident, Parteivorsitzender, Kanzler, ....
    'Stress bis zur Oberkante Oberlippe'. Und: immer noch fit (obwohl die letzten 7 Jahren schon ihre Spuren hinterlassen haben.). Da können sich manche Millionärssöhnchen und Kinder aus dem gut betuchten Groß-Bürgertum eine Scheibe abschneiden. Als Golfspieler ist Schröder dagegen nicht bekannt geworden.

    Ich persönlich erwarte von einem Kanzler, daß er wirksam führt. Wenn die Argumente ausgetauscht und bewertet wurden, dann muß der Sachverhalt konkret auf den Punkt gebracht werden. Deshalb werde ich das von der Presse immer wieder besonders medienwirksam herausgestellte Basta vermissen (In der deutschen Medienlandschaft gilt: einmal Basta immer Basta! Hat Schröder eigentlich einmal oder zweimal Basta gesagt?).

    Mit Frau Merkel werden wir uns in der Zukunft auf einem ganz anderen Niveau bewegen. Daran werde ich mich kaum gewöhnen (Man sollte ihr das Gehalt leistungsgerecht kürzen.). Aber sie ist noch nicht gewählt. Vielleicht bekommt die Union doch noch ihre Chance einen politischen Profi, ohne Fragen und Lücken im Lebenslauf, als Regierungs-Chef zu bestellen. Mit Persönlichkeit, aber bitte keinen 'Betrüger'.

    Haspeln, stottern stolpern, ... und Fakten nicht bereit haben (ohne dann den Mund zu halten, z.B. die 4 Töchter von Prof. Kirchhoff), das ertrage ich nicht.

    Merkel, mit allgegennwärtigem e-Mail-Berater Prof. Sauer im Schlepptau, finde ich wirklich nicht gut.

    Auf jeden Fall war Schröders Basta kein 'mörderischer Giftpfeil'!

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