Das Jahr 2005 ist ein historisches Jahr für die in Barcelona ansässige spanische Wirtschaftsschule Instituto de Estudios Superiores - und für den Bildungsstandort Europa. Denn gemäß einem gerade von der britischen Economist Intelligence Unit veröffentlichten Ranking bietet Iese, wie die Schule abgekürzt heißt, weltweit den besten Vollzeitkurs zum Master of Business Administration (MBA) an. Nicht Harvard oder Stanford - nein Iese. Eine Schule, die einen rasanten Aufstieg hinter sich hat: Vergangenes Jahr lag der ausgegliederte Wirtschaftszweig der privaten Universität von Navarra im gleichen Ranking noch auf dem neunten Platz, auch das schon bemerkenswert für eine Business School vom europäischen Kontinent.

Woher der erneute Sprung? Ausschlaggebend war für die Economist-Experten diesmal vor allem, was die Absolventen rückblickend von ihrer Schule halten.

Dabei wurde besonders gewichtet, wie schnell die Studenten nach Abschluss des zweijährigen Programms einen Job finden und wie viel sie in diesem verdienen.

Bei den Iese-Abgängern des vergangenen Jahres dauerte die Arbeitssuche demnach meist nur drei Monate, und das Durchschnittsgehalt betrug umgerechnet 142 000 Dollar. So viel bekommen nicht einmal die Absolventen des so genannten Executive-MBA-Programms bei der anderen renommierten spanischen Business School, Instituto de Empresa - und die sind schon deutlich weiter in der Karriere als die Studenten des hoch gelobten Konkurrenten. Selbst bei Iese ist man überrascht. Bis jetzt lag das Durchschnittsgehalt eines Iese-Absolventen zwischen 85 000 und 90 000 Dollar, sagt Sprecherin Carina Gemperle.

Vielleicht hat auch der eine oder andere Absolvent etwas geschwindelt. Und die Aussagekraft von MBA-Rankings, in denen die erfragten Daten selten nachgeprüft werden und die Ergebnisse ohne ersichtlichen Grund von Jahr zu Jahr stark variieren, mag man grundsätzlich in Zweifel ziehen. Doch die Iese hat unabhängig davon längst einen sehr guten Ruf, vor allem in Deutschland.

Viele ihrer Abgänger haben bei Siemens, Henkel oder Bayer einen Job gefunden.

Zu diesem Ruf hat ihr auch die Allianz mit Harvard verholfen. Harvard setzt bei der Ausbildung vor allem auf Fallstudien - und genau dieses System holte Iese nach Europa.