Mit der Konzentration der gesamten Wirtschafts-, Finanz-, Steuer- und Industriepolitik in einem einzigen Ministerium ist Frankreich europaweit ein Unikum. Zudem ist im Riesengebäude am Quai de Bercy auch die Agentur für Staatsbetriebe angesiedelt, der die insgesamt 1300 öffentlichen Unternehmen und Beteiligungen unterstehen. Durch seine gewaltigen Kompetenzen hat Thierry Breton, der Minister für Wirtschaft und Finanzen, das machtvollste und gefürchtetste aller politischen Spitzenämter inne. Aber sein Amt ist auch am stärksten gefährdet. Über ihm rangiert allein der Staatspräsident, der mit seinen Ministern wenig zimperlich umspringt. In den zwölf Jahren seit 1993, als das Ministerium aus dem Louvre in den Neubau von Bercy umzog, hat Frankreich insgesamt zwölf Wirtschafts- und Finanzminister erlebt. mön