USA "Wir sind nur drei Monate von der Armut entfernt"
Mit ihrer Kauflust stützten die amerikanischen Verbraucher die Weltkonjunktur. Jetzt kippt die Stimmung: Weniger Lohn, kleinere Renten und das Ende des Immobilienbooms verunsichern die amerikanische Mittelschicht
Als Helen Myers* im Januar in ihren alten Job zurückkehrte, hatte sich ihre Welt verändert. Die 52-jährige Stewardess hatte drei Jahre lang pausiert, um eine schwere Krebserkrankung zu überwinden. In der Zwischenzeit wandelte sich ihr Arbeitsplatz bei United Airlines gründlich. So wie die ganze Branche. »Zuerst fiel mir natürlich auf, dass ich 30 Prozent weniger Gehalt erhielt«, erzählt sie. Dann erfuhr sie, dass sie von den ärztlichen Behandlungskosten einen größeren Teil als früher selbst bezahlen muss. Und sie sollte im Monat 20Stunden mehr fliegen. »Irgendwie fragte ich mich: Wo waren unsere Gewerkschaften in diesen Jahren? Kämpfen die nicht mehr?«
Arbeitsbedingungen, Bezahlung, sonstige Vergünstigungen – alles hat sich für Helen Myers in wenigen Jahren dramatisch verschlechtert. Und damit ist sie kein Einzelfall. Im Gegenteil: Seit der Wirtschaftsflaute zur Jahrtausendwende haben viele Amerikaner aus der Mittelschicht empfindlich zurückstecken müssen. In etlichen Branchen wie der Luftfahrt oder im Automobilbau stehen die Gewerkschaften mit dem Rücken zur Wand, die Beschäftigten bangen um ihre Jobs – Löhne und Sozialleistungen werden erbarmungslos gekürzt. Viele jener Bürger, die sich einst als Besserverdienende wirtschaftlich komfortabel und sicher wähnten, mussten entweder den eigenen Lebensstandard radikal absenken, Rücklagen auflösen oder sich tief verschulden. Und zu dem Druck auf die Löhne kommen in jüngster Zeit noch zwei beunruhigende Entwicklungen hinzu: Die Alterssicherung vieler US-Amerikaner bröckelt, und der Wert ihrer Häuser droht nach Jahren wilder Immobilienspekulationen in sich zusammenzufallen. »Ökonomische Sicherheit ist eine Sache der Vergangenheit«, sagt Paul Krugman, Wirtschaftsprofessor an der Universität Princeton und Kolumnist der New York Times.
Beobachter der amerikanischen Konjunktur an der Wall Street und in den Wirtschaftsfakultäten fragen sich in diesen Tagen: Wie groß ist der Frust in den Mittelschichten? Wie viele Helen Myers gibt es in Amerika? Beißen sie die Zähne zusammen und hoffen weiterhin auf bessere Zeiten, oder verlieren sie jetzt endgültig ihre Zuversicht? Könnte die Mittelschicht ihre ausgeprägte Lust am Kaufen verlieren und so die Wirtschaft einbrechen lassen?
Für Konjunkturbeobachter sind das entscheidende Punkte, denn Amerikas Ökonomie ist auf Gedeih und Verderb auf den Eifer der amerikanischen Konsumenten angewiesen. Konsumausgaben sind für schätzungsweise 70 Prozent des US-Sozialprodukts verantwortlich – und ohne amerikanisches Wachstum sähe es auch düster für die Weltkonjunktur aus. Nach dem Börsencrash der Jahrtausendwende und den Terroranschlägen des Jahres 2001 haben amerikanische Verbraucher alles gegeben: Sie erwiesen sich als unbeirrte Einkaufsmaschinen, die anders als nach der Rezession im Jahre 1991 lieber Kredite aufnahmen, als den Gürtel enger zu schnallen. Doch inzwischen mehren sich die Zweifel, Experten warnen: Der Kaufrausch verflüchtigt sich langsam. Zu viele Amerikaner leben inzwischen zu nahe am Abgrund.
»Eines muss man sich klarmachen«, sagt Harvey Molson*. »Wir sind stets drei Monate von der Armut entfernt. Und das ist ganz normal. Den meisten unserer Freunde geht es genau so.«
Molson ist 41 Jahre alt, verheiratet. Vor einem knappen Jahr kam sein erster Sohn zur Welt. Die junge Familie wohnt in Washington DC, in einer einst düsteren Gegend auf dem Capitol Hill, die in den vergangenen Jahren kräftig an Attraktivität gewonnen und Familien aus den Mittelschichten angelockt hat. »Vor 20 Jahren haben sie hier Matratzen in die Fenster gestellt, damit keine Querschläger von den Schießereien ins Haus kamen«, sagt Molson. »Jetzt wohnen hier Leute wie wir.«
Leute wie die Molsons stehen für die neue, die verunsicherte, die ärmere amerikanische Mittelschicht: Er ein PR-Berater, der in den späten Boomjahren der neunziger Jahre Technologiefirmen beriet, es aber nie zum Dotcom-Millionär schaffte. Sie für die kommenden Jahre eine Hausfrau. Die Kreditkartenschulden der beiden belaufen sich auf 6000 Dollar, und sie hat noch einen Studentenkredit von 10000 Dollar abzubezahlen. Versteckte Schulden wie viele andere Amerikaner haben sie nicht: keine auf Raten gekauften Autos oder Möbel. »Unser Auto ist 17 Jahre alt, aber unseres«, sagt Harvey.
Doch den Molsons ist auch klar, dass ihnen ein paar klassische Komponenten der Mittelschicht fehlen: Rücklagen fürs Alter, ein Hypothekenkredit, die Aussicht auf ein Eigenheim. Ein wenig Wohlstand, um im Fall eines Jobverlustes oder einer unerwartet hohen Arztrechnung nicht plötzlich vor dem Aus zu stehen. Allerdings muss man sagen, dass sich die Molsons bestenfalls halbherzig um eine Aufnahme in den Club der wohlhabenden Mittelschichtler bemüht haben. »Ich verdiene Monat für Monat mehr Geld, als mein Vater es jemals getan hat«, sagt er. »Aber der hat ein Haus, ein Boot, hat zwei Kinder zur Schule geschickt und lebt jetzt von seiner Pension.« Doch würde Molson sparen und sein Geld anlegen? »Ich habe genug Leute gesehen, die in den neunziger Jahren ihr Geld zurückgelegt haben, und es hat sich in Luft aufgelöst«, sagt er. Und ein Hauskauf? Die Molsons mieten ihre geräumige, kürzlich renovierte Wohnung für 1500 Dollar im Monat. Eine etwas größere Immobilie schräg gegenüber steht gerade zum Verkauf. Sie soll 845000 Dollar kosten, plus Renovierung. »Warum sollte ich das kaufen?«, fragt Molson, »das wäre doch im Augenblick ökonomischer Unfug.«
Auch die junge Familie Molson ist kein Einzelfall. Die Ökonomen Asena Caner und Edward N. Wolff ermittelten im vergangenen Jahr, dass trotz steigender Einkommen eine alarmierend hohe Zahl von Familien der Mittelschicht praktisch keine Rücklagen habe. Je nach Berechnung seien 26bis 41 Prozent aller US-Haushalte »arm an Vermögenswerten« – was die Ökonomen so definierten, dass das Ersparte ausreichen würde, um als Familie drei Monaten ohne Einkommen überleben zu können. Kein Wunder, dass die Zahl der Privatbankrotte steigt. Häufig steht ein Schicksalsschlag am Anfang des finanziellen Absturzes: ein Unfall, eine schwere Krankheit, der Verlust des Arbeitsplatzes. Inzwischen wird aber mehr und mehr zum Risiko, was alle einmal trifft: das Alter.
Nach endlosen Sparrunden kündigte United Airlines, der Arbeitgeber der Stewardess Helen Myers, zuletzt auch die Betriebsrenten auf. Amerikanische Gesetze machen dies möglich. Eine staatliche Versicherungsorganisation springt in solchen Fällen für die Pensionäre ein – doch häufig mit stark verringerten Leistungen. »Ich war zwanzig Jahre lang bei diesem Unternehmen«, klagt die Stewardess Myers. »In meiner Schulzeit kamen Piloten und Stewardessen in die Klassen und haben geworben, was für ein toller Job dies sei. Es war ein Beruf für eine Dame. Als ich bei United anfing, dachte ich mir: Jetzt stehen wir auf sicheren Füßen.«
Eine Fülle von Unternehmen hat in den vergangenen Monaten ähnlich wie United seine Pensionszusagen gekündigt. Drei weitere große US-Fluggesellschaften kürzten oder strichen ihre Pensionen, der Autohersteller Ford suspendierte seine Beiträge zu den Pensionen der Angestellten, sogar einige Pensionsfonds für Angestellte des öffentlichen Dienstes stecken in Zahlungsproblemen. »Sie stehen jetzt allein da« titelte kürzlich das Magazin Fortune. Nach Untersuchungen des Levy Economics Institute sind die Altersrücklagen eines Amerikaners mit mittlerem Einkommen von 1983 bis 2001 um 5,9 Prozent zurückgegangen. In der Mittelschicht stellen sich immer mehr darauf ein, dass sie bis ins hohe Alter arbeiten müssen.
Denn neben der betrieblichen Altersvorsorge droht auch die zweite wichtige Säule für den Ruhestand wegzubrechen: das Immobilienvermögen. Haus- und Grundbesitz ist in den Vereinigten Staaten viel weiter verbreitet als der Besitz von Aktien oder Pensionsfonds. In den vergangenen Jahren hatten niedrige Zinsen und kräftig steigende Hauspreise viele Amerikaner auf dem Papier reich gemacht und ihnen ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Das war ein wesentlicher Grund dafür, dass sie nach dem Aktiencrash der Jahrtausendwende so munter weiter einkauften.
Um in den mageren Zeiten zusätzliches Geld lockerzumachen, waren Umfinanzierungen der große Schrei: Man kaufte seine Hypotheken zurück und finanzierte zu niedrigen Zinssätzen neu. Das verringerte die monatlichen Zins- und Tilgungsraten erheblich, und mancher nahm noch mal ein paar zehntausend Dollar extra auf. Insgesamt, schätzt die Notenbank, haben Amerikaner ihre Immobilien auf diese Weise um 600 Milliarden Dollar zusätzlich beliehen, und ein Viertel bis ein Drittel dieser Summer dürfte in den Konsum geflossen sein. Das allein könnte einen Prozentpunkt der hohen amerikanischen Wachstumsziffern erklären – als Wachstum auf Pump. Hinzu kamen weit überzogene Konten und Kreditkarten, das Auflösen von Aktienfonds und Altersrücklagen zugunsten des Konsums. Die schon seit langem niedrige Sparquote der Amerikaner fiel in diesem Sommer sogar auf negative Werte – das heißt, dass insgesamt mehr Schulden aufgenommen als Ersparnisse angelegt wurden.
Doch das Spiel der vergangenen fünf Jahre, solche Kredite durch niedrige Zinsen und steigende Hauspreise abzusichern, ist zu Ende. Längst steigen die Zinsen wieder – erst in der vergangenen Woche erhöhte die Notenbank die Sätze erneut –, und die vermeintlich so günstigen neuen Hypothekenverträge zeigen ihre dunkle Seite. Denn ein Großteil von ihnen wurde auf eine variable Verzinsung umgestellt. Das heißt, mit steigenden Zinssätzen wächst die monatliche Belastung immer weiter an. Zugleich sind die Wertsteigerungen am Immobilienmarkt zu Ende. Die Hauspreise bleiben so hoch, dass potenzielle Erstkäufer wie Harvey Molson oft keine Chance sehen, aber je nach Region steigen die Preise jetzt langsamer oder stagnieren.
Notenbankchef Alan Greenspan mochte kürzlich vor dem Economic Club of New York nicht von einer »Spekulationsblase« bei den Immobilien sprechen, doch von »Schaum« – einer Fülle kleinerer Blasen in regionalen Märkten. Robert J. Shiller, ein Ökonom an der Universität Yale und in der Aktien-Spekulationsblase der neunziger Jahre ein früher Mahner, sagt in diesen Tagen gar einen Zusammenbruch der Immobilienpreise voraus. Viele Warnsignale. Die Frage ist nur: Wie reagieren die Verbraucher darauf?
»Es ist eine eigenartige Sache mit dem amerikanischen Optimismus«, sagt J. Bradford DeLong. Der Ökonom an der University of California in Berkeley kratzt sich wegen des sonnigen Gemüts seiner Landsleute am Kopf. »40 Prozent der Amerikaner erwarten, dass sie irgendwann zum obersten Prozent der Einkommensverteilung gehören werden«, sagt DeLong. »Das kann sich natürlich nie erfüllen. In Wahrheit sind die sozialen Aufstiegsmöglichkeiten in Amerika nicht einmal größer als die in Westeuropa.«
Inzwischen sieht DeLong dunkle Wolken über der optimistischen Selbsteinschätzung der amerikanischen Mittelschichten heraufziehen. Gemeinsam mit einem Fakultätskollegen sorgte er im Februar mit einem Aufsatz für Aufsehen, in dem sie eine rapide zunehmende Verunsicherung der amerikanischen Mittelschichten vorhersagten. »Ökonomische Unsicherheit wird die psychologischen Grundlagen aushöhlen, auf denen der Konsens in diesem Land ruht: ökonomische Stabilität für die Mittelschichten«, mahnte das Akademikerduo. Zahlreiche Medien griffen das Thema seither auf. Das Wall Street Journal und die New York Times berichteten in groß angelegten Serien über das »Ende des Amerikanischen Traums« oder gar die »Rückkehr des Klassenkampfes«.
Tatsächlich lässt sich nachweisen, dass der Optimismus Dämpfer erhalten hat. Über die vergangenen drei Monate verzeichneten Verbraucherumfragen, wie sie das New Yorker Institut Conference Board und die Universität Michigan monatlich durchführen, eine so schlechte Stimmung wie lange nicht mehr. Beide registrierten einen scharfen Abfall, der Index aus Michigan landete gar auf seinem tiefsten Stand seit 13 Jahren. Auslöser mag es dafür viele gegeben haben: die Wirbelstürme an der amerikanischen Golfküste, hohe Ölpreise, schlechte Nachrichten aus dem Irak und der Vertrauensverlust der Bush-Regierung oder die wachsende Staatsverschuldung. Doch bislang hatten die amerikanischen Verbraucher ähnliche Schläge gleichmütig weggesteckt, ihre Zuversicht schien unerschütterlich. Das hat sich geändert.
»Zurzeit berichten mehr als ein Drittel aller Konsumenten, dass sich ihre finanzielle Lage verschlechtert«, sagt Richard Curtin, der diese Umfragen an der Universität Michigan organisiert. Schon stellen sich die Einzelhändler auf ein schwieriges Weihnachtsgeschäft ein. Und die Supermarktkette Wal-Mart schaltet neuerdings mehrseitige Anzeigen im Modemagazin Vogue – wohl in der Erwartung, dass selbst die wohlhabende Vogue-Leserschaft inzwischen jeden Dollar mehrfach umdreht und von noblen Boutiquen zum Billiganbieter wechselt.
Das Urteil, das Bill Gross, Direktor der einflussreichen kalifornischen Anlagefirma Pacific Investment Management Company, heute über die amerikanische Wirtschaft fällt, ist erschreckend: »Ein Schloss, das auf Sand gebaut ist.« Wie etliche Ökonomen entwirft der Investmentexperte inzwischen düstere Szenarien, in denen das lange Gefürchtete passiert: Der Konsum fällt ab, die Konjunktur bricht ein, internationale Anleger verlieren das Vertrauen in die amerikanische Wirtschaftskraft, ziehen Investitionen ab, der Dollar kollabiert. Kommt es so schlimm? »Wenn die realen Hauspreise in den USA 2006 und 2007 fallen sollten, wäre eine Rezession fast nicht zu vermeiden«, sagt Bill Gross.
Die Stewardess Helen Myers hat ihre Entscheidung längst getroffen: Von Konsumrausch wird bei den Myers in den kommenden Jahren keine Rede sein. Nach den Gehaltskürzungen bringt sie nach ihren Angaben zwar noch immer etwa 50000 Dollar im Jahr nach Hause, ihr Mann verdient ähnlich viel. Das ist für die Vereinigten Staaten ein stattliches Gehalt. Doch auch ihre Medizinrechnungen sind hoch. Aus dem teuren Los Angeles sind sie inzwischen nach Denver umgezogen, in ein billigeres, kleineres Haus. Rücklagen fürs Alter, sagt Helen, hätten sie quasi keine. Die beiden Söhne hat sie zur Armee geschickt, weil eine College-Ausbildung zu kostspielig war. »Ich muss diesen Job behalten und hart sparen, um über die Runden zu kommen.« Von Zuversicht keine Spur mehr. »Ich bin jetzt in meinen Fünfzigern, was bleibt mir da, soll ich in einer Bar arbeiten?«
* Name von der Redaktion geändert
- Datum
- Quelle (c) DIE ZEIT 10.11.2005 Nr.46
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Der Artikel: >Wir sind nur drei Monate von der Armut entfernt< trifft zu 100 % die derzeitige Situation der Generation Y (30 40 Jährigen). Im Rahmen der gesättigten Volkswirtschaft in es kaum noch möglich langfristig zu Planen oder eine Existenz aufzubauen. Zumal diese Generation neben der eigenen Altersversorgung die derzeitige Rentnergeneration (verdienter Massen) versorgen muss. Entscheiden ist nur noch, ob man in der Lage ist rechtzeitig in Club der oberen 1/3 zu wechseln oder im Verein der 2/3 gerade so über die Runden zu kommen (Kommt der Klassenkampf zurück?). Nur noch Beamte oder Topverdiener müssen sich keine ernsthaften Gedanken über ihre Altersvorsorge machen. Alle anderen reisen entweder ihrer Arbeit hinterher (Wozu ein Haus bauen?) oder kämpfen mit Jobs aller möglichen Couleur (z.B. Schwarzarbeit) um das nötige Zubrot (Wo bleiben die Gewerkschaften?). Ich bin der Meinung, dass 90 % aller Bundesbürger die gesetzliche Altersversorgung abgeschrieben haben. Auch hier gibt es nur zwei Möglichkeiten: Alles im Hier und Jetzt verwenden oder auf vieles Verzichten (z.B. ein Kinoabend für 10 !) und sparen. Wer sich dieser Situation bewusst ist, gibt kaum noch Geld aus.
Ob er sich selbst damit letztendlich schadet, oder das komplette System Soziale Marktwirtschaft zerrüttet, kann am Konsumverhalten ablesen werde. Wozu kaufen, wenn ich es kostenlos übers Internet beziehen kann? Warum die Qualität und Preis aus Deutschland, wenn ich in einem schnelllebigen Markt (z.B. Unterhaltungselektronik?) es billiger bekommen kann. Wozu Steuern zahlen, wenn alle etc. All das wäre für den psychologischen Faktor nur zur 50% Präsent, wenn sich nicht die Frage aufdrängen würde: »Ich verdiene Monat für Monat mehr Geld, als mein Vater es jemals getan hat«, sagt er. »Aber der hat ein Haus, ein Boot, hat zwei Kinder zur Schule geschickt und lebt jetzt von seiner Pension.« Warum schaffe ich das nicht? Das wäre doch mal ein Artikel wert, oder? Einige Gründe kenne ich schon, aber vielleicht haben Sie noch einig Argumentationshilfe für mich.
Mit freundlichen Grüßen Siewertsen
Hier schreibt eine, die in den USA lebt (PA) und sich daher einbildet, es einigermassen beurteilen zu koennen.
Natuerlich gibt es solche Leute wie die Beschriebenen, aber die gehoeren doch nicht zur Mittelschicht! Wer nie spart und sich sein Haus nicht kauft, gilt hier nicht als zur Mittelschicht zugehoerig!
Und die Stewardess bekommt nach ihren Kuerzungen noch immer 50,000 $ jaehrlich? WOW! Und ihr Mann ebenso? Hey, aus unserer Sicht sind das sehr vermoegende Leute! Mein Mann bringt im Jahr 26,000 $ nach Hause, ich habe kein eigenes Einkommen. Und trotzdem koennen wir uns ein Riesenhaus draussen auf dem Land leisten, und obwohl wir nicht reich sind, fehlt es doch an nichts. Und das bei einem Viertel des Einkommens dieser "armen, armen" Leute?
Nee, also da ist irgend'was durcheinander geraten in Ihrem Bericht! Wer im Jahr 100,000 $ Einkkommen hat, ist doch nun echt nicht arm, Arztrechnungen hin oder her!
Das, was Sie da beschreiben, mit den nachtraeglichen Umfinanzierungen von Immobilien, das sind Bauernfaengereien, und das kann man wissen! Wer sein Haus halb abbezahlt hat und dann umfinanziert, das frische Geld dann aber nicht ins Haus steckt, sondern lieber zwei neue Autos kauft oder auf Kreuzfahrt geht, der muss sich doch nicht wundern, wenn er ganz schnell sein Haus los ist. Diese Finanzfirmen sind unserioes, sie schmeissen Leuten Geld hinterher, die es sich eigentlich gar nicht leisten koennten, so hohe Kredite aufzunehmen. Es ist absehbar, dass die die neuen Kredite nicht bedienen koennen, und das genau ist es auch, was diese Firmen wollen. Die Kreditnehmer haben ihnen ihre Haueser ueberschrieben, und die werden dann natuerlich enteignet. Alles nichts Neues, und wer das nicht weiss, hat nicht aufgepasst.
Also, ich glaube nicht, dass eine Krise bevorsteht!
Ob dass das ende des Kapitalismus ist, da ja sozusagen sein Herz stillsteht ? Ich denke nicht. Ich denke, dass das die beste Bestätigung für den Kapitalismus ist, indem er eine schlecht wirtschaftende Regierung richten wird, nach den Gestetzen des Marktes. Die Mitarbeiter dieser Firma hatten die längste Zeit ihren Blick zu sehr auf ihren eigenen Vorteil fokussiert, ohne dafür von den Übergeordneten gestraft worden zu sein. Ich glaube das dort kein leitender Mitarbeiter so richtig im ursprünglichen Ideengebäude dieser Firma wohnt, sie täuschen es nur vor, in dem sie ab und zu ein paar ihnen bekannte Details und Umrisse wiedergeben. Wenn ich nicht irre,was aber aufgrund der Unberechenbarkeit,welche ja wiederum auf seiner Berechenbarkeit beruht,unwahrscheinlich ist,wird es keine andere Möglichkeit zur Reformation dieser Firma geben als eine Neubesetzung der Spitze unter Berücksichtigung ihrer Eigenschaft als Modell, welches keine Waffe für Terroristen mehr darstellt, sondern Kraft seiner Symbolwirkung die Menschen mit suchendem Herzen zwar nicht von sich,aber von der über ihr stehenden Idee uberzeugen kann. Ich glaube noch daran.
Was denken sie?
Schreiben sie nicht, es ist sowieso falsch.
Es gibt nur eine Wahrheit. Und die weiss ich.
Danke.
Hallo, suche anderen artikel in der Zeit, der etwas mehr infos
zum folgenden zitat beisteuerte.
»40 Prozent der Amerikaner erwarten, dass sie irgendwann zum obersten Prozent der Einkommensverteilung gehören werden«, sagt DeLong
Es ging in etwa so. 20% der Amis glauben in diesen 1% zu leben und 40% denken sie werden es mal schaffen.
Es ist schwer sowas in suchmaschinen zu formulieren. kein semantisches Web. Hat dieser Autor oder ein anderer diesen vorhergegangenen Artikel verfasst?
Danke Markus
einen Gutteil Amerikaskepsis, ein paar Statistiken und Einzelschicksale, und schon entsteht eine Mischung aus Kommentar und Nachricht, die die Vorurteile eines Teils der Leserschaft hervorragend bedient, die Wirklichkeit in den USA
aber ausblendet.
Hat die "Zeit" denn wirklich keinen Amerikakorrespondenten,
der hier lange genug lebt und qualifiziert berichten kann ?
Jedes der angerissenen Themen verdient eine klare Analyse.
Hier ist nicht alles besser als in Europa, aber verarmende
Mittelschichten suche ich vergebens.
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