15 Jahre lang, von 1988 bis 2003, war Alois Glück Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion. Seit 1970 ist er Mitglied des Bayerischen Landtags. Der 65-Jährige ist zudem Vorsitzender der CSU Oberbayern, des mitgliederstärksten Bezirksverbands der Partei.

DIE ZEIT: Herr Glück, Sie kennen Edmund Stoiber seit mehr als 30 Jahren.

Verstehen Sie seinen Rückzug aus Berlin?

Alois Glück: Ich kann seine Entscheidung menschlich nachvollziehen, aber politisch ist sie schwierig. Wir haben ihm vonseiten der Partei von Anfang an freie Hand gegeben. Beides, zunächst der angekündigte Wechsel und nun der Verbleib in Bayern, waren seine persönlichen Entscheidungen, die er jeweils ohne Beratung in den Gremien getroffen hat.

ZEIT: Wie sehr schadet dieser Rückzug der CSU?

Glück: Wir müssen darauf achten, dass Stoibers Entscheidung den bundespolitischen Einfluss der CSU nicht schwächt. Ich war immer für seinen Wechsel nach Berlin, um die bundespolitische Verantwortung der CSU in einer Großen Koalition zur Geltung zu bringen. Jetzt darf vor allem eines nicht passieren: dass wir uns mehrheitlich mental auf Bayern zurückziehen. Die CSU muss auch eine bundespolitisch ausgerichtete Partei bleiben. Manche in der Partei reden mir zu ausschließlich darüber: Was nützt Bayern? Das ist zu kurz gesprungen.

ZEIT: Aber kann Stoiber das noch garantieren? In Berlin wird er von vielen nicht mehr ernst genommen.