IT-Visionär Beim Laptop des ProphetenSeite 3/3
Negroponte: Innovation ist nichts Kulturelles in dem Sinne, dass Ägypten arabeske oder Indien hinduistische Ideen hat. Zwei Elemente treiben sie an: erstens der Appetit auf Risiko, zweitens der Ehrgeiz, etwas aus verschiedenen Perspektiven betrachten zu können. Beide Voraussetzungen fehlen im Großen und Ganzen in der Dritten Welt – erst recht, wo es ums Überleben geht. Entwicklung entsteht aus Disziplin, nicht aus Chaos.
ZEIT: Anfang des Jahres haben Sie die 100-Dollar-Laptop-Initiative gestartet. Sie wollen 100 Millionen Laptops in die Entwicklungsländer bringen, mit Hilfe lokaler Regierungen. Wird das schon die Welt verändern?
Negroponte: Bildung ist für jedes Weltproblem – dazu gehören auch so große wie Krieg, Armut oder Umweltzerstörung – die Lösung oder ein Teil der Lösung. Tatsächlich gibt es keine Lösungen, ohne dass Bildung daran beteiligt wäre. Aber nur ein Teil dessen, was wir lernen, wird durch Lehre vermittelt. Weit mehr ist das Resultat aus unserer Interaktion mit der Welt um uns herum. Auf diese Weise haben wir sprechen und laufen gelernt. Beim 100-Dollar-Laptop – demnächst eine Realität! – geht es darum, das Lernen zu einer kontinuierlichen Erfahrung zu machen, mit einem Laptop für jedes Kind.
ZEIT: Könnte das Internet am Ende »aufwachen« und eine Art künstliche Intelligenz daraus hervorgehen? Es gibt seriöse Wissenschaftler, die das nicht ausschließen. Würde Ihnen das gefallen?
Negroponte: Ich schließe wenig aus. Wenn dies einträfe: Es würde mir nicht die Sprache verschlagen.
Die Fragen stellte Niels Boeing
- Datum 17.11.2005 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 17.11.2005 Nr.47
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Herr Negroponte beklagt zurecht die Qualität der Software. Leider geht er nicht auf die Ursachen dieses Mangels ein, der in der heutigen üblichen Programmiermethode liegt.
Lassen Sie mich daher dazu folgendes sagen:
Computern bewirken etwas dadurch, dass Ketten von Anweisungen erst in den Bits der Computer-Elektronik gespeichert und dann durch den Computer ausgeführt werden. Die Folge der Anweisungen (und ihrer Teile), das Programm, ist das Ergebniss eines Herstellungsprozesses, an dessen Anfang die Idee dessen, was die Folge der Anweisungen bewirken soll, steht. Im Verlauf dieses Prozesses wird die Idee in eine Hierarchie von Unterideen aufgelöst, an deren Ende dann die Folge der vom Computer lesbaren Anweisungen entsteht. Der Mangel der heutigen Programmiermethode besteht nun darin, dass obwohl die Programmierung einer (Unter)Idee von ihrer Funktion ausgeht, im Zuge der Programmierung kein formaler zwingender Vergleich zwischen der jeweiligen Funktions-Idee und der Funktion der zugehörigen Anweisungsfolge vorgenommen wird. Die heute gängigen imperativen Programmiersysteme liefern nur die Anweisungsfolge für das Wirken des Computers, nicht aber eine computerlesbare Beschreibung der Programm-Idee, anhand derer man die Richtigkeit eines Programms (automatisch) prüfen könnte.
Die Folgen beklagt Herr Negroponte.
Es ist jedoch Abhilfe in Sicht, die aus Sicht der gewohnten Programmierwelt gewöhnungsbedürftig ist, unter dem zunehmenden Leidensdruck aber Einzug in die übliche Programmierwelt halten könnte. Aber das ist dann ein anderes Thema.
Nun ist es also soweit:
Nach dem Volkswagen und dem Volkskühlschrank und der Volksmikrowelle gibt es :
Das Volksnotebook-oder ein Spielzeug
für die Kleinsten.
Jetzt wird es in vielen Ländern der anderen Welt überall Googleeeen.Und Mäileeeen.oder Yahoooon.
Ist so ein Gerät eigentlich-vom pädagogischen Standpunkt gesehen-sinnvoll?Nichts gegen den technischen Nutzen für morgen oder danach-bloss welche Eltern engagieren sich da noch?Ist das dann nicht die Ablösung von der Glotze und Puschen - Kino?
Fehlt jetzt eigentlich nut noch der internationale Volksanschluss fürs web.....
Oh,ja,nicht zu vergessen den Volksdrucker-ohne Papier läuft eh nix mehr.
Schöne Idee damals,vom elektronischen Büro und Papier
ade.Soviel bedrucktes Papier habe ich noch nie in meinem Berufsleben gesehen,wie nach der Einführung des web und
Fenstermillionenfehler aus USA.
War wohl doch nicht ganz so im Sinne des Erfinders,oder?
Konrad Zuse hatte sich die Sache 1941 eigentlich in Braunschweig ganz anders vorgestellt.
Hilmar kLuß Oldenburg,den 16.11.2005
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