folter Operation NasenschlauchSeite 3/3

Der Brite Ruhal Ahmed versteckt sich hinter einer Wand, weil er nur unter der Bedingung erzählen will, dass man ihn dabei nicht sieht. Er schäme sich für die ihm zugefügten Erniedrigungen, die er nicht weiter im Detail beschreiben könne. Im Lager habe er als Dolmetscher gearbeitet, sei bei unangenehmen Antworten geschlagen worden. Seine Existenz sei heute ruiniert, er bekomme keinen Job mehr. Ähnliches berichtet der Russe Rustan Achmjarow. Er sei von pakistanischen Behörden an Amerikaner »verkauft« worden, 18 Monate in Guantánamo gesessen und habe sich dort Hepatitis B eingefangen. In seiner Heimat sei er für immer stigmatisiert: »Wenn ich mich irgendwo bewerbe, wird sofort die Polizei gerufen.«

Es mögen zum Teil Islamisten sein , die hier ihre subjektive Sicht des Lagers schildern. Gewaltbereite Kriminelle sind sie offenbar nicht. Sie alle haben gemeinsam, dass ihnen auch nach Jahren im Lager keine Straftat nachgewiesen werden konnte. Moasam Begg, ein klein gewachsener Brite, besuchte in den Neunzigern mehrmals Ausbildungslager in Afghanistan, reiste während des Bosnienkrieges auf den Balkan und wurde schließlich verhaftet, weil er Kontakt zu den Attentätern des 11. September gehabt haben soll. Straftaten habe er keine begangen, versichern heute die Behörden. Er saß zunächst im US-Gefängnis im afghanischen Bagram, dann drei Jahre in Guantánamo, ehe er Anfang dieses Jahres freigelassen wurde. Begg sagt, er fühle sich schuldig, die Lager überlebt zu haben, und er wolle die Lage »gerecht« schildern, um seinen »Brüdern« zu helfen. Ja, es habe in den Lagern anständige Beamte gegeben, auch Veteranen, die ihm erzählten, selbst gefoltert worden zu sein. In Bagram habe er aber beobachtet, wie zwei Häftlinge buchstäblich erschlagen wurden. Tatsächlich hält auch der Bericht des State Departments an die UN fest, dass zwei Häftlinge in Afghanistan von mehreren Soldaten zu Tode geprügelt worden waren. 28 Soldaten, so der Bericht, hätten »Konsequenzen« zu erwarten. Auch Afghanistans Präsident Hamid Karsai verurteilte das Verbrechen.

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Moasam Begg erzählt dann noch die Geschichte mit dem Iguana. Bei seiner Ankunft in Guantánamo hatte er von dem besonderen Schutz gehört, den das seltene Chamäleon hier genieße. 10000 Dollar Strafe koste es, das Reptil mutwillig zu töten. Die internationalen Tierschutzgesetze würden nämlich auch hier auf der Militärbasis gelten. Moasam Begg sagt: »Ich verlange, dass eure internationalen Schutzgesetze auch für uns gelten.«

 
Leser-Kommentare
  1. Klenks Welt besteht hier im Grunde genommen aus Bruchteilen, die er zusammengefuegt hat im Sinne einer Pauschalattacke, die er mit Floskeln unterstuetzt. Richtig ist er, wenn er, wie Nowak, die Verweigerung der Amerikaner der Geheimgespraeche der Inspektoren der UNO mit Insassen Gitmos anprangert. Dumm und lachhaft wirken dagegen die Bruchteile dieser Folterszenen, wo man wiederholt von undokumentierter "Demuetigung", z.B. bei dem Russen, liest. Beweise liegen kaum vorhanden, und Klenk setzt sich polemisch fuer eine Pauschalverdammung ein, ohne korrespondierende rechtsmaessige Beweise gesammelt zu haben. Stattdessen wird man staendig mit Anekdoten bombardiert. Sechs oder sieben z.T. schwach dokumentierte Berichte, Florian, gelten nicht als Schlussstrich; mehr ehemalige Insassen interviewen, bitte.

  2. lese ich diese Zeilen und stelle fest, dass mir dazu keine Worte mehr einfallen.
    Das sind Gewaltverbrechen welche im Namen eines Staates geschehen, und niemand hatd en Mut einzugreifen.
    Alle die in diese Misere involviert sind, machen sich Menschheitsverbrechen schuldig, welche man gewöhnlich in Den Haag richtet.

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