Stimmt’s? Süße Medizin
Was ist dran, beziehungsweise was ist drin im Honig? Stärkt er die Abwehrkräfte, oder enthält er nur Kohlenhydrate? Volker Ritter, Darmstadt
Schon die alten Ägypter haben sich Honig auf die Wunden geschmiert. Das ist allein deshalb eine gute Idee, weil dadurch die Wunde luftdicht verschlossen wird und Zucker ein effektives Mittel gegen Bakterien aller Art ist – er tötet sie, indem er ihnen Wasser entzieht. Deshalb ist Honig auch fast unbegrenzt haltbar.
Der süße Saft enthält aber offenbar noch weitere Stoffe, die gegen Bakterien wirken. Da gibt es einmal die so genannten Flavonoide, die aus dem Nektar der Blüten stammen. Hinzu kommen noch Enzyme, die von der Biene produziert werden, vor allem die Glucoseoxidase. Dieser Stoff wandelt nicht nur den Zucker um, sondern erzeugt in Wunden auch Wasserstoffperoxid, eine aggressive Substanz, die Keime tötet – und in höherer Konzentration Haare blondiert.
Die meisten Honigsorten, die man im Supermarkt kaufen kann, sind pasteurisiert – bei dieser Hitzebehandlung werden nicht nur Bakterien beseitigt, sondern leider auch die wichtigen Enzyme zerstört. Auch das saure Milieu im menschlichen Magen setzt den Enzymen zu – deshalb bezweifeln Chemiker eine antibiotische Wirkung des Honigs im Körper. Christoph Drösser
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts
Audio: www.zeit.de/audio
- Datum 24.11.2005 - 13:00 Uhr
- Serie Stimmt's
- Quelle (c) DIE ZEIT 24.11.2005 Nr.48
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