BAUMÄRKTE

Die Rückkehr der Holzöfen

Der Ofenabriss war ein Routineeingriff. Wenig sentimental trennten sich Altbauwohnungsbesitzer in den 90ern von ihren Öfen. Der Abriss hinterließ kaum Narben: Dort, wo der Ofen stand, fügte sich neues Holz in die alten Dielen - die Stelle, wo das Ofenrohr in die Wand mündete, wurde übertapeziert oder mit einem Plastikdeckel versehen. Gut, dass das Ofenloch nicht zugemauert wurde. Denn schon wenige Jahre nachdem die Kachelöfen der Modernisierung weichen mussten, werden sie dort wieder eingebaut. Öfen, die Holz verbrennen, sind derzeit Baumarkt-Bestseller. Die Rückkehr des Ofens hat drei Gründe. Erstens: der Gas- und der Ölpreis, der so hoch ist, dass die primitivste Form des Heizens, nämlich mit Holz, wieder rentabel ist.

Zweitens: der Wunsch, sich an alten Werten zu wärmen. Die modernisierten Wohnungen provozierten offenbar den Wunsch, sich wieder dem anzunähern, was Oma und Opa hatten. Drittens wirken die Fernsehbilder aus dem Münsterland, wo Menschen tagelang im Kalten hockten, wie eine Werbesendung für holzbetriebene Öfen. Denn wenn es kalt wird in Deutschland: Holz geht immer.

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 49/2005
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