ERFORSCHT UND ERFUNDEN
Das Ebola-Virus wird möglicherweise von Flughunden übertragen. Bei Ausbrüchen der Krankheit zwischen 2001 und 2003 in Zentralafrika fingen Forscher des Centre International de Recherches Médicales de Franceville in Gabun etwa tausend Tiere in den betroffenen Gebieten ein. Drei Arten, Hammerkopfflughund (Hypsignathus monstrosus), Franquet-Epauletten-Flughund (Epomops franqueti) und Schmalkragen-Flughund (Myonycteris torquata), waren infiziert, zeigten allerdings keine Krankheitssymptome - was sie zu idealen Seuchenüberträgern macht (Nature, Bd. 438, S. 575). Der Lokalbevölkerung rät der Mediziner Eric Leroy, bei einem Ebola-Ausbruch keine Fledermäuse zu fangen und zu essen.
Jungfräuliche Grillen zögern gefährlich lange, bis sie fliehen. Normalerweise entledigen sich Grillen in einer bedrohlichen Situation eines eingeklemmten Beins und verwirren so ihre Gegner. Die Jungfrauen unter den Mittelmeerfeldgrillen jedoch stürzt diese Strategie in einen Konflikt: Ohne Vorderbeine können sie die zirpenden paarungsbereiten Männchen kaum orten.
Denn dort sitzt ihr Hörorgan. Wie Zoologen um Philip Bateman von der University of Pretoria berichten, brauchten die Jungfrauen daher ganze 26 Sekunden für die Entscheidung Sex oder Leben (Biology Letters, Onlineausgabe). Männchen und bereits begattete Weibchen flohen dagegen spätestens nach zehn Sekunden.
Ein Nanoschaum soll Stöße besser dämpfen als herkömmliche Schaumstoffe.
Forscher von der University of Hawaii in Manoa und vom Rensselaer Polytechnic Institute in Troy haben Nanoröhrchen aus Kohlenstoff in einer Millimeter dicken Dämpfschicht untergebracht. Unter Druck falten sich die Röhrchen in einem Zickzackmuster zusammen. Lässt der Druck nach, entspannen sie sich wieder, und zwar wesentlich schneller als Kunststoffschäume. Außerdem lassen sie sich stärker zusammenpressen und halten mehr Druck aus (Science, Bd. 310, S. 1307). Man könne aus Nanoröhrchen sehr leichte und stabile Dämpfschichten bauen, schreiben die Wissenschaftler.
Als der sechsbeinige Riese vor 330 Millionen Jahren durch das heutige Schottland streifte, verließen unsere vierbeinigen Vorfahren gerade erst das Wasser. Der Geologe Martin Whyte von der University of Sheffield stieß im Sandstein auf die sechs Meter lange Spur eines Seeskorpions. Das Urviech war 1,60 Meter lang und einen Meter breit (Nature, Bd. 438, S. 576). Der Spur nach zu urteilen, war der heute ausgestorbene Scherenfüßer damals ein langsamer Erdenbewohner. Er bewegte sich mit gerade mal 27 Zentimeter langen, tapsigen Schritten fort. Seinen Schwanz zog er hinter sich her.
- Datum 01.12.2005 - 13:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 49/2005
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren