Frauen: Hochgearbeitet
Seit Jahrzehnten steigt in Deutschland die Erwerbslosigkeit, dennoch scheint es auf dem Arbeitsmarkt auch Gewinner zu geben: die Frauen. Während die Zahl der Männer unter den Arbeitnehmern in den vergangenen 15 Jahren um knapp zehn Prozent sank, ist die Zahl der Frauen um neun Prozent gestiegen. Das ergibt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Inzwischen sind in Deutschland 49 Prozent der Beschäftigten weiblich, Anfang der neunziger Jahre waren es noch 44 Prozent. Allerdings beschränkt sich die Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit auf Teilzeit- und Minijobs. Vollzeitarbeit dagegen ist noch immer überwiegend Männersache. Nur 37 Prozent der Vollzeitstellen sind von Frauen besetzt.
Und das, obwohl nach Erkenntnis des IAB die meisten Frauen gern länger arbeiten würden. Doch zum einen verhinderten mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten, dass beide Elternteile Vollzeit arbeiten - in der Praxis seien es dann meist die Frauen, die beruflich zurücksteckten. Zum anderen sei in den vergangenen Jahren die Zahl der Vollzeitjobs gesunken.
Teilzeitstellen oder Minijobs seien oft die einzigen verfügbaren Arbeitsplätze. Die Folgen sind eindeutig: Vor allem Teilzeitarbeit mit wenigen Arbeitsstunden ist mit Nachteilen verbunden, beim Einkommen, der Karriere und der sozialen Sicherung, so die Einschätzung des IAB.
- Datum 01.12.2005 - 13:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 49/2005
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