Interview »Manchmal ergreift mich der Zorn«Seite 3/3

ZEIT: In einem vom Kaschmir-Konflikt und von linken Terroristengruppen bedrohten Land, in dem vor Jahren im Regierungsviertel und jüngst wieder mitten in der Hauptstadt Bomben hochgingen?

Pachauri: Terrorismus gibt es überall. Kein Land der Welt ist davor sicher; das ist heute eine Realität, mit der wir leben müssen. Bei der Kernenergie müssen wir doppelt vorsichtig sein.

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ZEIT: Sehen Sie global neuen Schwung für die Kernenergie, auch im Namen des Klimaschutzes?

Pachauri: Eine wirkliche Renaissance sehe ich nicht. Wir werden noch eine Weile vom Erdöl abhängen und müssen es effizienter nutzen.

ZEIT: Die Konkurrenz um die Ölquellen spitzt sich zu. Nicht bloß mit den Industrieländern, sondern auch mit China. Zwar reden die beiden Länder von Kooperation – aber wie ehrlich ist das von den Politikern gemeint?

Pachauri: Da bin ich lieber Realist. Letztendlich wird das Eigeninteresse die Handlungen bestimmen. Kein Entscheidungsträger, egal ob in China oder Indien, wird Gelegenheiten auslassen. Hinter den Kulissen gibt es jedenfalls immense Anstrengungen, bei denen es um Konzessionen für fossile Ressourcen geht.

ZEIT: Rechnen Sie mit Kriegen um Ressourcen?

Pachauri: Ich will weder ein Land noch einen bestimmen Konflikt beim Namen nennen, aber meinen Sie nicht, dass solche Ressourcenkriege längst geführt werden? Einige internationale Beziehungen, auch offensive Handlungen lassen sich in meinen Augen mit der Möglichkeit in Verbindung bringen, an Energiequellen heranzukommen.

ZEIT: Immerfort befassen Sie sich mit Stürmen, Dürren, potenziellen Kriegen – und sehen, wie langsam die Politik handelt: Haben Sie manchmal Angst vor der Zukunft?

Pachauri: Angst nicht. Aber gelegentlich ergreift mich der Zorn.

Das Interview führte Christiane Grefe

 
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