Kartoffeln und Rüben sind unwichtig

Warum sich Deutschland stärker in die Handelspolitik der Europäischen Union einmischen muss

Die Lage ist ernst. Die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in zwei Wochen bietet vielleicht die letzte Chance, sich auf ein Rahmenabkommen für den erfolgreichen Abschluss der WTO-Verhandlungen zu einigen. Die so genannte Doha-Entwicklungsrunde soll bis Ende 2006 vor allem Entwicklungsländern erlauben, ihre Produkte in Industrieländern anzubieten.

Am Anfang im Jahr 2001 stand die Vision, Armut und Terrorismus durch fairen Welthandel zu bekämpfen.

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Hält man sich diese Ziele vor Augen, ist es erschreckend, dass bereits im Vorfeld alle Parteien die Ministerkonferenz für gescheitert erklären.

Was ist der Auslöser für das drohende Scheitern? Insbesondere die Europäische Union (EU), auf die Deutschland seine Außenhandelskompetenzen übertragen hat, ist nicht Willens, Agrarzölle zu senken und auf Exportsubventionen zu verzichten. Dies könnte zum Stolperstein der gesamten Doha-Runde werden.

Hierdurch würden nicht nur die Entwicklungsziele der Doha-Agenda vereitelt.

Vielmehr wird die für Deutschland viel bedeutendere Liberalisierung des Güter- und Dienstleistungshandels aufs Spiel gesetzt.

In Entwicklungsländern sind etwa 70 Prozent der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt, die 36 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Leistung erbringt. Ein ungehinderter Export ist für diese Länder essenziell.

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