Mayas Geschichten

Maya ist jung, neugierig, unternehmungslustig. Sie arbeitet als Kamerafrau beim Fernsehen, wird arbeitslos. Plötzlich kann sie sich ihre Lieblings-Pizza beim Italiener nur noch selten leisten. Aber dann findet sie einen neuen Job und stellt sich viele Fragen: Warum sie ihren Arbeitsplatz verliert, weshalb sie nicht ihr volles Gehalt ausbezahlt bekommt, wer eigentlich ihren Krankenhausaufenthalt finanziert, was Lohnnebenkosten sind.

Maya möchte gerne all die komplizierten Fachausdrücke verstehen, und sie will kapieren, wie Wirtschaft funktioniert. Dabei hilft ihr Cornelia Schmergal, die Autorin dieses höchst gelungenen kleinen Buches.

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Die gelernte Journalistin ist eine treffliche Erzählerin. Mayas Fragen werden zu kurzen, unterhaltsamen Geschichten. Da taucht auch Mayas Opa auf und der Bundeskanzler, der aus Angst vor den neuen Arbeitslosenzahlen Marmelade auf den Frühstückstisch kleckert. Dagobert Duck bringt seinen Großneffen Tick, Trick und Track die Grundregeln der Besteuerung bei. Die Reform der Sozialversicherung wird zur Leidensgeschichte der Gesundheitsministerin, die in Erwartung übel gelaunter Lobbyisten an ihrem Schreibtisch vor einer Tasse Kräutertee und einer Scheibe Knäckebrot sitzt.

Wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich zu machen ist immer verdienstvoll.

Hier gelingt das auf amüsante und zugleich ernsthafte Weise. Das klingt nicht lehrerhaft, falsche Töne (wie der unsinnige Begriff Unkosten) bleiben selten, die Bilder (wie der Vergleich der Rentenfinanzierung mit einem System von Kettenbriefen) leuchten ein. Eine leichte Lektüre also, bei der man ohne Vorkenntnisse viel über Ökonomie lernt. Hinterher ist man garantiert klüger, ohne sich angestrengt zu haben. Und ein Sachwortregister von Abschwung bis Zuzahlung macht das Taschenbuch auch noch zu einem praktischen kleinen Nachschlagewerk.

Irgendwann kapiert Maya, dass sie es ist, die Opas Rente zahlt. Das überrascht sie total, und spätestens da sieht sie ein, wie sinnvoll es ist, bei all den Reformdebatten der Politiker ein bisschen besser zu verstehen, worum es eigentlich geht. Was geht mich das alles an?, hieß ihre Frage am Anfang. Eine ganze Menge, lautet am Ende die Antwort.

Cornelia Schmergal: Wirtschaftspolitik

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