Schaffe, spare, Häusle baue
Im Haus der Geschichte in Stuttgart wurde diese Woche eine Ausstellung über das Bausparen eröffnet. Baden-Württemberg hat die höchste Bausparquote Deutschlands, dort wurde 1924 auch der erste Bausparvertrag Kontinentaleuropas abgeschlossen. Sechs Geschichten vom Bausparen dokumentiert die Ausstellung. Sie zeigt den italienischen Gastarbeiter, der sich mit sieben Bausparverträgen ein Haus in der Heimat zusammensparte. Oder den Odenwälder und seinen Traum vom eigenen Partykeller.
Museumsdirektor Thomas Schnabel weiß genau, wann er seinen ersten Bausparvertrag bekam: mit 17, zur Konfirmation. So früh schon Eigenheimträume? Nein, so schlimm sei es im Schwabenland auch nicht, sagt er.
Ein ungefragtes Geschenk der Eltern eben. Schnabel trägt Vollbart und eine rot-weiß gepunktete Fliege zu grauem Pullunder. Wir sitzen in einem Restaurant gegenüber dem Museum. Ist in der Wirtschaftsflaute der Schwabe das neue Sparschwein? Schließlich streicht die neue Regierung die Eigenheimzulage. Eigenheimzulagen kommen und gehen. Der Bausparvertrag bleibt. Wie er das sagt, klingt Schnabel fast wie der Fuchs von Wüstenrot.
Es gehe um den alten Traum, der auch ohne Subventionen bleibe. Das Haus im Grünen: Was Eignes. Das klingt nach fünfziger Jahre, und es klingt nur von Ferne nach Heimat.
- Datum 01.12.2005 - 13:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 49/2005
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