Ich habe einen Traum Das Streben nach Vanille-EisSeite 2/2
Ich glaube stattdessen an die Faulheit. Das muss ich. Denn ich bin zutiefst faul. Es liegt also in meinem Interesse, den Müßiggang zu loben. Es gibt einen wunderbaren Essay von Robert Louis Stevenson, An Apology for Idlers, den ich nur nachdrücklich empfehlen kann. Stevenson ist einer meiner großen Helden, er hat ähnlich empfunden wie ich. Er wusste, dass wahres Glück einem zufliegt. Einsamkeit kann dieses Glück ermöglichen. Durch die Abwesenheit von Dingen, die stören.
Vor der Kamera ist es sehr still. Das ist ein Grund, warum ich mich dort immer besonders wohlgefühlt habe. Es ist sehr friedlich, der Kamera ins Auge zu sehen. Man hat die Freiheit, den Raum auf seine Art zu füllen. Alles liegt bei mir. Bei mir und den anderen Dingen, die im Bild sind. Ich empfinde nicht den geringsten Druck.
Wenn jemand »Action« sagt, sind plötzlich alle leise.
Niemand wagt, auch nur flüstern.
Ein erlösender Moment.
Stille.
Sssssschhhhhhh.
Aufgezeichnet von Ralph Geisenhanslüke
- Datum 04.02.2008 - 03:29 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Serie Traum
- Quelle (c) DIE ZEIT 01.12.2005 Nr.49
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren