US-Firmen: Genervt
George W. Bushs Kampf gegen den Terror hat ihm unerwartete Widersacher eingehandelt: das Big Business. Im Kongress steht gerade die Verlängerung des Patriot Act an, einer Gesetzessammlung aus der Zeit nach dem 11. September, die der Polizei und den Geheimdiensten deutlich mehr Rechte einräumt. Doch etliche Unternehmerorganisationen wie die American Chamber of Commerce, der Industrieverband National Association of Manufacturers und die Finanzmarktorganisation Financial Services Roundtable drängen jetzt auf Änderungen.
Sie wollen sich besser wehren können, wenn Behörden von ihnen vertrauliche Kundendaten verlangen. Bislang gab es offenbar wenig Informationen über den Grund solcher heiklen Gesuche. Banken berichten außerdem, dass sie heute schon sechsstellige Summen aufwenden müssen, um Transaktionen auf Terrorgeschäfte zu durchsuchen. Wieder andere Unternehmen fürchten, Bushs härteres Durchgreifen gegen illegale Einwanderer raube ihnen die Beschäftigten. So findet sich die amerikanische Wirtschaft plötzlich in einer ungewöhnlichen Koalition: Die protestierenden Verbände haben sich eingehend mit der American Civil Liberties Union beraten, der führenden amerikanischen Bürgerrechtsorganisation, die George W. Bush schon länger den Aufbau eines Polizeistaates vorwirft.
- Datum 01.12.2005 - 13:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 49/2005
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