Was für ein schönes Interregnum
Bernd Ulrich: Jetzt mal im Ernst, ZEIT Nr. 47
Bernd Ulrich beschreibt die 250 Tage bis zur Kanzlerin-Wahl als verwaltete Anarchie und als eine Zumutung der Politik für die Bürger.
Für mich stellt sich dieser Zeitraum positiv dar: Die Kapitalmärkte haben sich sehr gut entwickelt, die Aktienindizes haben inzwischen Drei-Jahres-Hochs erreicht. Die Zahl der Arbeitslosen ist, insbesondere im Oktober, deutlich zurückgegangen (sowohl absolut als auch saisonal bereinigt).
Ebenso hat sich das gesamtwirtschaftliche Wachstum spürbar belebt (vor allem im dritten Quartal). Und nicht zuletzt hat sich das Geschäftsklima - gemessen am ifo-Index - seit Jahresmitte deutlich verbessert.
Durch das Interregnum auf Bundes- und Länderebene kam der gewohnte hektischen Aktionismus in Regierung und Verwaltung zumindest vorläufig zum Stillstand.
Dies hat sich für Wirtschaft und Gesellschaft als Wohltat erwiesen.
BERNHARD WEBER, SCHMITTEN-ARNOLDSHAIN
- Datum 01.12.2005 - 13:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 49/2005
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