umwelt Manche mögen’s heiß
Auf die Öko-Hysterie folgte die Verharmlosung. Und die ist für den Planeten noch viel gefährlicher
Wenn der französische Philosoph Roland Barthes Recht hat mit seinem Aperçu, dass man Geschichten immer von ihrem Ende her erzählen muss, dann haben wir in Deutschland ziemlich lange Schwein gehabt. Wir erinnern uns, wie Anfang der achtziger Jahre das Umweltbewusstsein sich des Landes bemächtigte – mit einer neuen Partei und einer Serie von Weltuntergangsszenarien. Besonders furchterregend war die Entdeckung des Waldsterbens. Journalisten, Wissenschaftler und Umweltschützer führten plötzlich auftretende Verfärbungen und Verlichtungen von Baumkronen auf Abgase zurück, und der Spiegel titelte im November 1981: Saurer Regen über Deutschland – Der Wald stirbt.
Es war eine Jahrhundert-Übertreibung. Bis heute gelang der Nachweis nicht, dass die Luftverschmutzung für ein großflächiges Waldsterben verantwortlich zu machen ist. In dieser Zeit kam auch die Panik vor einer nuklearen Verstrahlung auf, besonders infolge des Reaktorunglücks von Tschernobyl. Zwanzig Jahre lang glaubten in Deutschland Millionen Menschen, sie könnten Pilze und Wild nur noch unter Lebensgefahr verspeisen. Inzwischen hat sich auch diese Angst als unbegründet erwiesen, aber die damaligen Propagandisten verteidigen sich nicht ganz zu Unrecht mit dem Argument, ohne diese Übertreibungen wäre es niemals zu jenem Bewusstsein für den Schutz der Umwelt gekommen, das heute – jedenfalls als Lippenbekenntnis – alle Parteien und gesellschaftlichen Gruppen in Deutschland eint.
Die Nebenwirkungen allerdings sind beträchtlich. Der Soziologe Ulrich Beck hat angesichts immer neuer Hiobsbotschaften das kollektive Weghören als einen Akt der Selbstverteidigung gedeutet. Und in der Tat ist die Skepsis gegenüber einander oft widersprechenden Horrormeldungen – mal über eine drohende Erderwärmung, die zum Palmenwuchs in Ostfriesland führen würde, mal über die Abschwächung des Golfstroms, die den Norden Europas, also auch Ostfriesland, in Kälte erstarren lassen könnte – psychologisch verständlich. In der Sache aber führt Weghören dazu, lebensnotwendige Maßnahmen zu vertagen. Nach allem, was wir wissen, war der Alarmruf nie so angebracht wie heute. Doch der Dekade der Übertreibung scheint die viel fatalere Zeit der Verharmlosung zu folgen.
Anders ist auch die schwache Resonanz auf die Weltklimakonferenz in Montreal nicht zu verstehen. Es geht nach Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls darum, endlich festzulegen, wie die Industriestaaten ihren Ausstoß an Kohlendioxid, den Hauptverursacher der Erderwärmung, über das Jahr 2012 hinaus absenken wollen. Es geht um den Übergang von der Umweltsymbolik zum nachhaltigen Umweltschutz, zumindest um einen Anfang. Auf die Gefahr hin, in die apokalyptische Rhetorik der achtziger Jahre zurückzufallen: Es geht um nichts Geringeres als den Nachweis, dass die Gattung Mensch durch Vorausplanung in der Lage ist, ihr Überleben zu organisieren.
Längst ist in der Wissenschaft nicht mehr umstritten, dass der CO2-Ausstoß zu einer menschengemachten Erderwärmung beiträgt. Von mindestens anderthalb Grad mehr bis zum Ende des Jahrhunderts, auch wenn die Staaten rigoros gegensteuern sollten, gehen inzwischen selbst optimistische Experten aus. Bei einer Erderwärmung um drei Grad könnten langfristig Verhältnisse wie vor drei Millionen Jahren eintreten, und der Meeresspiegel würde bis zu 25 Meter steigen – viele Küstenregionen und Inseln wären unbewohnbar. Um aber wenigstens die auch schon folgenreiche Aufheizung um zwei Grad einzuhalten, müsste die Schadstoffemission um ein Prozent jährlich gesenkt werden. Es klingt nach einer hoffnungslosen Anstrengung. Denn gerade entstehende Industriestaaten wie China und Indien sind eine neue Belastung für die Erdatmosphäre. Deshalb müssten Länder wie Deutschland ihren Ausstoß in den nächsten 45 Jahren vermutlich um sage und schreibe 60 Prozent reduzieren.
Und doch kann auch Deutschland, das drei bis vier Prozent der weltweiten Emission verursacht, in diesem Wettlauf gegen die Zeit etwas ausrichten. Der Physiker Hans Joachim Schellnhuber, einer der führenden Klimaforscher, sagt, auch die Abschaffung der Sklaverei sei zunächst von einigen wenigen Persönlichkeiten ausgegangen. Die Welt brauche jetzt politische Vorbilder. CDU und SPD werden von zwei ehemaligen Umweltministern geführt. Schade, dass man von den beiden zu diesem Thema so wenig hört.
- Datum 27.03.2009 - 14:20 Uhr
- Quelle (c) DIE ZEIT 08.12.2005 Nr.50
- Kommentare 13
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Ich stelle eine Methode vor, welche Veränderungen des menschlichen Verhaltens bewirken soll, um auf sich verändernde Umweltbedingungen zu reagieren (seien diese ökologisch wie Klima, oder gesellschaftlich wie Ungleichheit).
Sie wurde entwickelt aus folgenden Einsichten heraus:
-das menschliche Verhalten ändert sich zu langsam, um auf die sich verändernde Umwelt reagieren zu können
-von den Spitzen der Gesellschaft ist keine Initiative zu erwarten (Konformitätsdruck)
Es wird also schnelle Veränderung von unten her angestrebt: nach der sogenannten Undina-Methode (undina = kleine Welle) werden gezielt Projekte entworfen, welche gewinnbringend und leicht übertragbar für lawinenartige Ausbreitung sind. Es muß dafür eine starke Motivation angesprochen werden, wie Geld, Sicherheit, Gemeinschaftlichkeit, Sex, Religion o.ä.
Beispiel: Dorf-in-der-Stadt-Projekt. Die Teilnehmer erleben Gemeinschaftlichkeit und gegenseitige Hilfe. Dabei entstehen Strukturen der Selbstorganisation und Selbstregulation, Bewußtheit und Verantwortlichkeit, welche uns aus den meisten heutigen Problemen herausführen könnten.
Dies ist eine Chance, gezielt Veränderung herbeizuführen. Nachdem die bisherigen Ansätze unzureichend sind, empfiehlt es sich, mal über diesen Ansatz ernsthaft nachzudenken. Einen Supertanker, einen laufenden Trend umzulenken ist sehr aufwändig. Dafür muß man schon Methoden einsetzen, die massenhaft Verhaltensänderung bewirken.
http://www.hallo-leute.de...
http://www.hallo-leute.de...
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In Weißrußland habe ich 5 Jahre lang die "Umwelt" miterlebt.
Wir waren immer erleichtert wenn der Winter gnädig den
weißen Mantel über das Elend legte.
In Mogilev (Weißrußland) haben wir uns die dämlichen
Vorträge der deutschen "Atomkomiker" aus Karlsruhe
anhören sollen, die über Becarel referierten.
Beleidigt sind sie abgezogen und haben meiner Forderung,
entweder redundante Meßgeräte ( Kontrollmessungen )
bereitzustellen, oder die sofortige Abreise sei fällig,
nur deshalb nachgegeben.
Kollegen haben mich beschimpft und wurden nach den ersten
Messungen sehr still und brachten brav ihre Lebensmittel
und legten jede Krume unter das "Bügeleisen!"
(Spitzname für eines unserer Meßgeräte)
Selbst in russischen Teebeutelpackungen maßen wir
>10.000 Becarel und waren völlig perplex weil diese
Messung nur durch einen dummen Zufall, aus reinem
Spaß heraus, enstanden war.
Russische Menschen sind an das Sammeln von Beeren und
Pilzen gewöhnt. Die Messungen zeigten verheerende Werte.
Ich habe in China eine unglaubliche Umweltverschutzung
erlebt, sei es durch die Staubmengen in Peking, verursacht
durch die Abholzung der Wälder, (Mao befahl und Millionen
hackten die Bäume ab) oder durch die vollkommene
Vernachlässigung auch der geringsten Entsorgungsmethoden.
Die chinesischen Mitarbeiter verwüsteten alles.
Der industrielle Fortschritt bringt diesen Menschen
riesige Probleme, mit Ausmaßen, die von der betroffenen
deutschen Wirtschaftselite, deren Beratern, den
Journalisten und Politikern, rigoros totgeschwiegen werden.
China schweigt sowieso.
Man kann diese Dinge überhaupt nicht im Einzelnen
beschreiben. Unsere deutschen Manager hielten es mit
den drei Affen und verschwanden immer sehr schnell
wieder in den Heimatflieger.
Ich habe in Mocambique, Malawi, Südafrika, Algerien und
Liberia gearbeitet und auf meinen Reisen durch die
Nachbarländer nahezu flächendeckende Umweltverschutzung
gesehen. Und außerdem:
den Soldaten mit der russischen Kalaschnikow, der
amerikanischen Buschuniform, einer Sonnenbrille von
irgendwo und tranportiert auf einem deutschen Unimog.
Und das Holz kommt auf einem speziellen Langholztransporter
von Mercedes daher.
Wer investiert da noch in Umweltmaßnahmen wenn fortwährend
schon die Natur dem Menschen seine Winzigkeit zeigt?
Ich habe in Liberia in Wasserwerken Trinkwasser aufbereiten
lassen. Wenn man auch mit einem kompletten Labor
ausgestattet ist schläft man nicht einfach ruhig ein weil
man die Wasserprobleme hautnah miterlebt und dafür
verantwortlich ist. Normales Fluß- oder Brunnenwasser
war ausnahmslos hochradig verseucht.
Man muß einmal so ein riesiges Projekt wie Cabora Bassa
gesehen und miterlebt haben. Die Industrie schafft,
in ihrem Hang zur Gigantonomie, riesige Folgeprobleme -
und die Menschen kommen nicht vor.
Bleiben wir zu Hause. Wenn man über Tag durch manche
deutsche Chemieanlage gegangen ist - jucken die
Handflächen; manchmal wird man rigoros vom Werksschutz
des Geländes verwiesen; schnell'raus, den nächsten
Windsack im Blick.
Nun haben wir in Deutschland ein recht gutes
Umweltbewußtsein entstehen sehen.
Dank allen, die da etwas bewegt haben.
Wenn wir nun wieder in den Winterschlaf fallen wollen
werden wir endgültig verlieren.
Wer z.B. für ein Atomkraftwerk wirbt ist ein
Geschäftemacher der kein Gewissen hat - und nicht bedenkt,
daß die ach so fragwürdig sichere Technik von dem ach so
unsicheren Faktor Mensch erst einmal im "Handbetrieb" angefahren werden muß.
Schliemänner der Folgegenerationen werden sich noch
bedanken.
Man gibt sich mehr Mühe mit der nachträglichen
Datenverarbeitung(Statistik) statt so unnütze Monstren
durch absolut im Machbaren liegende Energiesparmaßnahmen
zu verhindern. 50% Unserer Stromerzeugung werden
verplempert. Und die Stromerzeuger wollen uns auch
noch mit altem Winkeleisen veralbern.
Entweder macht man konsequent in Umwelttechnik oder man
erschließt Neuland für Friedhöfe.
(Ich-Form = Augenzeuge, mit Bildmaterial belegbar)
http://www.achgut.de/dadg...
http://www.achgut.de/dadg...
und
http://www.achgut.de/dadg...
Michal Chrichton geht in einer Rede am 9. November in Washington ausführlich auf Tschernobyl und die Folgen ein.
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Fear, Complexity, & Environmental Management in the 21st Century
Washington Center for Complexity and Public Policy
Washington DC
November 6, 2005
By
Michael Crichton
http://www.michaelcrichto...
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Eigentlich geht´s bei dieser Diskussion wieder nur um die Idee der nachhaltigen Entwicklung (dem schönsten Wort aus grünem Munde).
Nachhaltiges Wirtschaften und Leben wird immer wieder gestört durch kurzfristig angelegte Partikularinteressen. Das betrifft uns alle, ob beim Shareholder-Value, beim Kinderkriegen oder in der ökologischen Frage. Wir waren schon mal weiter.
ad Mance mögens heiß ? Faustus34 -
Torheiten und Trugschlüsse sind in keinem sachlich darstellbaren Wissensgebiet auszuschließen und die gaia
scientia verlangt zur rechten Anerkenntnis als Wissenschaft gerade dies. - Aber toll treibt es, wer gegenüber den eigenen Quellen unkritisch bleibt.
Was die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl angeht, so verlangt doch der Bericht der internationalen Kommission einige Anmerkungen.
1. Seit 2000 betrachtet die Regierung von Belarus die
Folgenabschätzung der Raktorkatastrophe als
abgeschlossen. Regionale und nichtstaatliche Forschung
und Befunderhebung in den betroffenen Gebieten, wurden
systematisch verhindert. Dazu existieren hunderte von
Klagen und offizielle Stellungnahmen seitens neutraler
und nicht regierungsabhängiger Organisationen, seitens
verschiedener Professoren und Leiter von
Klinikeinrichtungen und seitens der Bevölkerung.
2. Die ausschließlich von offiziellen Regierungsvertretern,
unter der Federführung der traditionell
kernenergiefreundlichen IAEO verfasste Bericht stützt
sich im wesentlichen nicht auf eigene Erfassungen vor
Ort, sondern übernimmt die spärlichen Angaben und Daten
der weissrussischen Regierung.
3. Seriöse und unabhängige Quellen gehen tatsächlich von
25.000 - 70.000 Toten als direkte Folge des
Reaktorunglücks aus. Dabei beschränken sich diese
Fachleute nicht auf die, von konservativen
Wissenschaftlern bisher einzig akzeptierte kausale Folge,
den Schilddrüsenkrebs, sondern beziehen die Über-
sterblichkeit bei den hunderttausenden von
"Liquidatoren", die den gigantischen Schrottberg
absicherten, die Rate der Fehlgeburten und Fehlbildungen,
Immunschwächekrankheiten und Tumore des blutbildenden
Systems mit ein. - Aus sehr verständlichen Gründen sind
die regierungsamtlichen Angaben dazu, in allen
betroffenen Staaten der ehemaligen UDSSR aüsserst
dürftig.
4. 500.000 - 800.000 Menschen mussten aufgerund des
Reaktorunfalls ihre Heimat verlassen. Zwischen 2,5 - 4,0
Mio. Weissrussen sind bezüglich Beruf und Lebensweise,
Ernährung und Versorgung mit Trinkwasser zu massiven
Veränderungen gezwungen.
Noch eine Bemerkung zur deutschen epidemiologischen und
medizinischen Begleitforschung zu Kernenergierisiken. Fast
alle führenden Persönlichkeiten aus dem Umfeld der ehemaligen Kernforschungsanlage Jülich treten als Experten
in Sachen Risikoabschätzung auf, warum sollten die ihre
jahrzehntelang gepflegte Haltung,die Risiken kleinzureden, aufgeben?
Eine uns zutiefst eingeschriebene Sehnsucht verlangt nach abgeschlossenen Geschichten im Zeitmaß unserer menschlichen Empfindungen. - Auf den ersten Blick erscheint der Wald, grüner, üppiger und schneller wachsend als je und tatsächlich erholt sich Germaniens Mythos vom drastischen Angriff stickiger Oxide und schwefliger Säure. Harzreisen auf den Spuren Heines können geplant werden, die Mappen der Urgroßväter können geöffnet bleiben. Insofern hat die politische Reaktion auf das "hysterische" Schreien der 70er und frühen 80er Jahre des letzten Jahrhunderts und der Untergang der östlichen Schwerindustrie den europäischen Wald "gerettet".
Aber unser Wald ist nicht gesund. Ein Drittel der Laubbäume zeigt schwere Schäden. Genauer als vor 25 Jahren wissen die Fachleute eine Vielzahl von Faktoren zu benennen, die die "neuen Waldschäden", besser die dauernde "Stresssituation", verursachen.
Sollte zutreffen, was Klimatologen in ihrer Mehrzahl befürchten, dann werden extreme Wetterlagen auch in Europa häufiger aufteten. - Für den vorgeschädigten Wald sind vor allem längere Trockenperioden und nachfolgende Stürme mit sintflutartige Regenfälle sehr bedrohlich. -
Bisher hatten wir immer noch "Schwein".
Global betrachtet, haben sich die Aussichten noch deutlicher verdüstert. Glaubten Frau Merkel und ihr Kanzler Kohl nach der Rio-Konferenz noch an die endgültige Rettung des Regenwaldes, so müssten sie heute den weitern
Raubbau und die Beschleunigung der Flächenverluste konstatieren.
Keine Zivilisation lebt gerne im Zustand des ständigen Alarms und nichts ist schwerer, als die Mühen der Ebene
über die Dauer der Zeit.
In diesem Sinne Dank und im Sinne von Barthes, die Befähigung zu einer Sprache der Liebe.
Manche mögens heiss
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Di Lorenzo
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Ich bin mir sicher, dass Sie mit Ihrer Argumentation die eklatante Differenz in den Angaben z.B. der Anzahl der Toten, verursacht durch Tschernobyl , 50 gegenüber 70000, nicht ausreichend und befriedigend erklären können. Die Angaben von Scheer halte ich nicht für zulässig.
Ihr Argumentation würde ja bedeuten, dass sowohl die 5 UNO-Organisationen wie auch die Weltbank und die drei betroffenen Regierungen schwerste Manipulationen vorgenommen hätten. Und dies unter der Anleitung und dem Druck interessierter Regierungen und Interessenverbänden.
Wenn Sie dieser Meinung sind, eine andere Schlussfolgerung kann ich aus Ihren Ausführungen nicht entnehmen, dann seien Sie auch konsequent, was der zweite Teil Ihres Beitrages, den Klimaschutz und die Erkenntnisse der internationalen Behörden betrifft. Dort lassen sich Eingriffe von Regierungen und Manipulationen direkt nachweisen.
Das IPCC (Intergovernmental panel of Climate Change) erstellt regelmäßig als Anleitung für Politiker eine Summary for Policymakers, die die wissenschaftliche Grundlage für Konferenzen wie die der in Montrael bildet.
Bereits die Lead-Autoren der rein wissenschaftlichen Berichte werden von Regierungen vorgeschlagen. Die Summary als Zusammenfassung wird nicht von Wissenschaftler exklusiv erarbeitet, sondern von Regierungsvertretern zusammen mit NGOs laut Satzung beschlossen.
So kann es passieren, dass z.B. die wissenschaftliche Arbeit mit dem Inhalt der Rekonstruktion der Temperaturen der letzten 1000 Jahren nicht nur vom selben Wissenschaftler verfasst, sondern sogar von ihm als Lead Autor geprüft und dann von ihm an vorderster Stelle in der Summary als feststehende Erkenntnis platziert wird, ganz im Gegensatz zu den bisher herrschenden Erkenntnissen der Klimaforschung.
Eine Überprüfung ergab, dass die Hockey-Stick Kurve durch selektive Datenauswahl und eine besondere Rechenmethode schlicht und einfach manipuliert war. Die Herausgabe der Berechungsunterlagen und entsprechende Daten werden vom Autor verweigert.
Oder eine andere Tatsache : Das IPCC verwendet bei der Berechnung des zukünftigen CO2 Ausstoß der Entwicklungsländer bis zum Jahre 2100 eine vom internationalen Gebrauch vollkommen unterschiedliche Methode des wirtschaftlichen Wachstums. Die ausführliche Kritik von Prof. Henderson, ehemals Chefökonom der OECD, und Castles, werden vom IPCC nicht registriert. Das britische Oberhaus hat deshalb eine offizielle Anfrage an die Regierung Blair gerichtet, die darauf hin einen Sonderuntersuchung eingeleitet hat.
Beide Beanstandungen haben erheblichen Einfluss auf die Berechnung des zukünftigen CO2 Ausstoßes und die Einschätzung der derzeitigen und zukünftigen Temperaturen. Die Kritik Hendersons zeigt, dass die angenommenen Wachstumsraten viel zu hoch sind, die CO2 Raten deshalb ebenso. Die Diskussion um den Hockey-Stick ist bedeutsam, ob derzeit wirklich außergewöhnlich hohe Temperaturen herrschen.
Wenn Faustus sich entscheiden müsste, dann eher für die skeptische Seite.
Wenn Sie eine Bewertung abgeben sollten, werden Sie dann die gleichen Kriterien wie bei Tschernobyl anwenden ?
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