Es ist nicht das erste Mal, dass Deutschland der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Anlass zur Sorge gibt. Erst jüngst hat die Organisation dem Land in ihrer Pisa-Studie ein bedrückend schlechtes Zeugnis in Sachen Bildung ausgestellt. Nun attestiert sie der Bundesrepublik erhebliche Defizite bei der Integration von Ausländern in den Arbeitsmarkt. Zur realistischeren Beurteilung der Probleme regt die Studie zunächst an, auch deutsche Spätaussiedler als Zuwanderer in die Statistik aufzunehmen. Denn ihre Situation habe sich in den neunziger Jahren deutlich verschlechtert. Die deutsche Staatsbürgerschaft sei keine Garantie für Integration, mahnt die Studie.

Vor allem aber beklagt die OECD mangelhafte Bildungschancen bei Migranten.

Beinahe dreimal mehr junge Ausländer als Deutsche verließen die Schule ohne Abschluss, und über 40 Prozent hätten lediglich einen Hauptschulabschluss.

Die neue Migrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) reagierte bereits auf die Kritik. Es gelte, vor allem die Sprachkenntnisse zugewanderter Kinder entscheidend zu verbessern, sagte sie der Frankfurter Rundschau. Doch genau in diesem Bereich scheint noch vieles im Argen zu liegen. So beklagt die Aktion Butterbrot, in der sich Dozenten zusammengeschlossen haben, die Deutsch als Fremdsprache lehren, verheerende Missstände bei den Integrationskursen. Die speziellen Angebote werden seit Beginn des Jahres im Rahmen des neuen Zuwanderungsgesetzes gemacht. Die Pädagogen berichten von völlig überfüllten Kursen mit 23 Teilnehmern auf 20 Quadratmetern. Bei einem solchen Andrang könnten weder Altersunterschiede noch kulturelle Hintergründe genügend berücksichtigt werden.

Die Defizite sind im Internet unter www.aktionbutterbrot.de aufgelistet.

Solange die Missstände nicht behoben seien, versickern Steuermillionen in eine in dieser Form uneffektive Integrationsmaßnahme, deren Mängel leicht und schnell zu beheben wären, sagt Karin Burger, eine der Dozentinnen.