Mit scharfem Gehör und Blick fangen Schleiereulen Mäuse – deshalb stehen sie selbst unter präziser Beobachtung. Der Biologe Hermann Wagner erforscht an der RWTH Aachen das räumliche Sehen der Nachtjäger, die mit ihren großen Augen auch bei schwachem Licht zielsicher Beute machen. Ihn interessiert beispielsweise, wie die Sehfähigkeit der Vögel zusammenhängt mit Kopfbewegungen, die sie unmittelbar vor dem Angriff ausführen. Offenbar schärfen diese Änderungen der Augenposition das räumliche Sehen (durch den Effekt der Parallaxe). Diese Forschung weckte das Interesse des israelischen Computerwissenschaftlers Shay Ohayon. Er möchte Programme entwickeln für die Roboternavigation oder automatische Objekterkennung mit Kameras. In einem gemeinsamen Projekt haben die Wissenschaftler nun einem Tier eine Minikamera am Kopf befestigt. Ein erster Schritt zur bionischen Kamera mit ultrascharfem Eulenblick.