Das Hunde-Genom ist entschlüsselt, berichtet ein Forscherteam um Kerstin Lindblad-Ton vom Broad Institute of Harvard and MIT (Nature, Bd. 438, S. 803). Des Menschen bester Freund ist für Genetiker ein Glücksfall: Seitdem der Mensch den Wolf vor 15 000 Jahren domestizierte, wurde Canis familiaris durch ein evolutionäres Experiment namens Züchtung so verändert, dass der Phänotyp heute extrem vielfältig ist. Vergleicht man nun die Gensequenzen der Hunderassen, kann man Verhaltensweisen, Aussehen, aber auch Erbkrankheiten bestimmten Gengruppen zuordnen.

Menschen mit einer Grünschwäche können Unterschiede in den Farbverläufen von Gelb nach Blau genauer wahrnehmen als Normalsichtige. Da die Zapfen in ihren Augen weniger grün- als rot-empfindlich sind, ist ihre Sicht der Dinge nur verschoben. Wie John Mollon und seine Kollegen von der University of Cambridge in Current Biology (Bd. 15, S. 950) schreiben, können sie feine Varianten in Mischungen aus Cadmiumgelb und Kobaltblau sowie aus gelbem Eisenoxid und Ultramarinblau sehen, die anderen Menschen verborgen bleiben.

Aus Fischabfall haben Forscher der Universitäten von Dayton und Cincinnati Lichtleiter hergestellt. Dazu extrahierten sie DNA aus Lachsspermien und -eiern, die als Müll in der Fischindustrie anfielen, und verarbeiteten sie zu dünnen Filmen. Die Erbmoleküle hätten wesentlich geringere optische Verluste als herkömmliche Leiter - meist Glasfasern -, und ihr elektrischer Widerstand sei bis zu 100 000-mal kleiner, schreiben die Wissenschaftler (Applied Physics Letters, Bd. 86, S. 211115). Auch Leuchtdioden ließen sich aus DNA produzieren.

Dass Autisten sich schwer in andere einfühlen können, führen Neurowissenschaftler um Mirella Dapretto von der University of California auf eine mangelnde Aktivierung der Spiegelneuronen im unteren Frontalgyrus zurück (Nature Neuroscience, Online-Ausgabe). Wenn normal entwickelte Kinder emotionale Gesichtsausdrücke imitieren sollen, ist diese Hirnregion besonders aktiv. Autistische Kinder dagegen können die Ausdrücke ebenfalls nachahmen, doch ihr Hirn nutzt andere Areale.