Der Strompreis für Otto Normalverbraucher wird auch in Zukunft steigen - und zwar unter anderem deswegen, weil Großkunden in Zukunft weniger zahlen müssen. Die Bundesnetzagentur genehmigte jetzt erstmals Anträge von RWE, vier Großkunden niedrigere Netzentgelte in Rechnung stellen zu dürfen. Die begünstigten Unternehmen, darunter die Trimet Aluminium GmbH sowie die Ruhr-Oel GmbH, sparen nun bis zu 50 Prozent der von RWE normalerweise geforderten Netzentgelte. Laut RWE liegen der Netzagentur noch weitere Anträge zur Genehmigung vor.

Der Essener Stromriese will auf die entgangenen Einnahmen freilich nicht einfach verzichten - sie sollen vielmehr den Normalkunden aufgebrummt werden.

Nach RWE-Angaben schlägt die geplante Umlage mit 0,4 Prozent auf den Strompreis für Haushaltskunden durch. Bei einem Strompreis von 18 Cent pro Kilowattstunde macht das 0,072 Cent. Das ist nicht viel, summiert sich allerdings immerhin auf jährliche Mehrkosten von 2,5 Euro für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt. Sollten die Stromversorger in Zukunft vermehrt Anträge auf niedrigere Netzgebühren für ihre Großkunden stellen, könnte die Umlage die Haushalte stärker belasten. Allerdings sei gesetzlich vorgegeben, dass die Operation die Haushalte nicht wesentlich belasten dürfe, erklärt ein Sprecher der Bundesnetzagentur.

Der jetzt drohende Zuschlag ist bereits in den Netzentgelten enthalten, die RWE im Oktober zur Genehmigung eingereicht hat. Die Entscheidung darüber muss die Netzagentur bis Ende April fällen.