Nicht alles, was sich bio nennt, ist gut. Biodiesel etwa gehört zu den eher dubiosen Errungenschaften. Tatsächlich ist der aus Raps gewonnene Ersatzkraftstoff weit weniger umweltverträglich, als das politisch korrekte Etikett glauben macht. Ihn steuerlich zu fördern, wie es die rot-grüne Regierung tat, ist deshalb ökologisch ebenso unangebracht wie der Versuch, ihn per Beimischungszwang in den Markt zu drücken.

Dennoch schickt sich die neue schwarzrote Bundesregierung genau dazu an - und zwar gegen das Votum ihrer eigenen Berater. Sowohl die Öko-Weisen als auch das Umweltbundesamt halten nämlich nicht viel vom Biodiesel. Warum? Weil der Anbau von Raps den Boden versauern lässt und die Gewässer überdüngt. Weil der Beitrag von Biodiesel zur Abwehr des Klimawandels bescheiden ist. Und weil es obendrein schlicht unwirtschaftlich ist, mittels Biodiesel die Erderwärmung bekämpfen zu wollen.

Eine Tonne Kohlendioxid (CO2) auf diese Weise zu vermeiden kostet bis zu 300 Euro - das ist weit mehr als der Betrag, auf den es die umstrittene Windenergie bringt. Sollte in Zukunft nicht mehr Ökonomie in die Umweltpolitik Einzug halten?

Es gäbe billigere und wirksamere Möglichkeiten, den Beitrag des Straßenverkehrs zum Klimawandel zu bekämpfen. Eine neue Kfz-Steuer zum Beispiel. Oder ein Tempolimit. Oder Standards, die den Spritverbrauch von Autos begrenzen.

Wer die Autofahrer ausgerechnet zum Tanken von Biodiesel zwingt, mag alle möglichen Motive haben, nicht zuletzt die Förderung der Bauern. Ausgerechnet Umweltschutzziele dafür ins Feld zu führen zeugt aber entweder von Unredlichkeit oder von Unkenntnis.