Dichter am Ball Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Von F. W. Bernstein

Was ist das Fußballspiel? Was Wunderbares!
Vom Anpfiff an bis in die Nachspielzeit
nur Glück und Glanz und Widerwärtigkeit,
und zum Verzweifeln ist es – und so war es,


Auswechselspieler auf der Aschenbahn –
Sie traben – aus dem Rasen schlagen Flammen.
Im Stadion bricht gleich ein Tor zusammen.
Der Lautsprecher sagt das Weltende an.


Und ein Gesang torloser Höllenpein.
Ein Spieler zögert mit der Ballabgabe,
Es schreit sein Knie als ob es Schmerzen habe.
Der Schiedsrichter befiehlt ihm still zu sein.


Ein Weltenrichter pfeift – wie ist es ausgegangen?
Wach auf, oh Mensch! Grad hat es angefangen.

F. W. Bernstein geboren 1938, veröffentlichte unter anderem »Die Gedichte«

Bis zur Fußballweltmeisterschaft 2006 stellt die ZEIT eine deutsche Dichter-Nationalmannschaft auf. 33 bisher unveröffentlichte Fußballgedichte erscheinen wöchentlich im Ressort Leben. Sie werden im Radioprogramm NDR Kultur dienstags und donnerstags jeweils um 10.45 Uhr und um 19.25 Uhr ausgestrahlt.

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Die Texte sind auch zu lesen und zu hören unter www.zeit.de/fussballpoesie

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    • Quelle (c) DIE ZEIT 08.12.2005 Nr.50
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    • Schlagworte NDR | Gedicht | Schiedsrichter | Weltmeisterschaft | Stadion | Gesang | Schmerz
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