kunstmarkt Klauen in großem Stil

Jährlich wird Kunst im Wert von acht Milliarden Dollar geraubt. Selbst das FBI ist überfordert

Kunstraub ist kein Kinderspiel und wird doch als solches verkauft: als ein Brettspiel im Munch-Museum in Oslo. Dort wurden im August 2004 zwei Hauptwerke Edvard Munchs entwendet, und nun lässt sich der Raub im Familienkreis nachstellen. Zur Wiederauffindung der Gemälde wird das kaum beitragen. Dafür sind aber hinter den Kulissen ganz andere Kräfte am Werk.

Seit kurzem hat das FBI (Federal Bureau of Investigation) mit Hauptsitz in Washington Tausende gestohlener Werke ins Internet gestellt (www.fbi.gov/hq/cid/arttheft.htm). Auf der Top-Ten-Liste ungeklärter Kunstdiebstähle stehen neben den Munch-Gemälden auch das im Mai 2003 aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien entwendete Salzfässchen Saliera von Cellini (Schätzwert 55 Millionen Dollar), die Leonardo da Vinci zugeschriebene Madonna mit der Spindel, die 2003 auf dem schottischen Drumlanrig Castle von der Wand gerissen wurde, sowie vor allem Raubgüter aus dem Irak.

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Über den Link auf das 2003 gegründete Art Theft Program setzt das FBI auf Hinweise zur Wiederauffindung der Schätze. Und tatsächlich gelang es so im September der FBI-Task-Force, ein Selbstporträt von Rembrandt zurückzuerlangen, das im Jahr 2000 aus dem Schwedischen Nationalmuseum gestohlen worden war. In Los Angeles wurde ein Ankauf fingiert, der Diebesring flog auf.

Das achtköpfige Art Crime Team schätzt, dass jährlich Kunst im Wert von acht Milliarden Dollar geraubt wird. Im Sinne des Objektschutzes muss diskret ge- und verhandelt werden. Und so zieht sich um die Investigationen eine Mauer des Schweigens. »Eher würde ich mir ins Bein schießen, als einen Ton über den Stand der Dinge der Recherche nach der Saliera zu sagen«, sagt ein Oberst beim österreichischen Bundeskriminalamt, »die Ermittlungen dürfen unter keinen Umständen gefährdet werden.«

170000 Fälle von gestohlenen Kunstwerken verfolgt das Art Loss Register mit Stützpunkten in Köln, London und St. Petersburg derzeit. Wie schwierig es ist, den Tätern auf die Spur zu kommen, belegen die Zahlen. Kaum mehr als 20 Objekte konnte das Kölner Büro in diesem Jahr bisher identifizieren.

Das Art Loss Register stellt keine Listen gestohlener Dinge ins Netz. Die Geschäftsführerin Ulli Seegers sagt: »Wir wollen Kriminelle nicht auf unsere Fährten locken.« Aber sie hält die FBI-Initiative für einen guten Versuch, ein »erhöhtes Augenmaß auf die Problematik zu lenken«. Gemeinsam mit dem FBI, das auf die Hilfe von mehr als 56 Dienststellen und 400 Zweigstellen weltweit setzen kann, hat das Art Loss Register erst kürzlich mehrere nach der Wende in der früheren DDR abhanden gekommene Kunstwerke bei einem dubiosen Internet-Anbieter in den USA aufspüren können.

»Nicht nur mit den Experten des FBI, auch dem Bundeskriminalamt, Inter- und Europol, den Landeskriminalämtern stehen wir ständig im Austausch«, sagt Ulli Seegers. »Eine große Hilfe ist auch die Polizei in Rom, die 40 Carabinieri gegen den Kunstraub eingesetzt hat.« Italien liegt mit an der Spitze der Kunstraubstatistik.

Leser-Kommentare
    • kkart
    • 27.09.2008 um 12:58 Uhr

    (Bitte beachten Sie, dass gewerbliche Postings nicht erwünscht sind und entfernt werden. Die Redaktion / ft)

    • kkart
    • 30.09.2008 um 20:30 Uhr

    Schade daß sich die Autorin nicht überall so einsetzt: Sie Artikel:
    Die "Elster" von Paris!
    "Französische Akquisition" von wertvollen Gemälden - nichts als Fehlermittlungen der Polizei - Ermittler auf der Seite der Täterin! Der Unterschlagungsfall "Annik Bentheim Tecklenburg" unter www.kkart.de

    30. September 2008

    Ihre neuerliche Bemerkung hinsichtlich Fehlverhaltens
    a,
    “Zitat.
    ”: Betrachte den der dir deine Fehler enthüllt
    als spräche er von einem verborgenen Schatze” buddhistische Weisheit
    b,
    Einen Irrtum nenn' ich, wenn irgend ein Ereignis falsch ausgelegt, falsch angeknüpft, falsch abgeleitet wird.
    Nun ereignet sich aber im Gange des Erfahrens und Denkens, daß eine Erscheinung folgerecht angeknüpft, richtig abgeleitet wird. Das läßt
    man sich wohl gefallen, legt aber keinen besondern Wert darauf und läßt den Irrtum ganz ruhig daneben liegen; und ich kenne ein kleines
    Magazin von Irrtümern die man sorgfältig aufbewahrt.
    J.W. Goethe - Maximen
    Der höchste Freundschaftsbeweis ist nicht, einem Freund unsre Fehler,
    sondern ihm seine aufzuzeigen.
    La Rochefoucauld Maxime 410

    Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,

    das Ereignis ist falsch ausgelegt,
    weil:
    1. handelt es sich um einen Tatsachenbericht

    falsch angeknüpft,
    weil:
    2. es sich nicht um einen eine “gewerbliches Posting” handelt

    falsch abgeleitet
    weil:
    Ihre “Findigkeit” zwar zu den LINKEN passt ( Westerwelle) aber mit Wahrheit nichts zu tun hat.

    Um Ihre Entscheidungsfindung zu erleichtern haben wir das Dokument des Vorganges aus den Ermittlungsakten mitveröffentlicht. (siehe Dokument 11)

    Falls Sie Wahrheit nicht mit Rechthaben verwechseln, werden Sie sicher Ihren Irrtum korrigieren:
    Für Ihre Einsicht bedanke ich mich schon im Voraus.

    Sollten Sie auf letzteres Wert legen, so bitte ich Sie den persönlichen Entscheider für die Vorgehensweise
    und den Vorgesetzten zu benennen.

    Mit freundlichen Grüßen

    www.kkart,de

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