Ich muss mit dem Widerspruch leben, dass mich, den seinerzeit größten Beatles-Fan des westlichen Breisgaus, der Tod Lennons merkwürdig kalt ließ. Es war vor dem Deutschen Seminar der Uni Freiburg, wo man grüppchenweise herumzustehen und selbst gedrehte Zigaretten zu rauchen pflegte, als einer damit ankam: Hast du schon gehört…? Weltweite Trauer! Mahnwachen in New York! Der Mann war betroffen, und wahrscheinlich war das der Fehler, denn nach Althippie-Manier echt betroffen sein war genau das, was keiner von uns proseminaristischen Grüppchenrauchern mehr wollte.

Also blieb es bei einem Schulterzucken und der Erörterung der Frage, wann Lennon uncool geworden war, ob schon mit Imagine oder doch erst mit Double Fantasy, und ob Popstars sich überhaupt in die Politik einmischen sollten. Als mir später klar wurde, dass Schlausein auch nicht alles ist im Leben und man Jugendhelden ohnehin nie wieder loswird, habe ich alles gekauft, was nachträglich auf den Markt geschmissen wurde, sogar das rundherum schreckliche Album mit der Brille vorne drauf. Wir haben noch diskutiert, ob das Blut an den Gläsern echt ist, denn wir kamen damals von Baudrillard her.