Absolute Leere. Mein Kalender zeigt nur den Eintrag "krank, zu Hause", dahinter der mysteriöse Name "Zahneisen". An einen oder eine Zahneisen kann ich mich so wenig erinnern wie an den Tag, als John Lennon starb. Kein Eintrag über den Mord, kein Gefühl, kein Bild. Die Beatles und John Lennon waren seit fünf Jahren aus meinem Bewusstsein verschwunden, ich hatte ihn schlicht vergessen. Hin und wieder las ich in der Zeitung ein paar Geschichten über seine Hausmannrolle, mit demselben Interesse, das ich einem Howard Hughes oder Bobby Fisher schenkte. Ab und zu Soloalben von Paul und George und Ringo, doch auf dem Plattenteller rotierten ganz andere: Elvis Costello und Tuxedomoon, Tom Verlaine und Warren Zevon. Erst beim Hören der Platte Double Fantasy kam die Trauer: Close your eyes / Have no fear / The monster’s gone / He’s on the run / And your daddy’s here.

*Online-exklusiv schreibt Konrad Heidkamp seine John-Lennon-Kolumne "When I’m 65"