Ich war zwölf. Als ich nach Hause kam, saß meine Mutter mit Tränen in den Augen vor dem Fernseher. Sie sagte nur: "John Lennon wurde erschossen." Das interessierte mich damals nicht die Bohne, und ich ging einfach in mein Zimmer. An diesem Abend wurde mir aber zum ersten Mal klar, dass meine Mutter ebenfalls für eine Band geschwärmt, Poster gesammelt und Songs auswendig gelernt hatte. Kurz: Da gab es eine Popvergangenheit! Am nächsten Tag packte sie buchstäblich aus. Sie erzählte von ihrer Schwärmerei für die Beatles, von den Freiheitsgefühlen, die diese neue, wilde Musik in ihr als Teenie ausgelöst hatte. Zum ersten Mal holte meine Mutter auch das Paul-McCartney-Porträt aus der Schublade, das ihr erster Freund für sie gezeichnet hatte. Darauf sieht er allerdings aus wie Joschka Fischer.